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Die Spanier zeigten wenig Interesse, das Land am Ostufer des Uruguay zu
erobern. Zum einen leisteten die dort lebenden Indianer erbitterten Widerstand, zum
anderen war in der Region wenig zu holen: es gab weder Gold noch andere Bodenschätze. Das
Land gehörte zunächst zum Vizekönigreich Rio de la Plata. 1811
bis 1814 beteiligte sich Uruguay am Freiheitskampf gegen Spanien. Ab 1817 Provinz des Kaiserreiches Brasilien. Mit argentinischer Hilfe
löste sich Uruguay 1825 von Brasilien und wurde 1828 im Frieden von Rio selbständig. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts wurde Uruguay wegen seiner soliden wirtschaftlichen und politischen
Verhältnisse gern als "Schweiz Südamerikas" bezeichnet. Unter Präsident Jose
Batlle y Ordonez wurde ein vorbildliches Sozialsystem eingeführt und das
Gesundheitswesen verbessert. Das änderte sich Ende der 60er Jahre. Vor allem der
dramatische Anstieg der Erdölpreise war ein Schock für das Land. Der Unmut der
Bevölkerung entlud sich in Streiks. 1973 übernahm das
Militär die Macht. Uruguay erwarb sich den zweifelhaften Ruf, eine der repressivsten
Diktatur zu sein. Mehreren Präsidenten - alle durch das Militär gestützt - gelang es
nicht, den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten. Freie Parlamentswahlen gab es erst
wieder 1984, ein Jahr später wurden auch die Gewerkschaften
wieder zugelassen. Der Kandidat der rechtsgerichteten Colorado-Partei, Jorge
Batlle (72), setzte sich am 28.11.1999 bei der Stichwahl
um das Präsidentenamt in Uruguay mit 52% der Stimmen gegen seinen sozialistischen
Konkurrenten Tabare Vazquez (44%) durch. Für Batlle war es der fünfte Versuch,
Präsident Uruguays zu werden. Am 1.3.2000 tritt er die Nachfolge des bisherigen
Amtsinhabers und Parteifreundes Julio Maria Sanguinetti (63) an. Batlle will nach eigenen
Angaben die neoliberale Politik seines Vorgängers fortsetzen. Sein Gegenkandidat Vazquez,
der im ersten Wahlgang mit 38% noch den höchsten Stimmenanteil erhalten hatte, plante in
einer friedlichen Revolution die Ablösung der Colorado-Partei durch die Linke. Im
Wahlkampf hatte Vazqez versprochen, mehr als 300 Mio Dollar für neue Arbeitsplätze zur
Verfügung zu stellen und eine umstrittene Einkommensteuer zu erheben. In Uruguay waren
1998 rund 12% der Bevölkerung erwerbslos. |
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