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Die Spanier kamen erstmals 1521 auf die Inseln und benannten sie nach König Philipp II. Nachdem die islamischen Sultanate besiegt waren, gründeten die Spanier 1571 die Hauptstadt Manila, die bald zu einem wichtigen Handelszentrum wurde. Religiöse Härte, Zwangsbekehrungen, Mißwirtschaft und Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung führten 1896 zu einer Revolution unter dem Freiheitskämpfer Andres Bonifacio. Die Revolutionäre gerieten bald ins Hintertreffen, doch 1898 erklärten die Amerikaner den Spaniern den Krieg. Die Filipinos stellten sich auf der Seite der USA. Durch den Vertrag von Paris (die USA zahlten an Spanien 20 Millionen US$) gingen die Philippinen nahtlos in den Besitz der Amerikaner über, die den Kampf gegen die Aufständischen fortsetzten. 3 Jahre später wurden die letzten Rebellen von amerikanischen Truppen besiegt. Erst 1946 wurden die Philippinen in die Unabhängigkeit entlassen, nicht ohne daß sich die USA eine Reihe von Sonderrechten sicherten (z.B. Dauernutzung von Militärstützpunkten für 99 Jahre). 1965 wurde Ferdinand Marcos Präsident. Er rief 1972 das Kriegsrecht aus und erließ eine neue, auf ihn zugeschnittene Verfassung, die ihm ein diktatorisches Regime ermöglichte. Korruption, Bestechung und Ungleichheit nahmen zu und machten das Land unsicher. Als der Exil-Oppositionelle Benigno Aquino 1983 ins Land zurückkehrte, wurde er noch auf dem Flughafen ermordet. Die Opposition gegen den Marcos-Clan wurde immer stärker. Bei den Präsidentschaftswahlen 1986 trat Corazon Aquino, Witwe des Ermordeten, gegen Marcos an. Beide erklärten sich zu Gewinnern. Aquinos Anhänger gingen auf die Straße und demonstrierten so nachhaltig gegen Marcos, daß der am 25. Februar 1986 das Land verließ, weil ihm die eigene Armee und die Amerikaner die Unterstützung versagten. Milliarden von Dollars hatte er schon vorher ins Ausland geschafft. Trotz einer neuen demokratischen Verfassung kamen die Philippinen auch unter Präsidentin Aquino nicht zur Ruhe. Sechsmal versuchte das Militär zu putschen, der Ausgleich mit den kommunistischen Rebellen scheiterte und die Marcos-Anhänger übten weiter Druck aus. Die Präsidentschaftswahlen von 1992 gewann Fidel Ramos gegen 7 Konkurrenten, darunter auch Imelda Marcos, die Witwe des Exil gestorbenen Ex-Diktators. Ramos bemühte sich um die innere Einheit, schloß 1994 einen Waffenstillstand mit der muslimischen Rebellengruppe, die schon seit über 20 Jahren einen Guerillakrieg führte, erließ eine Generalamnestie für die Militärs, die geputscht hatten, und nahm Verhandlungen mit der kommunistischen Guerilla auf. Die philippinische Wirtschaft blühte auf, das Land kam innerlich zur Ruhe. Ein Referendum zur Verfassungsänderung, das Ramos eine zweite Amtszeit ermöglicht hätte, wurde im März 1997 vom Obersten Gericht abgelehnt; der Weg war frei für den volkstümlichen Joseph Estrada - und den Marcos-Clan: 2 Kinder des Ex-Diktators errangen im Mai 1998 überzeugende Siege bei den Parlaments- und Gouverneurswahlen. Bewaffnete Entführer haben am 23. April 2000 mindestens 20 Personen verschleppt, darunter 3 Deutsche. Bei den Geiselnehmern handelt es sich um Angehörige der moslemischen Seperatistengruppe Abu Sijjaf, die im Süden der Philippinen operiert. Die Gruppe mit einer geschätzten Stärke von 1000 Kämpfern will einen islamischen Relegionsstaat in den überwiegend katholischen Philippinen errichten. Etwa 40 000 Demonstranten haben am 25.07.2005 auf den Philippinen den Rücktritt von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo wegen einer Wahlbetrugsaffäre gefordert. