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Obama beschwört Amerikas Chancen

von Olivia Schoeller

21.01.2009. Der erste schwarze Präsident der USA, Barack Obama, hat die Amerikaner angesichts der Weltwirtschaftskrise zur Rückbesinnung auf die eigenen Stärken und zur Erneuerung des Landes aufgerufen. In seiner Antrittsrede vor dem Kapitol in Washington sagte Obama: "Wir versammeln uns heute, weil wir uns für Hoffnung entschieden haben anstelle von Angst, für Einheit anstelle von Konflikt und Zwietracht". Amerika stehe bereit, wieder die Führung zu übernehmen.

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Ins Zentrum seiner Rede rückte Obama die Bewältigung der Finanzkrise und den Ausgleich mit den islamischen Staaten. "Der muslimischen Welt sage ich, wir suchen einen neuen Weg, beruhend auf gemeinsamen Interessen und gegenseitigem Respekt", erklärte Obama und fuhr vor rund zwei Millionen Menschen in Washington fort: "Mit alten Freunden und früheren Gegnern werden wir unermüdlich zusammenarbeiten, um die nukleare Bedrohung zu verringern und die Klimaerwärmung einzudämmen." Obama betonte, die Herausforderungen seien groß, das Land dürfe keine Zeit verlieren: "Mit dem heutigen Tag müssen wir uns aufraffen, den Staub abklopfen und mit der Neugestaltung Amerikas beginnen." Obama sprach von einer "neuen Ära der Verantwortung" für alle Amerikaner.

Der 47-jährige demokratische Politiker hatte gestern um 12 Uhr Washingtoner Zeit seinen Amtseid abgelegt. Er schwor auf die Bibel des US-Präsidenten Abraham Lincoln, der 1863 das Ende der Sklaverei in den USA verkündet hatte. Doch gab es kleine Pannen: Erst fiel Obama dem obersten US-Richter ins Wort, dann las dieser die Eidesformel falsch vor.

Bei eisigen Temperaturen hatten sich viele Besucher schon früh am Tag auf der National Mall eingefunden, um der Amtseinführung beizuwohnen. Bei der anschließenden Parade zum Weißen Haus gingen Obama und seine Frau Michelle einen Teil der Strecke zu Fuß und winkten den Menschen am Straßenrand zu. Überschattet wurden die Festlichkeiten vom Zusammenbruch des krebskranken Senators Edward Kennedy, der in eine Klinik gebracht werden musste.

George W. Bush hinterlegte im Oval Office seinem Nachfolger einen vertraulichen Brief, in dem er ihm Glück wünschte für das "fabelhafte neue Kapitel" der US-Geschichte.

Obama unterzeichnete am ersten Tag seiner Amtszeit die Ernennungsurkunden des Kabinetts. Der Abschwung der US-Wirtschaft, der Irakkrieg und die Nahost-Krise drängen zu raschem Handeln.

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