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Korea hat es seit je verstanden, seine kulturellen und ethnischen Eigenheiten zu bewahren, obgleich das Land stets vielfältigen Einflüssen aus dem Ausland (China, Japan) ausgesetzt war. Sie wurden zwar meist angenommen, aber mit dem eigenen Erbe verbunden. Schon im 7. Jahrhundert wurden drei rivalisierende Königtümer zu einem Reich zusammengefaßt, das allerdings politisch unter chinesischem Einfluß stand. So auch die Yi-Dynastie, die von 1392 bis 1910 regierte und zunächst von der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) und dann von der Qing-Dynastie (1644 bis 1911) in China abhängig war. Mit Hilfe der Chinesen wurden mehrere japanische Eroberungsversuche abgewiesen. 1876 erzwang sich Japan im Vertrag von Kanghwado Handelsrechte; nach dem chinesisch-japanischen Krieg von 1894 wurde Korea zum japanischen Protektorat. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Koreaner zur Zwangsarbeiter nach Japan verschleppt. Nach Ende des Krieges wurde Korea in eine sowjetisch und eine amerikanisch beeinflußte Zone geteilt. Die Demarkationslinie verlief entlang dem 38. Breitengrad. Von 1948 bis 1994 regierte in Nordkorea der "Große Führer" Kim Il Sung, auf den das gesamte Leben des Landes zugeschnitten war. Am 9. September 1997 wurde sogar eine neue Zeitrechnung eingeführt; der neue Kalender beginnt im Jahre 1912, dem Geburtsjahr Kim Il Sungs. Nach dem Ende des Koreakrieges 1953 machte sich das Land einseitig abhängig von der Sowjetunion und der VR China. Zunächst wurden die Kriegsschäden beseitigt und die Wirtschaft machte gute Fortschritte, doch allmählich trat eine Stagnation ein. 1992 nahm die VR China diplomatische Beziehungen zu Südkorea auf und trieb damit den Norden weiter in die Isolation. Ins Interesse der Weltöffentlichkeit rückte das Land erst wieder 1993, als es unter anderem den Atomwaffensperrvertrag kündigte. Ein Besuch des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter im Juni 1994 löste das Problem: Nordkorea verpflichtet sich, die eigenen Atomreaktoren, die auch waffenfähiges Plutonium produzieren konnten, zu schließen und erhält dafür zwei Leichtwasserreaktoren. Im August 1997 begannen die Bauarbeiten, gerieten aber 1998 aus Geldmangel ins stocken, worauf Nordkorea damit drohte, seine Reaktoren wieder hochzufahren. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Situation dramatisch verschlechtert. Gespräche mit hilfsbereiten Ländern kamen nur zögernd in Gang, da Nordkorea stets Bedingungen stellte. So laufen auch Hilfslieferungen nur zögernd und spärlich an. Zwar teilte das Oberkommando der Vereinten Nationen in Südkorea Anfang Juni 1998 mit, daß sich zum erstenmal seit 7 Jahren Generäle des UN-Kommandos mit der nordkoreanischen Volksarmee treffen werden, um die Spannungen auf der Halbinsel zu verringern. Aber nur wenige Tage später "verirrte" sich wieder einmal ein nordkoreanisches U-Boot in südkoreanische Gewässer. Spannung wie eh und je. Polizei und Geheimdienst der ins Reich der Mitte eingegliederten einstigen britischen Kronkolonie Hongkong sind alarmiert: Peking hatte seinen nordkoreanischen Freunden erlaubt, in der Sonderverwaltungsregion Hongkong im Februar 2000 ein Konsulat zu eröffnen - und leistet damit womöglich dem Verbrechen Vorschub. Denn Pjöngjangs Diplomaten sind nicht nur dafür bekannt, gefälschte Dollarnoten zu verbreiten. Die Gesandten im Dienste des Diktators Kim Jong II schmuggeln auch Drogen und Zigaretten. Sie handeln mit Waffen, um die leeren Kassen des stalinistischen Staats aufzufüllen, oder entführen, wie 1999 in Thailand, politisch unliebsame Landsleute. Illegale Aktionen bringen den Nordkoreanern nach einem Bericht des