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Auf seiner dritten Reise kam Kolumbus 1498 nach Venezuela, die Landnahme durch die Spanier ging allerdings nur langsam vor sich. Erst 1523 wurde Cumana als erste spanische Siedlung erreichtet.Venezuelas Kreolen, angeführt von Simon Bolivar, waren die Speerspitze der amerikanischen Bewegung für die Loslösung von Spanien. 1811 wurde die Unabhängigkeit erklärt, doch erst die Schlacht von Carabobo brachte 1821 die endgültige Befreiung. Bolivar vereinigte seine Heimat mit Kolumbien und Ecuador zur Republik Groß-Kolumbien, die jedoch nicht lange währte. 1830 wurde Venezuela unabhängige Republik. Bis in die 40er Jahre dieses Jahrhunderts wechselten sich meist Militärdiktaturen in der Führung des Landes ab. Die Wahl von Romelu Betancourt 1958 zum Präsidenten markierte endgültig den Beginn der Demokratie. Die Öl- und Eisenerzindustrie wurden 1975 und 1976 verstaatlicht. Die staatseigene Industrie wurden stark ausgebaut. Dennoch kam das Land nicht zur Ruhe: zu viele und zu unterschiedliche Interessenten vor allem aus dem Ausland schürten immer wieder Unzufriedenheit, finanzierten Aufstände und verursachten Putschversuche. Die Folge waren Inflation, wirtschaftlicher Abschwung und wachsende Kriminalität. Venezuelas linksgerichteter Präsident Hugo Chavez wird zunehmend eine Gefahr für die ganze Region. Nach seinem überwältigenden Sieg bei den Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung hebelt der Ex-Putschist jetzt systematisch die demokratischen Institutionen des Landes aus. Außerdem mischt er sich in den Bürgerkrieg in Kolumbien ein. Der Populist, der sich auf den Freiheitskämpfer Simon Bolivar beruft, pflegt gute Kontakte zur marxistischen Guerrilla Farc. Die Aufständischen gaben am 07. August 1999 ein venezolianisches Verkehrsflugzeug samt Passagieren und Crew zurück, das angeblich von Chavez-Gegnern nach Kolumbien entführt worden war. Jetzt will Chavez sich mit den Rebellenführern des Nachbarlandes treffen. Er verprellt damit die Regierung in Bogata und durchkreuzt die Strategie der US-Regierung in der Region. Washington drängt hinter den Kulissen auf eine gemeinsame Intervention der Nachbarländer in Kolumbien, um den Vormarsch der Guerilla einzudämmen. Nach der Auflösung der Verfassungsversammlung und des Parlaments wurde am 1.2.2000 in Venezuela ein 21-köpfiger »Minikongress« geschaffen, der bis zur Wahl eines neuen Parlaments (voraussichtlich im Mai 2000) die Gesetzgebung wahrnimmt. Mitglieder des Gremiums sind fast ausnahmslos Anhänger von Präsident Hugo Chavez (45). Die Verfassungsversammlung hatte sich am 30.1.2000 planmäßig nach sechsmonatiger Arbeit aufgelöst. Sie hatte der Korruption verdächtige Richter entlassen, ein Grundgesetz für das Land entworfen und Präsident Chavez bei der Umsetzung seiner »sozialen Revolution« geholfen. Die im Juli 1999 gewählte Versammlung hatte die Kompetenzen des Parlaments stark beschnitten. Nach der Zustimmung zur neuen Verfassung beim Referendum im Dezember 1999 war das bisherige Parlament aufgelöst worden.

Ein Generalstreik hat am 11.12.2001 große Teile des Wirtschaftslebens in Venezuela lahm gelegt. Die meisten Betriebe blieben geschlossen, der Nahverkehr funktionierte nur eingeschränkt, lediglich der staatliche Ölsektor arbeitete normal weiter. Der größte Streik seit dem Sturz der Militärdiktatur vor 43 Jahren richtete sich gegen ein Paket von Wirtschaftsreformen, das der seit drei Jahren amtierende Staatspräsident Hugo Chavez per Dekret durchsetzen will.

Venezuela hat seine Truppen an der Grenze zu Kolumbien verstärkt. Aus Kreisen der Streitkräfte wurden am 17.01.2005 aber Spekulationen zurückgewiesen, die Verlegung der 120 Soldaten am Wochenende könne etwas mit den Spannungen mit dem Nachbarland zu tun haben. Damit solle lediglich der Schmuggel von billigem Benzin nach Kolumbien verhindert werden, erklärte General Jaime Escalante.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und Kolumbien sind seit der Entführung eines kolumbianischen Rebellen aus Venezuela im Dezember arg belastet. Die Regierung in Bogota hatte zugegeben, die Kopfgeldjäger heimlich mit dem Kidnapping von Rodrigo Granda beauftragt und dafür bezahlt zu haben. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez forderte eine förmliche Entschuldigung von Kolumbien. Diese Forderung wurde am 03.02.2005 vollzogen. Einen Hintergrundbericht dazu lesen Sie hier.

Bei einem gemeinsamen Fernsehauftritt am 22.08.2005 haben die Präsidenten Kubas und Venezuelas, Fidel Castro und Hugo Chavez, Vorwürfe aus den USA zurückgewiesen, sie destabilisierten Südamerika. "Der US-Imperialismus ist die größte Last, die die Welt zu tragen hat", sagte Chavez. Ebenso wie der panamaische Präsident und die Premierminister mehrerer karibischer Staaten hatte Chavez in Kuba an einer Zeremonie teilgenommen, bei der 1 600 Mediziner aus ganz Südamerika, die kostenlos in Kuba studieren durften, ihr Diplom erhielten.

