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Bildung: Venezuela verfügt über ein differenziertes staatliches und privates Schul- und Hochschulsystem. Das venezolanische Hochschulsystem ist im lateinamerikanischen Vergleich gut, im staatlichen Schulsystem gibt es Defizite. Schulpflicht besteht für neun Jahre, die Präsenzrate liegt im Durchschnitt aber nur bei 60 % der schulpflichtigen Kinder. Die Analphabetenrate liegt nach offiziellen Angaben knapp unter 10%. Die Regierung Chávez versucht, durch die Einrichtung von inzwischen 2000 sogenannten "bolivarianischen Schulen" diesem Missstand abzuhelfen. Während das private Schulsystem in Venezuela kostenpflichtig ist, erweiterte der Staat mit dem bolivarischen Schulsystem seit 2003 das kostenlose staatliche Schulsystem, welches aber noch schwere Defizite erkennen lässt. Das bolivarische Bildungssystem richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Schulpflichtige. Die Erwachsenenbildungsprogramme sind in so genannten misiones organisiert. Sie sind nach dem Generalstreik im Frühjahr 2003 angelaufen und werden dezentral angeboten: Mision Robinson ist ein Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene, an dem bis 2005 1,5 Million Personen teilgenommen haben. Die mision bietet außerdem Kurse zur Erlangung eines Primarschulabschlusses (6. Klasse) an. An diesen Kursen haben im Jahr 2005 600.000 Personen teilgenommen. Mision Ribas ist ein Erwachsenenbildungsprogramm zur Erlangung eines Sekundarschulabschlusses (Abschluss nach der 11. Klasse). Mision Sucre hat die Hochschulausbildung zum Inhalt. 2003 wurde die Universität bolivariana gegründet, an der im Gegensatz zur nationalen Uni alle Interessenten mit Sekundarschulabschluss studieren können. An dieser Uni existieren zur Zeit 11 entwicklungstechnisch relevante Studiengänge (z.B. Gemeindemedizin, Sozialarbeit, Pädagogik, Jura). Die Ausbildung besteht paritätisch aus universitären und praktischen Anteilen. Da die bolivarianische Uni nicht alle Interessenten aufnehmen kann, wurden dezentral Studierzirkel eingerichtet, die von Dozenten, Studenten höherer Semester sowie über Fernkurs versorgt werden. Die dezentrale Hochschulausbildung ist der Inhalt der Mision Sucre. In den Armenvierteln werden bolivarianische Vorschulen, Grundschulen und Sekundarschulen errichtet. Die Schulen sind perspektivisch als Ganztagsschulen konzipiert. An der Konzeption der Schulen sollen alle Beschäftigten (Lehrer, Psychologen und Handwerker) beteiligt werden. Die Schulen sollen Schulkleidung, 2 Mahlzeiten am Tag und die medizinische Versorgung der Kinder bereitstellen. Lerninhalte sind nicht nur die gewöhnlichen Schulfächer, sondern auch die Bewältigung des Alltags. Im Jahr 2003 wurden 2800 neue Schulen gegründet, in denen die Konzeption teilweise schon verwirklicht ist. Kultur: Die Hauptstadt Caracas besitzt ein reges Kulturleben mit einigen Prestigeeinrichtungen von guter Qualität (Museen, Orchester, Ballett); im Landesinneren ist das kulturelle Leben dagegen weniger entwickelt. Soziales
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