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Am alten Seehandelsweg zwischen Arabien, Indien und China gelegen, war der Archipel über Jahrtausende hinweg offen für Einflüsse von außen. Es kam zur Bildung buddhistischer bzw. hinduistischer Reiche. Seit dem 13. Jh. konnte der Islam Fuß fassen, der durch Kaufleute via Indien und Arabien ins Land kam. Heute sind die meisten Indonesier Muslime. Anfang des 16. Jh. erschienen zunächst Portugiesen, später Spanier und gründeten Niederlassungen und Missionsstationen. Doch die europäische Eroberung im großen Stil begann erst 1602 , als die Holländer die "Vereinigte Ostindische Compagnie" gründeten und bald Portugiesen und Spanier verdrängten. Nach dem Bankrott der Compagnie 1799, die an den komplexen Aufgaben der Kolonisation scheiterte, übernahm die holländische Regierung deren Gebiet offiziell als Kolonie "Niederländisch Indien". Nach einem kurzen britischen Zwischenspiel (1811- 16) übernahmen die Niederländer erneut die Kontrolle. Antiniederländische Aufstände wurden niedergeschlagen. Gegen Ende des 19. Jh. entstand eine Nationalbewegung gegen die holländische Herrschaft. 1911 wurde die erste antikoloniale Partei gegründet. Verschärfte Repressionen der Holländer beantwortete der einheimische Politiker Sukarno 1927 mit der Gründung der Indonesischen Nationalpartei (PNI), die sich gezielt für die Unabhängigkeit einsetzte. Die Holländer nahmen Sukarno 1929 und 1937 gefangen. Von 1942- 45 wird Indonesien von japanischen Truppen besetzt. Auf die Unabhängigkeitserklärung der "Republik Indonesien" am 17. August 1945 reagiert Holland mit Waffengewalt, verzichtet aber Ende 1949 auf die Herrschaft über Indonesien. Sukarno wird zum Staatspräsidenten der 16 föderierten "Vereinigten Staaten von Indonesien" gewählt, die jedoch schon 1950 aufgelöst werden und einer zentralistischen "Republik Indonesien" Platz machen. Die ersten freien Wahlen 1955 führen zu keinen klaren Regierungsverhältnissen. Gleichzeitig erschüttern Aufstandsbewegungen das Land. 1959 löst Sukarno das parlamentarische System durch die "gelenkte Demokratie" ab und vertritt in der Folgezeit eine antiwestliche Politik, die von der wachsenden innenpolitischen Krise ablenken soll; er manövriert Indonesien in die Isolation. Mitte 1965 steckt das Land in einer schweren Wirtschaftskrise. Im Oktober 1965 übernimmt General Suharto- nach einem angeblichen kommunistischen Putschversuch, den er niederschlägt- die Macht. 1966 muß Sukarno Suhartos "Neuer Ordnung" Platz machen. Suharto regiert mit harter Hand, jegliche Opposition wird unterdrückt. In der Wirtschaftspolitik jedoch setzt er auf die liberale Karte und hat damit Erfolg. Das Land nimmt einen dramatischen Aufschwung. Suhartos Ende kommt mit der Wirtschaftskrise in Asien, als das Volk nicht mehr stillhält und die Studenten zu Tausenden auf die Straße gehen. Terror und Gewalt der Sicherheitskräfte können das Regime nicht mehr retten. Nachfolger Habibie verspricht freie Wahlen bis Ende 1999. Wird die Allgegenwart des Militärs und seine politische Sonderstellung erhalten bleiben, oder wird eine parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts eingeführt? Vieles wird von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Ein erster Schritt war das Umschulungsabkommen mit den wichtigsten Geldgebern vom 4. Juni 1998, wodurch der Staat mehr Handlungsfreiheit für Reformen gewann. Weitere Fragen: Wird sich die dominierende ökonomisch Rolle der Chinesen für diese auch politisch auszahlen? Wird Osttimor den von Habibie angekündigten Sonderstatus erhalten? Werden die Aufstände in anderen Landesteilen wie Irian Jaya friedlich gelöst? Im September fand in Ost-Timor eine Volksüberstimmung über die Selbstständigkeit des Gebietes statt, das mit einer überwältigenden Mehrheit für die Selbstständigkeit endete. Seitdem ist die Lage in Ost-Timur außer Kontrolle: pro-indonesische Paramilitärs machen Jagd auf alles, was sich bewegt. In freien Wahlen wurde Ende 1999 Abdurrahman Wahid zum Präsidenten Indonesiens gewählt. Den Kampf um die Loyalität der indonesischen Streitkräfte hat Präsident Abdurrahman Wahid entschieden - nun soll die Truppe auch auf einen demokratischen Kurs getrimmt werden. Nachdem der reformorientierte Generalmajor Agus Wirahadikusumah zum Chef der einst wegen ihrer Brutalität berüchtigten Eliteeinheit Kostrad ernannt wurde, sollen jetzt 40 demokratisch gesinnte Offiziere in den Generalsrang befördert werden. Nur vier entstammen der Armee, der Rest der Luftwaffe und der Marine. Die marschierende Truppe gilt als Hort von Anhängern des kürzlich kaltgestellten Sicherheitsminister Wiranto - dem wohl mächtigsten Gefolgsmann des Ex-Diktators Suharto. Die Neubesetzung der Führungsposten mit durchweg jüngeren und vor allem politisch unbelasteten Generälen ist jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer Erneuerung der Streitkräfte des südostasiatischen Inselreiches. Bedingt durch die Wirtschaftskrise und den Machtkampf nach dem Fall Suhartos, befinden sich die Streitkräfte in einem katastrophalen Zustand. Bei der Luftwaffe sind nur noch 40 Prozent der Maschinen einsatzbereit. Bei der Marine, die den mit 17.500 Inseln größten Archipel der Welt gegen hoch gerüstete Schmuggler und Piraten zu verteidigen hat, können allenfalls 20% der Schiffe auslaufen, als modernstes Kriegsgerät gelten dabei schon Korvetten aus den Beständen der ehemaligen NVA, die nach der Wiedervereinigung von Jakarta erworben wurden. Die Ausrüstung der Armee ist besonders veraltet, sie befindet sich nach Expertenmeinung teilweise sogar auf dem Stand des Zweiten Weltkrieges. Trotz dieser ersten demokratischen Entwicklungen geht die Terrorisierung der Bevölkerung in Ost-Timor durch pro-indonesische Milizen weiter. So wurden allein im März 2000 mehr als 30 Menschen getötet. Dem Konflikt zwischen Christen und Moslems sind nach indonesischen Angaben seit Januar 1999 mehr als 2000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 200.000 Menschen wurden nach Westtimor deportiert und der Großteil der Infarstruktur zerstört.

