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Prominente fordern Freiheit für inhaftierte
Kubaner Hinnerk Berlekamp 04.11.2007. Mit dem kolumbianischen Romancier Gabriel García Marquez hat sich jetzt ein neunter Nobelpreisträger einem internationalen Appell für die Freilassung von fünf Kubanern angeschlossen, die seit neun Jahren wegen des Vorwurfs der Spionage in den USA in Haft sitzen. Die fünf Männer seien Opfer einer "enormen Ungerechtigkeit", heißt es in Aufruf. Zu den Unterzeichnern gehören die Friedensnobelpreisträger José Ramos Horta und Desmond Tutu, die Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und Nadime Gordimer, die französische Menschenrechtsaktivistin Danielle Mitterand. Auch der ehemalige US-Justizminister Ramsey Clark hat den Aufruf unterschrieben, in dem den US-Behörden die Verletzung der eigenen Gesetze vorgeworfen wird. Der Fall geht zurück auf das Jahr 1998. Damals übergaben die kubanischen Behörden der US-Bundespolizei vier Aktenordner mit detaillierten Informationen, wie schwer bewaffnete Emigranten-Organisationen von Florida aus Anschläge auf Kuba vorbereiteten. Vom FBI verhaftet wurden aber nicht diese Extremisten, sondern jene fünf Männer, die die Informationen zusammengetragen hatten: Gerardo Hernandez, Ramón Labañino, Antonio Guerrero, Fernando Gonzalez und René Gonzalez. Ein Geschworenengericht in Miami verurteilte sie zu Haftstrafen zwischen 15 Jahren und zweimal lebenslänglich. Während des Prozesses hatte die US-Regierung allerdings einräumen müssen, dass die Angeklagten lediglich öffentlich zugängliche, aber keinerlei Geheiminformationen gesammelt hatten. Damit war der Vorwurf der Spionage eigentlich hinfällig. In jahrelangen Revisionsverfahren fand sich schließlich ein Gericht, das feststellte, dass der Prozess in Miami, Hochburg der radikalen Emigrantenszene, "nicht gerecht und unparteilich" gewesen sei und deshalb neu aufgerollt werden müsse. Doch gegen diesen Spruch ging wiederum die US-Regierung in Berufung. Derzeit ist der Fall am Berufungsgericht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia anhängig. Die als "Miami Five" bekannten Verurteilten sitzen unterdessen unverändert in Hochsicherheitsgefängnissen verschiedener US-Bundesstaaten. Zwei von ihnen haben seit acht Jahren ihre Ehefrauen nicht mehr sehen dürfen. "Wir haben jedes Jahr neue Visumanträge gestellt, und jedes Mal sind sie uns mit einer neuen Begründung verwehrt worden", berichtete Adriana Pérez, Ehefrau von René Gonzalez, bei einem Gespräch mit der Berliner Zeitung. "Mir wird vorgehalten, ich sei ,eine Gefahr für die Sicherheit der USA?. Dabei besteht gar keine Klage gegen mich. Nur mit Unterstützung der Öffentlichkeit können wir erreichen, dass wir unsere Männer wieder sehen dürfen - und dass sie einen fairen Prozess erhalten." "Ein normales Leben werden unsere beiden Töchter und ich nie wieder haben", sagt auch Olga Pérez, Ehefrau von Gerardo Hernandez. Doch sie steht fest zu ihrem Mann: "Was er und die anderen vier getan haben, war notwendig." |
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