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Bereits im 3. Jahrhundert christianisiert, wurde das Land an der ethnischen Grenze zwischen Slawen und Muslimen von Römern, Persern, Arabern, Mongolen und Russen erobert. 1828 verleibte sich Russland den Norden des Landes ein. 1915 deportierten Türken Armenier aus dem Grenzgebiet in die mesopotamische Wüste, eine Million Menschen kamen um. 1918/19 unabhängig, wurde das Land 1920 von den Bolschiwiki übernommen und 1922 in die UdSSR eingegliedert. Der Konflikt um Berg-Karabach, eine armenisch-christliche Enklave im muslimischen Aserbaidschan, eskalierte 1988 zum Krieg mit Aserbaidschan. 1994 wurde nach großen armenischen Eroberungen ein Waffenstillstand erreicht. Der 1991 gewählte Präsident Ter-Petrossjan stimmte einem Friedensplan der OSZE zu, über den auch Aserbaidschan zu reden bereit war. Petrossjan mußte demissionieren. Sein Nachfolger wurde 1998 ein Hardliner aus Karabach, womit der Friedensplan wieder in Frage gestellt ist. Das außenpolitisch isolierte Land leidet unter einer Wirtschaftskrise, die durch eine Blockade Aserbaidschans verschärft wird. Die Türkei läßt nur Verbindungen über den Luftweg zu. Im Konflikt um die Kaukasus-Enklave Berg-Karabach ist nach mehr als zehn Jahren eine Lösung in Sicht. In Geheimgesprächen auf höchster Ebene sollen sich nun die Präsidenten Armeniens und Aserbaidschans, Robert Kotscharjan und Gejdar Alijew, auf einen Gebietstausch geeinigt haben. Armenien tritt die südliche Provinz Meghri an der iranischen Grenze und ein kleines Teilstück Karabachs an die Aseri ab, dafür erhält es den Rest der Bergregion mitsamt einem Korridor. Aserbaidschan bekäme dadurch wieder Zugang zu Nachitschewan, einer von Armenien umgebenen Exklave. Der Kompromiss kam auf Druck der USA zu Stande, die wie die Türkei an einer Beilegung aller Konflikte im südlichen Kaukasus interessiert ist - wegen der Ölvorkommen im Kaspischen Meer. Herrscht Frieden in Karabach, könnte die geplante Pipeline von Baku zum Mittelmeer durch Armenien verlegt werden, ohne Umweg über Georgien. Russland wäre der Verlierer des Deals: es hatte bislang die Armenier gegen die mit der Türkei verbündeten Aseri unterstützt und den Konflikt zwischen den verfeindeten Ländern nach Kräften geschürt. Nach einem Friedensvertrag und einer armenisch-türkischen Annäherung würde es seine letzte Kaukasus-Bastion verlieren. |
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