Mehr als 100 000 Tote, zehntausende Vermisste und Millionen Menschen von Seuchen bedroht: Die Flutkatastrophe vom 26.12.2004 in Asien wird zu einer Tragödie von immer größerem Ausmaß.

Weitere Infos zu der Katastrophe finden Sie hier.

Zwei Tage nach der Flutwellenkatastrophe in Indonesien am 17. Juli 2006 ist die Zahl der Toten erneut gestiegen. Bei dem Tsunami kamen mindestens 525 Menschen ums Leben, wie die indonesische Regierung in Jakarta mitteilte. Weitere 273 Menschen werden vermisst. Durch den Tsunami wurden rund 38.000 Menschen obdachlos, wie es hieß. Der Urlaubsort Panganderan an der Südküste von Java war am schlimmsten betroffen.

Die Flutwelle hatte die indonesische Region am Montag ohne Vorwarnung getroffen. Zwar hatte das Pazifik-Warnzentrum auf Hawaii Tsunami-Warnungen für Teile Indonesiens und Australien ausgegeben. Diese erreichten die Betroffenen aber nicht rechtzeitig, da ein örtliches Kommunikationssystem für die Region noch im Aufbau ist.


Hintergrundberichte:

18.07.2009 Die Rückkehr des Terrors - In der indonesischen Hauptstadt Jakarta sterben mindestens neun Menschen nach Bombenanschlägen auf zwei Luxushotels
27.01.2008 Einer der schlimmsten Diktatoren - Indonesiens Ex-Machthaber Suharto ist tot

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