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Nordkorea stoppt Atomprogramm

Olivia Schoeller

25.06.2008. US-Präsident George W. Bush hat gestern die Aufhebung von Handelssanktionen gegen Nordkorea angekündigt, nachdem das Regime in Pjöngjang die langerwartete Auflistung seines Nuklearprogramms an China übergeben hatte. Bush begrüßte die Entwicklungen als einen „Schritt voran“ und forderte gleichzeitig die Überprüfung der Versprechen. Als Gegenleistung wollen die USA Nordkorea zudem binnen 45 Tagen von der Liste der „Terror-Unterstützer-Staaten“ streichen, versprach der Präsident weiter.

Für die USA ist das ein bedeutender Kurswechsel. Bush hatte Nordkorea vor sechs Jahren in einem Atemzug mit Irak und Iran als „Achse des Bösen“
bezeichnet. Eine gewisse Skepsis werden die Vereinigten Staaten aber weiterhin gegenüber Nordkorea wahren, machte Bush deutlich und äußerte sich kritisch über die Menschenrechtspolitik des Regimes. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Regierung in Washington erwarte nun, dass Experten zur Untersuchung in den Reaktor Yongbyon gelassen werden. Bis zu einer Streichung Nordkoreas von der Liste der Terror-Unterstützer-Staaten wolle Washington das Verhalten des Regimes in Pjöngjang und die Richtigkeit der Angaben überprüfen, sagte Rice.

Das Land habe noch viel Arbeit vor sich, um seine internationale Isolierung zu beenden. Bush forderte Nordkorea auf, offene Fragen zur Urananreicherung und zu seinen Weiterverbreitungsaktivitäten zu beantworten. Als Beweis für die Kooperationsbereitschaft wies Bush darauf hin, dass Nordkorea schon heute den Kühlturm des Reaktors von Yongbyon zerstören wolle. Zu diesem Akt hat die nordkoreanische Regierung Kamerateams eingeladen. Der Reaktor selbst ist bereits weitgehend abgebaut. Pjöngjang hatte die nun vorgelegte Liste ursprünglich für Ende 2007 zugesagt. Die Verzögerung hat die Gespräche über Hilfslieferungen für das verarmte Land blockiert.

Die Demontage der Anlagen in Yongbyon war in den internationalen Sechs-Parteien-Gesprächen vereinbart worden, an denen neben Nord- und
Südkorea und den USA auch Russland, China und Japan beteiligt waren. Seit Beginn der Gespräche im Jahr 2003 wurde immer wieder versucht, das kommunistisch regierte Land mit Gegenangeboten von seinem Atomprogramm abzubringen.

Einen herben Rückschlag in den Verhandlungen hatte es im Oktober 2006 gegeben, als Nordkorea die Atombombe testete. Südkoreas Außenminister Yu Myung-Hwan begrüßte die Übergabe der nordkoreanischen Erklärung. Die für heute angekündigte Sprengung des Kühlturms nannte er einen äußerst wichtigen Schritt. Yongbyon gilt als das Rückgrat des nordkoreanischen Atomprogramms. Nach erfolgreichen Verhandlungen wurde die Anlage 2007 abgeschaltet. Experten meinten, der einzige betriebsbereite Reaktor werde zu Herstellung von Plutonium für militärische Zwecke genutzt.

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