US-Kongresses jährlich mindestens 200 Millionen Mark ein. In Südchina sind die Abgesandten aus dem selbst ernannten Arbeiterparadies schon länger aktiv: knapp ein Jahr vor der Übergabe der damaligen Kronkolonie an die Volksrepublik 1997 hatten Nordkoreaner versucht, über Hongkong Geschütze für Syrien zu transportieren. In der Casino-Metropole Macau, in der einmal monatlich eine Maschine aus Pjöngjang landet, sollen die Nordkoreaner im vergangenen Jahr mindestens 600.000 falsche US-Dollar in Umlauf gebracht haben, mit denen angeblich Gedenkfeiern für den 1994 verstorbenen Herrscher Kim Il Sung, finanziert wurden. Bereits 1994 war in der damaligen portugiesischen Kolonie ein nordkoreanischer Außenhändler mit 250.000 Dollar Falschgeld entlarvt worden. Washington soll in Peking und in Hongkong vergebens gegen Pjöngjangs Missionen protestiert haben. Die Nordkoreaner beteuern ihre Unschuld: sie stellten lediglich Visa aus, versuchten für Investitionen zu werben und, so versicherte Generalkonsul Song Il Hyok, sorgten nur für die Verbreitung der nordkoreanischen Kultur. Wenige Wochen vor dem 50. Jahrestag des Beginns des Koreakrieges hat die kommunistische Regierung in Nordkorea die USA im März 2000 der Kriegsverbrechen beschuldigt und ein UN-Tribunal zur juristischen Aufarbeitung der Vorwürfe gefordert. Die US-Streitkräfte hätten durch Massaker, biologische Kriegsführung und Folter den Tod von einer Million Nordkoreaner verschuldet. Eine Sprecherin der amerikanischen UN-Botschaft wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Als erster Außenminister der sieben großen westlichen Industriestaaten hat der italienische Außenminister Lamberto Dini am 28.03.2000 Nordkorea besucht. Dini will dabei unter anderem bei der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea helfen. Erstmals seit 55 Jahren wollen sich die nord- und südkoreanischen Staatschefs im Juni 2000 zu politischen Gesprächen treffen. Das wurde am 09.04.2000 in beiden Hauptstädten bekannt. Nordkorea ist nach Angaben aus Seoul bereit, Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch einzuladen. Staatschef Kim Jong Il habe einem entsprechenden Vorschlag zugestimmt. Nach dem historischen Gipfeltreffen zwischen Süd- und Nordkorea in Pjöngjang, über dessen Ergebnisse wenig bekannt wurde, haben die beiden bisherigen Erzrivalen ihre gegenseitigen Propaganda-Attacken eingestellt. Südkoreas Verteidigungsminister Cho Sung Tae wies nach Angaben eines Sprechers in Soul die Truppen an der Grenze am 16. Juni 2000 an, jede Art von Schmähkampagnen gegen den kommunistischen Norden über Lautsprecher oder elektrische Signale zu stoppen. Damit habe der Süden auf entsprechende Schritte Nordkoreas reagiert. Die Maßnahme solle dem Klima des Vertrauens zwischen beiden Koreas dienen, hieß es. Bei der größten Massenflucht aus dem stalinistischen Nordkorea seit dem Ende des Korea-Kriegs vor mehr als 50 Jahren sind am 28.07.2004 erneut mehr als 200 Nordkoreaner nach Südkorea gelangt. Eine Chartermaschine mit den Flüchtlingen landete auf dem Flughafen der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Insgesamt wurden damit binnen zwei Tagen 468 Nordkoreaner aus einem südostasiatischen Drittstaat nach Südkorea ausgeflogen. Die Regierung in Seoul bezeichnete das Thema als "sensibel" und verhängte Geheimhaltung darüber, über welches Drittland die Menschen flohen. Vermutlich handelt es sich um Vietnam. Als Reaktion auf die Massenflucht von Nordkoreanern nach Südkorea hat die Regierung in Pjöngjang ein innerkoreanisches Treffen boykottiert. Das Ministerium für Wiedervereinigung bedauerte am 03.08.2004 die Entscheidung Nordkoreas. Südkorea hatte bereits mit einem Boykott gerechnet, da Pjöngjang auf die Einladung erst gar nicht reagiert hatte. Einen Hintergrundbericht dazu finden Sie hier. Nach zehn Jahren Nothilfe für die Hungernden in Nordkorea muss das Welternährungsprogramm (WFP) schrittweise sein Personal aus dem Land abziehen. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang habe "entschieden, dass sie keine humanitäre Nothilfe mehr braucht", berichtete WFP-Chef James Morris am 15.12.2005 in Peking. Auch die Deutsche Welthungerhilfe muss ihre Arbeit einstellen. Nach WFP-Angaben leiden nach wie vor Zehntausende von Nordkoreanern an Unterernährung. Nordkoreas Führung hatte die Entscheidung mit einer besseren Ernte und mehr Lieferungen aus China und Südkorea erklärt. Man wolle auch nicht von ausländischen Spenden abhängig werden. Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge alle seine Botschafter zu einer Sondersitzung in Pjöngjang einberufen. Die Diplomaten seien seit dem 19. Juli 2006 für viertägige Beratungen in Nordkoreas Hauptstadt, berichtete die japanische Presseagentur Kyodo. Solche Sondersitzungen seien extrem selten. Nordkorea hatte mit dem Test von sieben Raketen Anfang des Monats internationale Besorgnis ausgelöst. Die USA haben am 06.10.2006 Nordkorea mit scharfen Worten vor den Folgen des angekündigten Atomtests gewarnt. Washington werde "entschieden handeln, um dafür zu sorgen, dass Nordkorea und jedes andere Land versteht", sagte ihr Chefunterhändler in den Atomgesprächen, Christopher Hill, in Washington. Der UN-Sicherheitsrat konnte sich zunächst auf keine gemeinsame Haltung zu Nordkorea einigen. Einen Hintergrundbericht finden Sie hier. Der nordkoreanische Präsident Kim Jong hat am 19.02.2007 die Beschlagnahme aller japansichen Autos im Lad angeordnet. Ein defekter Wagen janpanischer Bauart hatte eine Straße blockiert, was den Geliebten Führer, wie er sich gern nennen läßt, gestört hat. Die Beschlagnahme zieht allerdings weitreichende Konsequenzen für die sowieso stark angeschlagene Wirtschaft nach sich: die meisten (der wenigen) Kraftfahrzeuge in Nordkorea stammen aus Japan. Nach Vereinbarungen über einen schrittweisen Ausstieg Nordkoreas aus seinem Atomprogramm haben sich Süd- und Nordkorea wieder vorsichtig angenähert. Noch in diesem Monat sollen Videoschaltungen und im Mai direkte Kontakte für auseinandergerissene Familien beiderseits der durch Minenfelder befestigten Grenze möglich sein, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Seiten vom 02.03.2007 hieß. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat am 09.07.2007 die Entsendung von Inspektoren nach Nordkorea beschlossen. Sie sollen die Abwicklung des militärischen Atomprogramms überwachen, insbesondere die Schließung des Atomreaktors von Yongbyon, in dem waffenfähiges Plutonium produziert wird. Erstmals seit mehr als einem Jahr haben sich nord- und südkoreanische Grenzsoldaten wieder einen Schusswechsel geliefert. Soldaten Nordkoreas feuerten am 06.08.2007 in Richtung eines südkoreanischen Grenzpostens. Das teilte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mit. Als Reaktion auf die Maschinengewehrsalven hätten südkoreanische Soldaten zehn Warnschüsse abgegeben. Ob die Nordkoreaner absichtlich schossen oder nicht, war zunächst unklar. Bei dem Vorfall wurde demnach niemand verletzt. Zu dem Zwischenfall kam es am frühen Nachmittag (Ortszeit) bei Inje etwa 165 Kilometer nordöstlich von Seoul, wie der Sprecher sagte. Nach den Warnschüssen sei von den Nordkoreanern über Lautsprecher eine Entschuldigung verlangt worden, doch diese hätten darauf nicht reagiert, erklärte ein Sprecher des südkoreanischen Militärs. "Wir wissen momentan nicht, ob die Nordkoreaner das Feuer versehentlich oder absichtlich eröffnet haben", sagte er. Seit dem