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Kim Jong Il soll an Krebs erkrankt sein
14.07.2009. Totgesagte leben länger - aber auch nicht ewig. Für Nordkoreas Herrscher Kim Jong Il haben Geheimdienste und Medien schon häufig die Totenglocken geläutet, nur um ihn am Ende immer wieder vom Sterbebett auferstehen zu sehen. Aber nun verdichten sich die Anzeichen auf schwere Gesundheitsprobleme des "Geliebten Führers". Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit drei Monaten strahlte das nordkoreanische Fernsehen Bilder aus, die kaum noch Zweifel an der schlechten Verfassung Kims lassen. Der südkoreanische Sender YTN will von koreanischen und chinesischen Agenten erfahren haben, dass Kim unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs leide und noch höchstens fünf Jahre zu leben habe. Die Krankheit soll im vergangenen Sommer entdeckt worden sein, als Kim einen Schlaganfall erlitt und monatelang aus der Öffentlichkeit verschwand. Klapprig und erschöpft Doch während Pjöngjangs Propagandaapparat damals mit veralteten und manipulierten Bildern die Krankheitsgerüchte zu zerstreuen versuchte, soll oder kann Kims Gesundheitszustand nun offenbar nicht mehr verheimlicht werden. Die Aufnahmen vom vergangenen Mittwoch, die der Staatssender anlässlich einer Gedenkfeier zum 15. Todestag von Kims Vater, Nordkoreas Staatsgründer und "ewigem Präsidenten" Kim Il Sung ausstrahlte, zeigen den 67-Jährigen abgemagert, klapprig und erschöpft. Mit leicht schwankendem Schritt betritt er den Saal. Danach sitzt er eingesunken an seinem Platz, gähnt und scheint Schwierigkeiten zu haben, die Augen offenzuhalten. Auf den letzten aktuellen Fotos von Anfang des Jahres war Kim zwar von seinem Schlaganfall gezeichnet, wirkte ansonsten aber wach und kräftig. Der Umschwung in der Darstellung könnte zum Ziel haben, das Volk indirekt über Kims Zustand zu informieren und die Machtübernahme an seinen Sohn Kim Jong Un einzuleiten. Der Mitzwanziger soll der Machtelite kurz nach Nordkoreas Atombombentest vom 25. Mai als Nachfolger präsentiert worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bisher allerdings genau so wenig wir für Kims Schlaganfall oder Krebserkrankung. Einige Beobachter gehen davon aus, dass interne Machtkämpfe ein Grund für Nordkoreas aggressive Außenpolitik sein könnten. Nach dem Atombombentest hatte Pjöngjang angekündigt, nie wieder über ein Ende seines Nuklearprogramms zu verhandeln, und mehrere Kurzstreckenraketen getestet. Beides verstößt gegen UN-Resolutionen. Südkoreas Wiedervereinigungsminister Hyun In Taek erklärte gestern, sein Land werde sich nicht provozieren lassen. "Es sieht so aus, als wollten sie mit ihren Aktionen bei uns innere Konflikte schüren", sagte er. Südkorea falle aber nicht auf "veraltete und hetzerische Rhetorik" herein. Präsident Lee Myung Bak wiederholte bei einem Staatsbesuch in Schweden, dass seine Regierung an dem Ziel festhalte, Nordkorea zur vollständigen atomaren Abrüstung zu zwingen. Sein Vorgehen will er mit China, den USA, Japan und Russland abstimmen. |
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