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Bildung: Dem indischen Schulsystem ist nach der britischen Kolonialzeit der westliche Stil anzumerken. Die Schuluniformen verraten die Einflüsse aus England ebenso wie die Tatsache, dass alle Fächer, außer Hindu, in englischer Sprache unterrichtet werden.

Staatliche gebührenfreie Schulen sind in Indien die Regel. Für die Reicheren gibt es Privatschulen. Diese können auch mit Hilfe eines Stipendiums besucht werden.

Mit sechs Jahren kommen indische Schüler auf die Primary School, die unserer Grundschule entspricht. Anschließend folgt die Secondary und später die Senior Secondary School, welche man im Alter von elf bis 15 beziehungsweise mit 16 bis 17 Jahren besucht. Nach dem Erfolg an diesen Schulen können die Inder ein Studium an der Universität aufnehmen, um einen Abschluss in Kunst, Naturwissenschaften oder Handelswesen zu erhalten. Ebenso möglich ist ein Collegebesuch, um den Fachhochschulabschluss in den Bereichen Medizin oder Handwerk zu erlangen. Diese letzte Bildungsphase dauert je nach Schulform drei bis fünf Jahre.

In der reicheren Bevölkerung gilt eine gute Bildung durch eine Privatschule als Standard. Aber nicht überall in Indien ist Schule so selbstverständlich wie in der reichen Oberschicht oder wie für uns in Europa. In Indien lernen viele Kinder nie den für uns so normalen Schulalltag kennen. Sie müssen für die Familie Geld verdienen, um deren Überleben zu sichern. Man schätzt die Zahl der indischen Kinderarbeiter auf 70 bis 80 Millionen. Besonders häufig wird den Mädchen der Schulabschluss verweigert. Wenn die Eltern wenigstens einem Kind die Chance auf Bildung geben wollen, dann ist dies in der Regel der Sohn.

Der Schulbesuch scheitert aber auch dann häufig an den Transportmöglichkeiten zur Schule, an den Kosten für die vorgeschriebene Uniform oder für Schulmaterialien. Zudem müssten die Eltern auf ein zusätzliches Gehalt in der Familie verzichten. Kinder, die es mit Hilfe ihrer Eltern schaffen, all diese Hürden zu überwinden, sind jedoch häufig weiterhin mit Problemen konfrontiert: in den indischen Schulen sind sie der Diskriminierung durch finanziell besser gestellte Mitschüler ausgeliefert.

Die staatlichen Schulen Indiens sind unattraktiv, die Themen auf dem Lehrplan sind lebensfern und die Lehrer mit bis zu 60 Schülern pro Klasse überlastet. Häufig sind sie mangelhaft ausgebildet oder in den Dörfern so rar, dass der Unterricht reihenweise ausfällt. Ohne gesellschaftliche Reformen wird in Indien die Arbeit wohl weiterhin der Schule vorgezogen werden, von Eltern wie von den Schülern.

Kultur: Der indische Subkontinent ist einer der ältesten und vielfältigsten Kulturräume der Welt. Im 4. Jahrtausend v.Chr. entstand im heutigen Pakistan und im Nordwesten der Republik Indien die Harappkultur, die auch als Induskultur bezeichnet wird. Sie ist nach der mesopotamischen Kultur die zweitälteste Hochkultur der Welt. Ihre Träger kannten die Schrift und den Pflug, bauten Straßen und Städte aus Backsteinen und schlossen die Häuser an Kanalasitionssyssteme an. Um 1500 v.Chr. ging die Kultur unter. Ihr Erbe wirkte aber weiterhin im indischen Kulturrraum fort und mischte sich in den folgenden Jahrtausenden mikt Einflüssen aus China, Persien, Griechenland, den islamischen Kulturen, Südostasien und schließlich Großbritannien.

Die dominierende Alltags- und Festkultur Indiens ist von der hinduistischen Tradition bestimmt. Kulturelle Lebensäußerungen und religiöse Gebräuche sind eng mit dem täglichen öffentlichen und privaten Leben verwoben. Es ist der Anspruch orthodoxer Hindus, daß das moderne Indien Erbe einer einheitlichen hinduistischen Tradition ist und eben nicht aus einer kulturellen und religiösen Vielfalt entstanden ist. Parallel dazu besteht ein weitverbreitetes Selbstverständnis von Indien als gelungenem politischen Entwurf eines säkularen, toleranten Vielvölkerstaates.

Weltkulturerbe: Mahabodhi-Tempel von Bodh Gaya; Felsentempel von Ajanta; Höhlentempel Ellora; Rotes Fort in Agra; Tadsch Mahal in Agra; Sonnentempel von Konarak; Tempelbezirk von Mahabalipuram; Nationalpark Kaziranga; Wildschutzgebiet Manas; Nationalpark Keoladeo; Kirchen und Klöster von Goa; Tempelbezirk von Khajuraho; Tempelbezirk von Hampi; Mogulstadt Fatepur Sikri; Tempelanlage von Pattadakal; Höhlen von Elephanta; Tempel von Brihadisvara in Thanjavur; Nationalpark Sundarbans; Nationalpark Nanda Devi; Buddhistisches Heiligtum bei Sanchi; Grabmal Kaiser Humajuns in Delhi; Kutub Minar mit seinen Moscheen und Grabbauten in Delhi; Himalaja-Gebirgsbahn nach Darjeeling (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 0,9
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 3,7
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 0,6
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 0,9
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 56
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 540
Kinderunterernährung (in %) 46,77
Kinderarbeit (in %) 11
Armutsrate (in %) 34,7
HIV-Infektionsrate (in %) 0,9
Lebenserwartung Männer 63
Lebenserwartung Frauen 64

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