interkoreanischen Gipfel von 2000, der eine Annäherung beider Seiten einleitete, waren derartige Vorkommnisse sehr selten. Das kommunistische Nordkorea und das kapitalistische Südkorea befinden sich aber offiziell noch im Kriegszustand, da sie nach dem Korea-Krieg (1950-1953) kein Friedensabkommen geschlossen hatten. Ende Juli waren Gespräche wegen anhaltender Differenzen über den Grenzverlauf zwischen den beiden Ländern gescheitert. Nordkorea will sein umstrittenes Atomprogramm bis Ende des Jahres komplett einstellen. Das kommunistische Land werde außerdem eine vollständige Liste all seiner nuklearen Aktivitäten vorlegen, sagte der amerikanische Chefunterhändler Christopher Hill am 02.09.2007 zum Abschluss zweitägiger Gespräche zwischen den USA und Nordkorea in Genf. Hill wollte nicht von einem "bedeutenden Durchbruch" sprechen. Er zeigte sich jedoch erfreut, dass Nordkorea offenbar bereit sei, weitere Zugeständnisse zu machen. Das Land habe offenbar erkannt, "dass der gegenwärtige Prozess einige Vorteile bringt, die sie jetzt nicht haben", sagte Hill. Unter anderem waren Nordkorea die Freigabe eingefrorener Gelder sowie Hilfslieferungen in Aussicht gestellt worden. Die Präsidenten Nord- und Südkoreas, Kim Jong Il und Roh Moo Hyun, haben sich zum Abschluss ihres historischen Gipfels am 04.10.2007 für einen Friedensvertrag und das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms ausgesprochen. "Der Süden und der Norden sind sich einig, dass sie das derzeitige System des Waffenstillstands beenden und ein dauerhaftes Friedenssystem schaffen sollten", heißt es einer Abschlusserklärung. "Der Süden und der Norden erklären sich zur Zusammenarbeit bereit, damit die Führer der drei oder vier betroffenen Staaten auf der koreanischen Halbinsel zusammenkommen und das Ende des Krieges verkünden können." Die beiden Koreas hatten nach dem Ende des Korea-Kriegs (1950-1953) nur einen Waffenstillstand geschlossen, jedoch keinen Friedensvertrag. Damit befinden sie sich formell nach wie vor im Kriegszustand. Einem Friedensvertrag müssten auch die Schutzmächte USA und China zustimmen. In ihrer Schlussdeklaration vereinbarten Kim und Roh zudem gemeinsame Bemühungen zur reibungslosen Beendigung des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms. Nach Sechs-Nationen-Gesprächen zur Beendigung hatte Pjöngjang dem vollständigen Abbau seiner Atomanlage in Yongbyon zum Jahresende zugestimmt. Dafür erhält der verarmte kommunistische Staat Wirtschaftshilfe, unter anderem in Form von Öllieferungen. Für die Zukunft kündigten die beiden Staatschefs regelmäßige Gipfeltreffen an. Im November sei ein Treffen der Ministerpräsidenten Nord- und Südkoreas in Seoul geplant. Nordkorea hat die vor einem Jahr mit der UN-Atomenergiebehörde (IAEA) ausgehandelte Überwachung seiner Atomanlage in Yongbyon abrupt unterbunden. Von der IAEA angebrachte Siegel und Überwachungstechnik seien aus der Anlage entfernt worden, erklärte die IAEA am 22.09.2008 in Wien. Die nordkoreanischen Behörden erklärten, dass in Yongbyon bereits in einer Woche wieder spaltbares Material verwendet werden solle. Nordkorea reagiert damit auf die Entscheidung der USA, das Land entgegen anderslautenden Zusagen nicht von ihrer Liste von Staaten zu streichen, die den Terrorismus unterstützen. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il hat einem staatlichen Medienbericht zufolge am 29.12.2008 erstmals seit seinem mutmaßlichen Schlaganfall im August wieder an einer öffentlichen Veranstaltung teilgenommen. Kim habe ein patriotisches Konzert besucht und sei von den Zuschauern begeistert begrüßt worden, meldete die amtliche Agentur KCNA. Hintergrundberichte:
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