banner_klein.jpg (6301 Byte)

Themen

Afrika
Amerika
Asien
Australien
Europa

Nordamerika
Mittelamerika & Karibik
Südamerika

Kanada
Mexiko
USA


Seit "Katrina" ist New Orleans nicht mehr dieselbe Stadt  
Zwei Jahre nach dem Hurrikan verspricht Bush mehr Hilfe

Olivia Schoeller, Berliner Zeitung

29.08.2007. Am 29. August 2005 um zehn Uhr morgens brachen die Dämme von New Orleans. Der Mississippi überflutete 80 Prozent der Stadt, Hunderte Menschen starben in den Wassermassen. Genau zwei Jahre später versprach gestern US-Präsident George W. Bush am Ort des damaligen Geschehens, New Orleans sei nicht allein: "Wir verstehen Ihre Probleme, und wir werden weiter helfen." Doch bei vielen Bewohnern der Stadt dürften seine Worte gemischte Gefühle hervorrufen.

Über 114 Milliarden Dollar hat die Regierung in Washington für den Wiederaufbau der Golfküste zur Verfügung gestellt, 96 Milliarden Dollar sollen bereits verteilt worden sein. Allein in diesem Jahr sollen 50 000 Bewohner nach New Orleans und Umgebung zurückgekehrt sein. Pioniertruppen der Armee haben auf 350 von insgesamt 560 Kilometern die Dämme am Fluss verstärkt. Bush will den Kongress bitten, weitere 7,6 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen.

Doch wo immer man hinhört, wird Kritik laut. Menschen, die ihre Häuser verloren haben und auf Entschädigung oder Wiederaufbauhilfe warten, klagen über bürokratische Hürden. Weniger als 22 Prozent der Anträge seien bislang bearbeitet worden, berichtet der Fernsehsender CNN. Von den einstigen sieben Krankenhäusern in New Orleans sind lediglich drei wieder einsatzfähig, nur ein einziges hat seine volle Kapazität erreicht.

Und längst gibt es Warnungen vor dem nächsten Sturm. Der Autor Michael Grunwald schrieb im Time Magazine, beim Wiederaufbau von New Orleans seien die Fehler wiederholt worden, die an der Flutkatastrophe mit schuld waren: die Zähmung des Mississippi und die Trockenlegung der Sümpfe um die Stadt. Zwar hätten die Ingenieure versichert, sie wollten das Marschland wiederherstellen. Doch tatsächlich sei das Geld in den Bau von weiteren Dämmen geflossen. Offenbar plane man nun, Dämme entlang der Küste am Golf von Mexiko zu bauen - ein Projekt, das Kritiker bereits die "Große Mauer von Louisiana" nennen.

Ehe vor zwei Jahren Hurrikan "Katrina" die Stadt heimsuchte und mit seinen Regenmassen die Flutkatastrophe auslöste, lebten 450 000 Menschen in New Orleans. Heute sind es wieder 265 000. Die Bush-Regierung feiert dies als Erfolg, doch das Stadtbild und damit auch der Charakter der Stadt hat sich verändert. Während das unter Touristen beliebte French Quarter wieder vor Aktivität birst, ist die Mehrheit der Einwohner der ärmeren Viertel wie des Lower 9th Ward nicht zurückgekommen.

Welche der 2005 verwüsteten Viertel in Zukunft wieder bewohnbar werden und welche nicht, ist vielerorts noch unklar. Bürgermeister Ray Nagin hatte versprochen, jeder könne zurückkehren, wenn er es wolle. Doch an vielen Orten mangelt es an Infrastruktur. Zudem sind seit "Katrina" die Mieten um 40 Prozent gestiegen. Das können viele Rückkehrer einfach nicht bezahlen.

Zurück nachoben.gif (60 Byte)

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

a
Navigation


Web erdkunde-wissen.de

Allgemeine Informationen
Link-Datenbank

Flora & Fauna
Geographie & Fahne
Geschichte & Gegenwart
Bevölkerung
Wirtschaft & Militär
Industrie, Rohstoffe & Landw.
Außenwirtschaft
Verkehr, Umwelt & Energie
Wohlstand & Sicherheit
Entwicklungshilfe
Reiseinformationen

Bildung, Soziales & Kultur
Essen & Trinken
Hintergrundberichte
Medien & Kommunikation

Literatur
Länderfotos
Nationalhymnen

--> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes

Kommunikation
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Suchmaschine

(C) erdkunde-wissen.de. Konzept, Gestaltung und Redaktion: erdkunde-wissen.de. Nachdruck, Weiterverarbeitung, Weitergabe an Dritte sowie Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung. Keine Haftung für falsche Angaben, keine Gewähr über die Richtigkeit der Informationen. Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Mailen Sie uns einfach.