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Das "Land der Elefanten" hat in den 50er und 60er Jahren so manche Genfer Konferenzrunde beschäftigt, und kaum jemand fand sich noch zurecht in den Wirren der laotischen Politik. Die simple Formel vom "Chaos in Laos" machte die Runde. Das Chaos hatte Geschichte. Denn weither war es nie mit dem nationalen Zusammenhalt der laotischen Völker, stets rivalisierten Gruppen und Grüppchen um die Vorherrschaft (auch heute gibt es noch mindestens 68 ethnische Lao-Minderheiten). Und dann waren da noch die Nachbarn Vietnam und Siam (heute Thailand), die sich nur allzu gern das eine oder andere Stück Laos einverleibten. 1893 bekamen auch die Franzosen Appetit, machten das Land erst zum Protektorat, später zu einem Teil Französisch-Indochinas. Nach der Besetzung durch Japan im Zweiten Weltkrieg wurde Laos 1946 als Königreich wiedererrichtet und 1949 innerhalb der Französischen Union abhängig. Zugleich aber formierte sich die "Nei Lao Haksat", eine Vereinigung "freier Laoten", deren militärischer Flügel sich "Pathet Lao" nannte und enge Verbindungen zu den Kommunisten in Nordvietnam unterhielt. Als sich die Franzosen nach ihrer Niederlage im Indochinakrieg 1954 aus Südostasien zurückzogen, hatte der Pathet Lao schon weite Teile des Landes unter Kontrolle und intensivierte seinen Kampf gegen die Royalisten. in Vientiane wechselten die Regierungen beinahe so oft wie in Italien, zuweilen regierte sogar der Pathet Lao mit - doch als der Vietnamkrieg auch Laos erreichte, schwand jede Hoffnung auf Stabilisierung. Wohl schaffte es Souvanna Phouma, damals die beherrschende politische Figur des Landes, die Kommunisten 1974 in eine Koalitionsregierung einzubinden, aber die hielt gerademal bis zur Niederlage der USA in Vietnam. 1975 nahm der Pathet Lao Vientiane ein, die Monarchie wurde abgeschafft, das Land war nun eine "Demokratische Volksrepublik", beschützt und wirtschaftlich am Leben erhalten durch den Nachbarn Vietnam. Nach Friedensregelungen mit den anderen Nachbarn suchte Laos Anfang der 90er Jahre Anschluß an den Rest der Welt. Mit einigem Erfolg: 1995 kündigten die USA die Aufhebung des seit 20 Jahren bestehenden Wirtschaftsembargos an. 1996 sagte Japan Kredite zu.

Aktuelle Entwicklung: Laos bildet das Herzstück der Mekong-Ganges-Kooperation: Indien, Kambodscha, Myanmar, Thailand und Vietnam wollen kulturell, aber auch wirtschaftlich zusammenrücken. Von Japan finanziert, entstehen eine Nord-Süd-Trasse, in deren Südabschnitt allein 77 Brücken errichtet wurden, und ein Ost-West-Korridor für den Transit-Güterverkehr. Für Laos rückt dadurch ein Wasserzugang in Vietnam näher.

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