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Aserbaidschan ist antikes Kulturland, fand aber in der Vergangenheit nie zu nationaler Einheit und Unabhängigkeit. Perser, Griechen, Mongolen, Araber und Türken zogen durch das Land. Peter der Große eroberte 1723 Aserbaidschan vorübergehend für Russland. 1828 annektierten die Russen endgültig den Norden des Landes, während der Süden an Persien fiel. 1883 wurde die transkaukasische Eisenbahn ans Schwarze Meer vollendet, Baku entwickelte sich wegen des Ölreichtumes - die Hälfte der weltweiten Erdölproduktion - zu einer Industriemetropole im Russischen Reich. 1918 wurde Aserbaidschan unabhängige Republik, doch schon 1920 machte die Rote Armee der Unabhängigkeit ein Ende. Es entstand bis 1936 - zusammen mit Armenien und Georgien - die transkaukasische Sowjetrepublik. Der Zerfall der Sowjetunion begünstigte die Unabhängigkeit Aserbaidschans. Ethnische Konflikte flammten schon 1988 (Sumgait) auf, und mit Armenien kam es wegen den vorwiegend von Armeniern bewohnten Berg-Karabach zum Krieg. Das hemmte den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes ebenso wie die strategischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und den USA über die Transportwege für das aserbaidschanische Erdöl.

Das aserbaidschanische Parlament hat am 04.08.2003 in Baku den Sohn von Präsident Geidar Alijew, Ilcham Alijew, zum Regierungschef gewählt. Bei der Abstimmung, die von der Opposition boykottiert wurde, stimmten 101 der 105 anwesenden Abgeordneten für den 42-Jährigen , den bisherigen Vizepräsidenten der staatlichen Ölgesellschaft GNKAR. Damit zeichnet sich der erste Fall einer dynastischen Nachfolge in einer früheren Sowjetrepublik ab.

In Aserbaidschan haben am 04.06.2005 rund zehntausend Demonstranten einen Regierungswechsel gefordert. Der Protest in der Hauptstadt Baku verlief friedlich. Auf Transparenten war zu lesen "Wir wollen Freiheit", andere zeigten Bilder von US-Präsident George W. Bush. In einer Erklärung forderten mehrere Oppositionsparteien eine faire Behandlung ihrer Kandidaten in den kommenden Wahlen. Der Protest war von den Behörden erlaubt worden, nachdem vor rund zwei Wochen die USA und die EU das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen Teilnehmer an einer Demonstration in Baku scharf kritisiert hatten.

Die aserbaidschanische Präsidentengattin Mechriban Alijew tritt bei den Parlamentswahlen im November  an. Alijew steht auf der Kandidatenliste der Regierungspartei Neues Aserbaidschan, die am 16.08.2005 veröffentlicht wurde. Bislang engagierte sich die 40-jährige Ärztin vor allem karitativ und kulturell, etwa als Vorsitzende des Turnverbandes.

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