Venezuela strebt angeblich den Besitz von Atomtechnik an. Die Regierung von Präsident Chavez habe dafür mehrere Länder kontaktiert, darunter Iran, berichtete die Washington Times am 18.10.2005 unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten. Es gebe aber keine eindeutigen Hinweise dafür, dass Caracas auch ein militärisches Atomprogramm anstrebe.

Bei den von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottierten Parlamentswahlen am 04.12.2005 in Venezuela haben sich rund drei Viertel der Stimmberechtigten enthalten. Wie die Wahlbehörde in einem ersten Auszählungsbericht weiter mitteilte, verlief der Urnengang ohne nennenswerte Zwischenfälle. Alle Parteien räumten vor der Bekanntgabe genauerer Zahlen ein, daß die Koalition des linksnationalistischen Präsidenten Hugo Chávez in der kommenden fünfjährigen Legislaturperiode wohl alle 167 Sitze der Nationalversammlung besetzen wird.

Die Opposition stellte die Legitimität der Wahlen und des künftigen Parlaments in Frage. Der neue Kongreß werde nicht die Mehrheit der Stimmberechtigten vertreten, sagte Henry Ramos, Generalsekretär der größten Oppositionspartei Acción Democrática. Maria Machado von der einflußreichen Anti-Chávez-Bürgerinitiative Sumate erklärte: "Die Wahlergebnisse zeigen den Venezolanern und der ganzen Welt, daß es in unserem Land ab heute weniger Demokratie gibt." Insgesamt waren 14,5 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen.

Der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur hat bei einem Gipfel in Caracas am 05.07.2006 Venezuela als fünftes Vollmitglied aufgenommen. Mit dem Neuzugang gehören nun 250 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von zusammen mehr als einer Billion Dollar zum Mercosur. Das entspricht drei Vierteln der Wirtschaftskraft Südamerikas.

Venezuelas Parlament hat Präsident Hugo Chavez für 18 Monate mit Sondervollmachten ausgestattet, um ihm die Umsetzung seiner Politik zu erleichtern. Die Abgeordneten - wegen des Boykotts der Wahl 2005 durch die Opposition ausschließlich Chavez-Anhänger - stimmten am 19.01.2007 einstimmig für ein Ermächtigungsgesetz, wonach Chavez per Dekret regieren kann.

Venezuela setzt seine Politik zur Verstaatlichung strategisch wichtiger Wirtschaftsbereiche fort. Die Regierung von Präsident Hugo Chavez schloss am 13.02.2007 eine Vereinbarung zur Übernahme des 28,5-Prozent-Anteils des US-Telekommunikationskonzerns Verizon an der venezolanischen Telefongesellschaft CANTV für 572 Millionen Dollar. Die linksgerichtete venezolanische Regierung hatte erst in der vergangenen Woche für 739 Millionen Dollar die Übernahme der 82-prozentigen Beteiligung an dem privaten Energieunternehmen Electricidad de Caracas unterzeichnet, die von dem US-Konzerns AES gehalten wurde. Venezuelas Außenminister Maduro betonte indessen, dass sein Land weiterhin Erdöl an die USA liefern wolle.

Nach seiner Niederlage beim Verfassungsreferendum hat Venezuelas Präsident Hugo Chavez Selbstkritik geübt. "Vielleicht sind wir nicht reif genug, um ohne Furcht mit dem sozialistischen Projekt zu beginnen", sagte er am 04.12.2007 im Fernsehen. Eine knappe Mehrheit von 50,7 Prozent der Bürger hatte Chavez' Projekt einer sozialistischen Verfassung abgelehnt.

Die US-Regierung hat eine mögliche Verletzung venezolanischen Luftraums durch ein US-Kampfflugzeug eingeräumt. Eine Militärmaschine könnte am 17.05.2008 bei einem Einsatz gegen den Drogenhandel vor der Karibikinsel Curacao versehentlich in den Luftraum eingedrungen sein

Dem Piloten sei ein Navigationsfehler unterlaufen, den er umgehend den venezolanischen Behörden mitgeteilt habe, teilte das US-Außenministerium am Montag in Washington mit. «Er hat den venezolanischen Tower kontaktiert und seinen Fehler gemeldet, außerdem hat er erklärt, sofort in internationalen Luftraum zurückzukehren», hieß es in der Mitteilung der US-Regierung. Der Austausch sei «höflich und professionell» verlaufen.

Der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro hatte zuvor angekündigt, dass man den US-Botschafter in Caracas wegen des Vorfalls einbestellen wolle. Die Regierung des linksnationalistischen Präsidenten Hugo Chávez wirft den USA vor, die Lage in Venezuela destabilisieren zu wollen.


Hintergrundberichte:

16.02.2009 Venezuela ebnet Chavez Weg für weitere Amtszeit - Im zweiten Anlauf Mehrheit für Verfassungsänderung
22.01.2009 "Heiße Ecke" gegen "tapferes Volk" - Präsident Chavez will eine weitere Amtszeit
23.12.2008 Der Präsident in seinem Labyrinth - In Venezuela macht eine Verschwörungstheorie die Runde, für die sich auch Staatschef Hugo Chavez interessiert: Simón Bolívar, der Befreier Südamerikas, soll ermordet worden sein
17.02.2008 Schlangestehen für Milch und Bohnen -In Venezuela werden Lebensmittel knapp. Regierungskritiker sehen Chavez’ Preispolitik als Ursache
30.11.2007 Ja oder Nein zu Chavez' Revolution - Venezuela stimmt über eine Verfassungsänderung ab

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