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Politisches System Venezuela ist nach der Verfassung von 1999 ein demokratischer Bundesstaat mit 23 Einzelstaaten und dem Hauptstadtdistrikt. Die Verfassung enthält einen umfassenden Grundrechtskatalog. Die Todesstrafe ist abgeschafft. Die Mitwirkung der Bürger am politischen Prozess soll durch Elemente der direkten Demokratie gesichert werden. Die ausführende Gewalt liegt beim Präsidenten der Republik und seiner Regierung. Der Präsident wird in direkter Wahl in einem Wahlgang auf sechs Jahre gewählt, mit der Möglichkeit der einmaligen Wiederwahl. Amtsantritt des Präsidenten ist der 15. Januar des auf die Wahlen folgenden Jahres. Die laufende Amtszeit des Präsidenten geht bis Januar 2007. Der Präsident kann nach Ablauf der Hälfte seiner Amtszeit per Referendum abberufen werden. Er ernennt und entlässt den Vizepräsidenten sowie die Minister seines Kabinetts. Die gesetzgebende Gewalt übt die Nationalversammlung aus, deren Abgeordnete auf fünf Jahre für höchstens drei Amtszeiten gewählt werden. Die Wahlbeteiligung liegt i.d.R. bei knapp über 50%. Regionale und kommunale Selbstverwaltung sind unvollkommen verwirklicht. Die Einzelstaaten verfügen nur über einen geringen finanziellen Spielraum. An der Gesetzgebung sind sie seit der Abschaffung des Senats durch die Verfassung von 1999 praktisch nicht mehr beteiligt. Der "Consejo Federal de Gobierno" (Bundesrat) hat lediglich beratende Funktionen. Das Parteiensystem hat durch den von Präsident Hugo Chávez betriebenen Prozess der innenpolitischen Umgestaltung einen tiefgreifenden Wandel erfahren. Die früher dominierenden Parteien "Acción Democratica" (sozialdemokratisch) und COPEI (christlich-sozial) mussten einen massiven Bedeutungsverlust hinnehmen. Beide Parteien gehören heute zusammen mit mehreren neuen Parteien und Organisationen der Zivilgesellschaft dem Oppositionsbündnis Coordinadora Democrática" an. Eine wachsende Rolle kommt der jungen Partei "Primero Justicia" zu. Die Regierungskoalition wird von dem von Hugo Chávez gegründeten "Movimiento Quinta República" angeführt. Kleinerer Koalitionspartner ist die links-populistische Partei "Podemos", eine Abspaltung des altlinken "Movimiento al Socialismo". Die neue venezolanische Verfassung von 1999 stellt neben die drei klassischen Gewalten die "Bürgergewalt" und die "Wahlgewalt". Die Bürgergewalt ist ein Dreiergremium, das als ethisch-moralische Instanz die Funktionsausübung innerhalb der öffentlichen Verwaltung überwachen, d.h. Machtmissbrauch und Korruption bekämpfen soll. Die "Wahlgewalt" ist ein Fünfergremium, das alle Wahlen politischen Charakters durchzuführen hat. Die Existenzgrundlage der indigenen Urbevölkerung, deren Zahl offiziell auf 316.000 geschätzt wird, ist in vielfältiger Weise gefährdet, u.a. durch vordringende Goldgräber und Großgrundbesitzer. Die Verfassung von 1999 sichert der indigenen Bevölkerung umfassende Rechte zu. Gerichtswesen 1 Oberster Gerichtshof; in jedem Bundesstaat Orts- und Kreisgerichte und höhere Gerichte Die Rechtsprechung wird vom Obersten Gerichtshof, gleichzeitig Verfassungsgerichtshof, und nachgeordneten Gerichten ausgeübt. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Justiz ist gering. Immer wieder werden Sicherheitskräften z.T. schwere Übergriffe vorgeworfen. Verwaltung 22 Bundestaaten (Amazonas, Anzoategui, Apure, Aragua, Barinas, Bolivar, Carabobo, Cojedes, Delta Amacuro, Falcon, Guarico, Lara, Merida, Miranda, Monagas, Nueva Esparta, Portuguesa, Sucre, Tachira, Trujillo, Vargas, Yaracuy, Zulia), 1 Distrikt (Distrito Federal), 1 abhängiges Gebiet (Dependencias Federales)Regierungsparteien Partido Socialista Unido de Venezuela PSUV, sozialistisch-nationalpopulistisch, Patria Para Todos (PPT, sozialistisch); Partido Comunista de Venezuela (PCV, kommunistisch), 3 Vertreter der indigenen Völker (PSUV-nahestehend). Seit der Ankündigung des Staatspräsidenten im August 2007, die Verfassung zu refomieren, hat sich eine Partei zur regierungskritischen Gruppierung gewandelt: Por La Democracia Social - Podemos (linksozialdemokratisch) Oppositionsparteien (nicht im Parlament vertreten) Movimiento al Socialismo (MAS), links-populistisch; Acción Democrática (AD), sozialdemokratisch, stellte mehrere Präsidenten; Proyecto Venezuela (PV), konservativ; Comité de Organización Política Electoral del Pueblo Independiente (COPEI), christlich-sozial, stellte mehrere Präsidenten; Primero Justicia (PJ), rechtsliberal; Un Nuevo Tiempo (UNT), sozialdemokratisches Personenbündnis; La Causa R, links-populistisch Gewerkschaften Confederación de Trabajadores Venezolanos (CTV, 1936 gegründet, dem
Internationalen Bund Freier Gewerkschaften angeschlossen), Teil der Opposition Mitgliedschaft in internationalen Organisationen UNO mit Unterorganisationen, Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem (SELA), OPEC, G 77, G 15, Amazonaspakt, Gemeinschaft Karibischer Staaten, Südamerikanische Union (UNASUR), Mercosur Einreise Reisedokumente Bei der Einreise ist ein 6 Monate über die vorgesehene Aufenthaltsdauer hinaus gültiger deutscher Reisepass mitzuführen. Die Einhaltung dieser Bestimmung wird in letzter Zeit schärfer kontrolliert und kann bei Nichtbeachtung zur Einreiseverweigerung führen. Anerkannt werden auch Kinderausweise/ -pässe, sofern sie ein Lichtbild enthalten. Bei Einreise auf dem Luftweg wird jedem Touristen eine Einreisekarte im Flugzeug ausgehändigt, die zu einem Aufenthalt von i.d.R. bis zu 60 Tagen, nach unterschiedlicher Handhabung der venezolanischen Einreisebehörden gelegentlich auch länger, berechtigt. Das grüne Doppel muss der Passinhaber bei der Ausreise wieder abgeben. Visum Visumpflicht für die Einreise nach Venezuela besteht nur noch für Anreisen mit einem Segelschiff, Einreisekategorie Embarcaciones Deportivas. Ausreisesteuer Bei der Ausreise per Flugzeug müssen eine Flughafengebühr sowie eine Ausreisesteuer von z.Zt. zusammen 54 US-Dollar entrichtet werden, sofern sie nicht schon im Preis des Flugtickets enthalten sind. Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern.
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