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Kirgisien oder Kyrgystan - das klingt nach Abenteuer wie Khubilai Khan, Timur-Leng oder wie all die Hordenführer aus Zentralasien hießen, die im Mittelalter bis weit nach Europa vorstießen. Doch weit gefehlt, die Kirgisier sind keine Mongolen, sondern ein Nomadenvolk aus Zentralasien und haben selbst unter den Hordenführern aus dem Osten gelitten. Sie wurden nämlich im 13. Jahrhundert von jenen aus ihren angestammten Siedlungsgebiet am oberen Jenissej vertrieben und zogen sich in die unwirtschaftliche Gebirgslandschaft des heutigen Kirgisiern zurück. Das Land liegt im Durchschnitt 2750 m hoch und wird von gewaltigen Hohenzügen eingefaßt: im Osten das Tienschan-Gebirge (bis zu 7400 m hoch), im Südwesten die nördlichen Ausläufer des Pamir-Alai-Gebirges. Nur wenige fruchtbaren Täler lassen Ackerbau und Viehzucht zu. Immerhin enthalten die Berge eine Reihe von Erzen, die Exporterlöse bringen. Das Land stand fast immer unter Fremdherrschaft. Erst kamen die Türken, dann die Mongolen. Nach den Mongolen kamen die Mandschus, nach den Mandschus die Chinesen und danach schließlich die Russen. Sie eroberten das Land und gliederten es 1876 dem russischen Kaiserreich ein. So erlebte Kirgisien alle Höhen und Tiefen zunächst des Zarenreiches und dann der UdSSR mit. Immer mehr Russen kamen ins Land und übernahmen fast alle Führungspositionen im Staat. Erst Gorbatschows Glasnost-Politik änderte die Situation. Es wurde öffentlich über Korruption diskutiert und schon 1988 wagte es die Presse, freier zu schreiben. Hinzu kamen gewalttätige Auseinandersetzungen mit Usbekistan über die Stadt Osch, die 1924 Kirgistan zugeschlagen wurde. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte sich Kirgistan 1991 für unabhängig. KP-Chef Absamat Massalijew war schon 1990 bei der Wahl für das neugeschaffene Präsidentenamt gescheitert und mußte dem Reformer Askar Akajew Platz machen. Der schlug einen radikal liberalen Wirtschaftskurs ein. die Folgen waren zunächst steigende Preise, sinkende Löhne und eine weitere Verarmung des Volkes. doch mit Hilfe des IWF und eines autoritären Führungsstiles bekam Akajew die Wirtschaft langsam in Griff und die Kirgisen honorierten das: 1995 wurde er mit 71,6% der Stimmen wiedergewählt. Kirgisiens Zukunftshoffnungen liegen auf dem Abbau von Gold. Joint-ventures mit ausländischen Partnern versprechen wirtschaftliche Modernisierungen. Die zahlreichen Flüsse sollen verstärkt für Wasserkraftwerke genutzt werden. Bei den Parlamentswahlen in Kirgisistan am 20.2.2000 sind die oppositionellen Kommunisten zur stärksten Partei geworden. Nach Auszählung der Stimmen lag die Kommunistische Partei mit 27,3 Prozent deutlich vor den Parteien der Regierungskoalition.Die vier regierungstreuen beziehungsweise zentristischen Parteien Union der Demokratischen Kräfte, Demokratische Frauenpartei, die Partei der Afghanistan-Veteranen sowie die Partei „Mein Land“ kamen auf insgesamt 44,2 Prozent. Die beiden nach der KP größten Oppositionsparteien waren von der Wahl ausgeschlossen worden. Es war die erste Wahl, bei der die Wähler über Kandidaten mit Parteizugehörigkeit abstimmen durften. Allerdings wurden lediglich 15 der insgesamt 105 Sitze im Zweikammern-Parlament über Parteilisten vergeben; um die übrigen 90 Mandate bewarben sich unabhängige Kandidaten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte die Einschränkung des Parteienspektrums bei der Wahl in Kirgisistan.

Im März 2005 wurde der Präsident Askar Akajew gestürzt und die Opposition übernahm die Macht.

Einen Monat vor der Präsidentschaftswahl ist es in Kirgisien erneut zu blutigen Unruhen gekommen. In der südlichen Stadt Osch hinderten am 14.06.2005 rund 500 bewaffnete Anhänger des Abgeordneten Bajaman Erkinbajew etwa 150 Demonstranten daran, das Büro des Politikers zu stürmen, wie Innenminister Murat Sutalinow dem Parlament berichtete. Die Polizei schritt ein, um ein Blutbad zwischen den beiden Gruppen zu verhindern.

Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew hat erwartungsgemäß das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für Mitte Dezember angesetzt. Kirgistans Staatschef habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet und als Wahltermin den 16. Dezember festgelegt, teilte einer seiner Sprecher am 22.10.2007 in Bischkek mit. Der Schritt war erwartet worden, nachdem die Kirgisen am Sonntag in einem Referendum mit einer Drei-Viertel-Mehrheit für eine Verfassungsänderung gestimmt hatten. Mit der Reform soll nach einer monatelangen politischen Krise in der zentralasiatischen Republik das Parlament gestärkt und die Macht des Präsidenten eingeschränkt werden.


Hintergrundberichte:

04.02.2009 Kirgistan droht mit Schließung von US-Stützpunkt - Zentralasiatische Republik bedankt sich auf diese Weise für einen Milliardenkredit aus Russland

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