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Die medizinische Versorgung ist grundsätzlich gewährleistet, entspricht jedoch nicht immer europäischem Standard. Notfallversorgung ist in der Regel gegeben. Bei Behandlungen wird Barzahlung verlangt. Es gibt nicht immer feste Tarife für Ausländer. Ein großzügiges Trinkgeld verbessert die Versorgungslage im Krankenhaus erheblich, Quittungen für solche zusätzlichen Leistungen sind jedoch kaum zu erhalten. Einige Apotheken haben rund um die Uhr geöffnet. Bestimmte Medikamente aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Rußland, der Türkei und Osteuropa sind in Armenien erhältlich. Dennoch sollten ärztlich verordnete Medikamente im Rahmen des persönlichen Bedarfs, am besten mit ärztlichem Attest nachgewiesen, mitgebracht werden. Bestehen Zweifel daran, ob ein Medikament nach Armenien eingeführt werden darf (z. B. bei Medikamenten, die in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen), so wird die Kontaktaufnahme mit der Botschaft der Republik Armenien in Berlin empfohlen. Ein potentielles Malariarisiko besteht herdförmig in tiefergelegenen Regionen im Osten des Landes, seit neuestem auch in der Araratregion sowie im Grenzgebiet zu Iran. Sollten diese Regionen bereist werden, wird eine vorherige Beratung bei einem kompetenten Arzt über Prophylaxemöglichkeiten empfohlen. Bei Symptomen wie z. B. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) sollte stets auch an diese in Armenien seltene Erkrankung gedacht und ein Malariatest durchgeführt werden. Es wird empfohlen, vor Reiseantritt zusammen mit einem Arzt den Impfschutz zu überprüfen. Hierbei ist insbesondere auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Polio, Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A zu achten (Auffrischungsimpfungen alle 10 Jahre). Bei besonderer Exposition können folgende weitere Impfungen empfohlen sein: Hepatitis B (z.B. Langzeitaufenthalte), Typhus (z. B. Aufenthalt unter einfachen hygienischen Bedingungen), Tollwut (z.B. Langzeitaufenthalt, Tierkontakte). Reisen über Land Von Reisen in die Grenzgebiete zu Aserbaidschan wird abgeraten, vom Befahren des Abschnitts Nojemberjan-Idschewan der H26/M4 dringend abgeraten. Dort kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Schusswechseln. Weiter im Landesinneren liegende Straßenverbindungen sollten bevorzugt werden. In Teilen der Grenzgebiete besteht Minengefahr. Kommunikation Die armenischen Mobilfunkanbieter Armentel und Vivacell haben Roamingabkommen mit den folgenden deutschen Anbietern abgeschlossen: E-plus, O2 und T-Mobile (Armentel), E-plus und Vodafone (Vivacell). Ob Sie die Roamingfunktionalität mit ihrem Handy in Armenien tatsächlich nutzen können, erfahren Sie von Ihrem deutschen Mobilfunkanbieter. Für längere Aufenthalte kann für wenige Euro eine armenische Prepaid-SIM-Karte gekauft werden. Darüberhinaus ist es relativ preiswert, von Postämtern oder Internetcafés aus Auslandsgespräche zu führen. Geld / Kreditkarten US$-Noten neueren Datums und Euro können getauscht werden. Preise werden gelegentlich noch in US$ angegeben, aber die Bezahlung sollte in der armenischen Landeswährung, dem Dram (AMD), erfolgen. Die Annahme ausländischer Währungen ist Geschäften und Dienstleistern nicht gestattet. In der Eriwaner Innenstadt gibt es zahlreiche Geldautomaten, an denen man mit Kreditkarten und deutschen EC-Karten Dram abheben kann. Außerhalb von Eriwan ist die Bargeldversorgung über Geldautomaten nur in wenigen größeren Städten (z. B. in Gjumri und Wanadsor) möglich; es wird empfohlen, Reisen außerhalb der Hauptstadt nur mit ausreichenden Bargeldreserven anzutreten. Standorte von Geldautomaten des Visa- und des MasterCard/Maestro-Netzwerks können folgenden Webseiten entnommen werden. Einige Restaurants, Geschäfte und Hotels für gehobene Ansprüche akzeptieren gängige Kreditkarten. Es kommt jedoch besonders außerhalb der Hauptstadt gelegentlich zu technischen Schwierigkeiten; in diesen Fällen ist nur Barzahlung möglich. Geldversorgung im Notfall Sie können sich auf folgenden Wegen Geld aus Deutschland überweisen lassen: - per Western Union (binnen Stunden) In Deutschland können Einzahlungen u. a. bei der Postbank (Tel. 01 80/303 03 30, http://www.postbank.de/ ) und der Reisebank (an größeren Bahnhöfen und Flughäfen; Tel. 0180/522 5822 0,12 /min, http://www.reisebank.de/ ) erfolgen. In Armenien können Sie das Geld dann z. B. bei den Filialen