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie "Goodbye Gloria" und "Fälschungs-Präsidentin" und verbrannten Bilder und Puppen, die Arroyo darstellten. Im Parlament in Manila, das von 7 000 Polizisten und Soldaten abgeschirmt war, wurde am selben Tag von der Opposition ein Amtsenthebungsverfahren gegen die 58-jährige Präsidentin wegen krimineller Verfehlungen beantragt. "Sie hat gestohlen, betrogen und gelogen", fasste Arroyo-Gegner Alan Peter Cayetano die insgesamt zehn Punkte und 55 Seiten umfassende Anklage zusammen. Während die Gegner die Frau an der Spitze auswechseln möchten, will die Staatschefin das politische System ändern. "Unser politisches System ist zum Hindernis für den Fortschritt des Landes geworden", konterte Arroyo am Montag in einer Ansprache an die Nation, mit der sie auf das Absetzungsverfahren antwortete. Sie will das nach US-Vorbild geformte präsidiale Modell durch ein parlamentarisches System ersetzen. Der Vorteil: Arroyo könnte im Amt bleiben, während Experten über einem neuen Paragrafenwerk brüten. Arroyo musste vor einigen Wochen Ehemann und Sohn ins Luxus-Exil nach San Francisco schicken, weil die beiden bei der Glücksspielmafia des Landes die Hand aufgehalten hatten. Dann musste das Staatsoberhaupt nach Wochen voller Dementis zugeben, dass sie nach den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2004 mit dem Chef der Wahlkommission telefoniert hatte. Bei dem Gespräch machte sie deutlich, dass sie wegen der politischen Glaubwürdigkeit einen Mindestvorsprung von einer Million Stimmen benötige. Die Verteidigung der Präsidentin: Sie habe nicht manipuliert. Die Opposition muss freilich bei ihrem Sturzversuch riesige Hindernisse überwinden. Noch fehlen einige der insgesamt 79 Namen von Kongressabgeordneten (ein Drittel der 235 Parlamentarier), die laut Verfassung für ein "Impeachment" nötig sind. Sollten sie tatsächlich noch hinzustoßen, blieben 60 Tage Zeit für ein Ermittlungsverfahren. Anschließend müssen zwei Drittel des Senats dem Absetzungsverfahren zustimmen. Außerdem genießt die Staatspräsidentin noch die Unterstützung der Streitkräfte. Der Machtkampf von Manila gewinnt längst absurde Züge. Der Oberste Gerichtshof kippte die von Arroyo geplante Einführung der Mehrwertsteuer, die dem klammen Staat monatlich 90 Millionen US-Dollar gebracht hätte. Beobachter sind überzeugt, dass Arroyo selbst die Richter zu der Entscheidung überredete. Ihr Motiv: Sie wollte verhindern, dass der Unmut über steigende Preise die Forderung nach ihrem Sturz verstärkt. Offiziere der philippinischen Armee haben einem Regierungsbericht zufolge politische Morde in dem südostasiatischen Land "erlaubt, toleriert und sogar gefördert". Es gebe eindeutige Beweise, dass einige Mitglieder der Armee für die politisch motivierten Tötungen mit verantwortlich seien, heißt es in dem am 22.02.2007 veröffentlichten Bericht unter Federführung eines früheren Richters des obersten Gerichtshofs. Aktuelle Entwicklungen: Der frühere philippinische Präsident Joseph Estrada ist am 12.09.2007 in Manila wegen schwerer Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 70-Jährige wurde für schuldig befunden, während seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit mehrere zehn Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. 62 Millionen Euro, die auf den Konten des früheren Kinostars lagerten, wurden eingezogen. Hintergrundberichte:
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