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Das "Land der Drachen", wie Bhutan unter seinen Bewohnern heißt, liegt versteckt hinter dem grandiosen Panorama des Himalaja und stellt auf dem indischen Subkontinent etwas Besonderes dar: die Ressourcen sind bescheiden und dennoch ist von der sonst für diese Region typischen krassen Armut wenig zu sehen und zu spüren. Alle Bewohner haben ihr bescheidenes Auskommen und Reichtum gilt nicht als erstrebenswert. 90% der Erwerbstätigen finden im landwirtschaftlichen Sektor ihre Arbeit. Technische Arbeiter haben einen noch geringen Stellenwert in Bhutan. So müssen Ausländer verpflichtet werden, auch für die Führungspositionen. Die Regierung unter "Drachenkönig" Wangchuk setzt weiter beharrlich auf die Mobilisierung der eigenen Ressourcen. Probleme schuf die 1985 begonnene Bhutanisierungskampagne, ein von der Regierung angeschobenes Programm zur Stärkung der traditionellen Kultur der alteingesessenen Bevölkerung. Aus Angst vor ethnischer und religiöser Überfremdung sollten Minderheiten vertrieben werden. Die Folge war eine Massenflucht der Hindus nach Nepal und Indien, wo viele der Flüchtlinge bis heute in Lagern lebt. Seitdem kommt es im Süden Bhutans immer wieder zu blutigen Unruhen. Die Beziehungen zu Nepal bleiben gespannt, zumal bereits die siebte Runde der Ministergespräche zwischen beiden Ländern ergebnislos verlaufen ist.

Das "Bruttosozialglück", sagt der König, ist wichtiger als das BIP und er meint: Schutz der Natur, Konsens statt Konkurrenz, Respekt vor Autorität, Einschluß statt Ausschluß. Gemessen an Sozialindikatoren wie Alphabetisierung, Pro-Kopf-Einkommen und Gesundheit steht Bhutan im regionalen Vergleich gut da. Und dennoch: "Wir spüren den Druck der Globalisierung", bekennt Außenminister Jigmi Thinley. Bhutan öffne sich "mit Bedacht". Seit 1999 gibt es Internet und Fernsehen. MTV, CNN, indische Soaps und Werbung laufen unzensiert. Der Service-Provider Druknet hat bereits 1800 Kunden. Tourismus und Handel werden durch ein Abkommen mit Thailand vom Mai 2001 beschleunigt. Druk Air, die wohl kleinste nationale Airlines der Welt, will häufiger nach Bangkok fliegen. Im Jahr 2000 kamen immerhin 7559 Besucher in das Königreich.

Im Himalaya-Königreich Bhutan sind am 31.12.2007 erstmals Wahlen abgehalten worden. Gut 40 Kandidaten bewarben sich um die zunächst zu vergebenden 15 Sitze im Oberhaus. Weitere fünf Oberhausmitglieder werden Ende Januar gewählt. Fünf Abgeordnete ernennt der König. Die Oberhausmitglieder dürfen keiner Partei angehören. Das Unterhaus soll im Frühjahr gewählt werden.

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