der Armeconombank, der VTB-Bank oder der Unibank abholen. Diese und weitere Western-Union-Agenturen gibt es auch in vielen kleineren Städten Armeniens. Alle erforderlichen Informationen, auch Anschriften von Western-Union-Agenturen in Deutschland und Armenien, finden Sie hier. - per SWIFT-Überweisung an eine armenische Bank (Dauer ca. 2-3 Tage) Fast alle Banken in Armenien sind an das SWIFT-Netzwerk angeschlossen. Sie sollten sich vorher bei der empfangenden Bank informieren, ob Ihnen dorthin Geld überwiesen werden kann und welche Angaben (u. a. SWIFT-Adresse, auch BIC genannt) erforderlich sind. Naturkatastrophen Armenien liegt in einer seismisch aktiven Zone, es kann jederzeit zu Erdbeben kommen. Hinweise zum Verhalten bei Erdbeben finden Sie z. B. im Internetangebot des Geoforschungszentrums Potsdam. Sitten & Bräuche Stromknappheit und Wirtschaftskrise haben das Nachtleben sehr eingeschränkt. Von den zahlreichen Amateurgruppen, 14 professionellen und 25 halbprofessionellen Theaterensembles sind nur wenige übriggeblieben. In Jerewan befindet sich eine große Konzerthalle, die momentan kaum genutzt wird. Diverse Kunstgewerbeartikel aus Seide, Keramik und Holz sowie Gemälde werden in Jerewaner Galerien verkauft. Antiquitäten wie Ikonen, Läufer und Teppiche sind sehr teuer und können nur mit einer besonderen Genehmigung exportiert werden. Diese erhält man nur, wenn der Kauf in einem offiziellen Laden und nicht auf einem Markt oder von einer Privatperson getätigt wurde. Obwohl sich die armenische Wirtschaft erst langsam entwickelt, werden laufend neue Geschäfte eröffnet. Waren aller Art werden am Vernisaj-Flohmarkt in Jerewan angeboten, der bei Touristen sehr beliebt ist. Das Personal in Restaurants erwartet Trinkgeld, zum Teil schon im voraus. Fahrpreise in Taxis sollten grundsätzlich vor der Abfahrt vereinbart werden. Es ist ratsam, sich im voraus über die üblichen Tarife zu informieren. Gleiches gilt für Marktstände usw. Das gesellschaftliche Leben spielt sich im eigenen Heim ab, Einladungen werden gern ausgesprochen. Armenier sind großzügig und gastfreundlich. Gästen werden trotz aller Knappheit üppige Mahlzeiten vorgesetzt, und ein ums andere Mal werden die Gläser auf das Wohl der Gäste geleert. Eine kleine Aufmerksamkeit wie Blumen, Schokolade oder eine Flasche Importwein wird gern gesehen. Zur Begrüßung gibt man sich die Hand. Visitenkarten werden nicht nur bei geschäftlichen Treffen, sondern generell auch häufig bei der ersten Begegnung mit jemandem überreicht. Die Gespräche kreisen zwangsläufig um die Politik, jedoch ist Zurückhaltung angebracht. Angesichts der steigenden Kriminalität sollte man Wertgegenstände nicht »zur Schau stellen«. Die Grenze für Alkohol am Steuer liegt bei 0 . Waffen- und Drogenbesitz sowie Prostitution stehen unter Strafe. Fotografieren sowie Anfertigung von Videoaufnahmen militärischer und polizeilicher Einrichtungen (auch der Grenzübergänge) sollten unterbleiben.
FLUGZEUG: Jerewan hat einen kleinen Inlandflughafen, der eingeschränkte Flugdienste innerhalb Armeniens bietet. Benzinknappheit ist ein großes Problem. Bei der Ausreise über den Flughafen Swartnoz ist vor dem Einchecken die
Flughafengebühr von 10.000 Dram in bar zu entrichten. Obwohl der Zustand der Straßen langsam besser wird, gibt es nach wie vor viele Gefahrenquellen. Hierzu gehören u. a. defekte Ampeln, fehlende Kanaldeckel, unzureichende Ausschilderung, fehlende Leitplanken, sowie Erdrutsche, die besonders nach Regenfällen auftreten können, da Straßengräben bzw. Kanalisation insbesondere auf Bergstraßen meist fehlen. Steinschlag-Warnschilder sollten ernst genommen werden. Es gibt insgesamt 15 329 km Straßen, von denen 12 800 km asphaltiert sind. Der Straßenzustand ist oft auch auf Hauptverbindungsstraßen sehr schlecht. Benzin und Diesel sind knapp und teuer, was sich auch auf den früher preiswerten und guten öffentlichen Nah- und Fernverkehr auswirkt. Es ist üblich, nicht nur Taxis, sondern auch private Pkws anzuhalten und um Mitfahrgelegenheit zu bitten. Busse verbinden die größeren Städte. Die Ausfuhr von Antiquitäten und Kunstgegenständen (z. B. Teppiche, Bilder) unterliegt Beschränkungen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen über nationales Kulturgut Armeniens. Exportgenehmigungen sind einfach zu erhalten. Verstöße gegen die Ausfuhrbestimmungen können zu Gefängnisstrafen führen. |
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