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Als die ersten europäischen Siedler im 16. Jahrhundert nach Nordamerika kamen, lebten auf dem Gebiet der USA rund 800 000 Indianer. Diese Indianer gehörten verschiedenen Stämmen wie den Cherokee, Sioux, Cheyenne, Najavo und Apachen an. Während ihres Trecks nach Westen im 19. Jahrhundert vernichteten die Siedler aus Europa systematisch die einheimische Bevölkerung, die sich in Reservate in der Westhälfte des Landes zurückzog.

Nach der Ankunft der Europäer erfolgte der nächste Einwanderungsstrom im ersten und zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts: zahlreiche schwarze Sklaven wurden ins Land gebracht, die man als Arbeiter auf den Tabak- und Baumwollplantagen in den Südstaaten einsetzte. Auch nach dem Verbot der Sklaverei 1808 ging der Handel weiter. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten zahlreiche Iren auf der Flucht vor Hungersnot nach Amerika aus. Danach folgten massenhaft Briten, Skandinavier, Deutsche, Franzosen und Schweizer. Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog es vor allem Mittelmeeranrainer wie Italiener, Osteuropäer und kleine Gruppen aus dem Orient in die USA.

Der Einwandererstrom ging ab dem Ersten Weltkrieg zurück. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm der Zustrom aus Europa deutlich ab, während eine verstärkte Einwanderung aus lateinamerikanischen und asiatischen Ländern einsetzte. Einige dieser Gemeinschaften haben sich in bestimmten Orten des Landes konzentriert: die Puertoricaner in New York, die Mexikaner in Kalifornien und in Texas, die Kubaner in Florida und die Chinesen in San Francisco und in New York. Die wichtigsten Aufnahmestaaten waren New Mexico, Textas, Florida und das Stadtgebiet von New York. Im Fall von Kalifornien kommen viele der Neubürger aus anderen US-Bundesstaaten.

Die Bevölkerung der USA besteht aus einer europäischstämmigen Mehrheit (69,1%) und lateinamerikanischen (12,5%) und asiatischen (3,6%) Minderheiten. Die unterschiedlichen Ursprünge haben zu einer gemischtrassigen multikulturellen Gesellschaft geführt, die man auch als "melting pot" bezeichnet. Diese Unterschiedlichkeit wirkt sich auch in sprachlichen und religiösen Bereichen aus. Viele Einwanderer behalten bestimmte Eigenschaften aus ihrem Ursprungsland als bewußtes Zeichen der persönlichen Identität bei. Im Laufe der Zeit beeinflußte das auch den Nationalcharakter der USA.

Rund 14% der Bevölkerung benutzen neben Englisch auch ihre Muttersprache zur Kommunikation innerhalb der Gruppe. Die größten Sprachgruppen sind Spanisch mit 17 Millionen Einwohnern, Französisch, Deutsch, Italienisch und Chinesisch.

Ein weiteres bemerkenswertes demografisches Merkmal der USA ist die unregelmäßige Verteilung der Bevölkerung über das Land. Die größte Bevölkerungsdichte findet man an der Küste zwischen Boston und Washington, in der Region der Großen Seen und in den Einzugsgebieten der großen Küstenstädte am Pazifik wie Seattle, San Francisco oder Los Angeles. Dagegen sind die Staaten der inneren Ebenen und des Gebirges im Osten sehr dünn besiedelt. Die geringste Bevölkerungsdichte findet man in Alaska mit 2 Einwohner je km2.

Der größte Bevölkerungsanteil konzentriert sich in den großen Städten. New York bildet mit Boston, Philadelphia, Baltimore und Washington eine der drei großen Metropolen Amerikas mit einem Gebiet von mehr als 1 000 km Länge. Die zweite dieser Agglomerationen besteht aus Chicago, Detroit, Cleveland sowie Pittsburgh. Die dritte erstreckt sich an der Pazifikküste von Santa Barbara und Los Angeles bis San Diego.

Von den achtziger Jahren an ist das Bevölkerungswachstum negativ und liegt in der Zeit zwischen 1995 und 2000 bei 0,8% jährlich. Bei dieser Rate würde das Land für eine Verdoppelung der Bevölkerung mehr als 90 Jahren brauchen. Allerdings ist die Fruchtbarkeitsrate seit Mitte der achtziger Jahre stabil und liegt bei durchschnittlich 2,11 Kindern je Frau, während sie in den Jahrzehnten davor bei 1,8 lag. Diese Zunahme ist neben dem jungem Alter der Einwanderer aufd den Rückgang bei der Kindersterblichkeit zurückzuführen.

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