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Die uruguayische Bevölkerung besteht in erster Linie aus Nachkommen verschiedener Einwanderergruppen. Es gibt keine indigenen Volksstämme mehr. Daher stammt der Großteil der Uruguayer von Spaniern, Franzosen, Engländern, Italienern, Deutschen, Russen, Libanesen, Juden, Armeniern, Griechen und Brasilianern, die sich im 19. und 20. Jahrhundert in Uruguay niederließen sowie von einigen wenigen Guaranis und Afrikanern ab. Das Land weist eine geringe Bevölkerungsdichte auf. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Während das Landesinnere mit Ausnahme der Stadtgebiete unbewohnt ist, konzentriert sich die Bevölkerung an der Küste und längs des Flusses Uruguay. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung liegt bei 92,6% und ist damit eine der höchsten der Welt. Deutsche in Uruguay Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Deutsche nur vereinzelt ins Land. Etwa ab 1850 kauften sie in den südlichen und östlichen Landesteilen eine Reihe von Estanzien auf, auf denen sie mit Erfolg Viehzucht und Ackerbau betrieben. An verschiedenen Stellen bildeten diese Estanzien kleine Streusiedlungen wie: San Juan (Dep. Kolonia), Cardoso (Dep. Rio Negro), Santa Teresa (Dep. Rocha), Nuevo Berlin, Alemannia, Nueva Germania. 1857 entstand in Montevideo eine deutsche evangelische Kirchengemeinde mit eigener Schule. 1862-63 kamen Schweizer aus den Kantonen Bern, St. Gallen, Appenzell und Luzern nach Nueva Helvecia in Südwest-Uruguay. Auch Badener und Elsässer vermehrten mit der Zeit den alten Stamm der Kolonisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erneut viele Deutsche aus dem zerstörten Mutterland und aus den Vertreibungsgebieten hier eine neue Heimat. In Uruguay leben derzeit etwa 10.000 Deutsche; davon ca. die Hälfte Doppelstaatler, hinzu kommen etwa 40.000 Deutschstämmige. Damit stellen die Deutschen eine der stärkeren Einwanderergruppen, wenn auch in weitem Abstand zu Spaniern und Italienern. Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wichtige Beiträge zur Entwicklung Uruguays geleistet, wodurch eine feste Beziehung gegenseitiger Achtung und Freundschaft entstanden ist. Ab 1935 bot Uruguay vielen deutschsprachigen Juden Zuflucht. Führende Kräfte der uruguayischen Gesellschaft verfügen über gute Deutschland-Kenntnisse. Deutschland wird in zunehmendem Maße als wichtiger Teil der Europäischen Union wahrgenommen. Den bisherigen Höhepunkt der guten bilateralen Beziehungen stellt der Besuch von Bundespräsident Rau Ende November 2003 dar, der erste eines deutschen Staatsoberhauptes in Uruguay. In Uruguay besteht ein Goethe-Institut mit profiliertem Veranstaltungsprogramm und Deutschkursen. Es gibt eine deutsche Begegnungsschule, die seit über 140 Jahren besteht und heute von rund 1.200 Schülern (einschließlich Kindergarten) besucht wird. Mit Schuljahresbeginn 2002/2003 wurde neben der uruguayischen Hochschulreife modellhaft eine gemeinsame Hochschulreifeprüfung nach Abschluss der 12. Klasse eingeführt, die zum Hochschulzugang in beiden Ländern berechtigt. Wichtige Faktoren in den kulturellen Beziehungen sind darüber hinaus die Vereinigung ehemaliger Stipendiaten, Konzerte deutscher Orchester und Musiker; kleine deutschsprachige Schulen der Mennoniten im Landesinnern; die Waldorfschule in Montevideo und deutsche Klubs. Ein Kulturabkommen ist seit 8. Mai 1989 in Kraft. |
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