![]() Themen |
Die Frühzivilisationen kannten bereits 600 v. Chr. Ackerbau. Zahlreiche Hochkulturen entstanden im Laufe der Zeit: das Reich von Teotihuacan (Blütezeit 200 - 600 n. Chr.) gilt als Beginn städtischer Architektur; um das Zentrum Monte Alban entwickelte sich das Zapoteken-Reich, auf der Halbinsel Yucatan die Kultur der Maya. 1325 gründeten die aus dem Norden eingewanderten Azteken die Stadt Tenochtitlan. Sie wurde zur Hauptstadt eines mächtigen Reiches, geführt von einer Proiesetrkaste. Nach der Eroberung Tenochtitlans durch Hernan Cortes 1521 bauten die Spanier die Stadt Mexico, sie wurde Zentrum des Vizekönigreiches Neu-Spanien. Missionare und Soldaten rotteten die Reste indianischer Kultur größtenteils aus. Mit der Zeit wuchsen die Spannungen zwischen Spanien und den in Mexiko geborenen Nachkommen der Eroberer-Generation (Kreolen). Der Einfluß revolutionärer Ideen aus Europa und die Ausbeutung der Kolonie durch die Krone lösten 1810 den Unabhängigkeitskrieg aus, angeführt von den Priestern Miguel Hidalgo und Jose Maria Moreles. Mit der Krönung von Augustin de Iturbide zum Kaiser 1822 sagte sich Mexiko von Spanien los. Der Sturz Iturbides markierte den Beginn jahrzehntelanger blutiger Wirren; bis 1854 hatte das Land (inzwischen Republik) nicht weniger als 34 Regierungen. Durch den Krieg mit den USA verlor Mexiko fast die Hälfte seines Territoriums. 1855 setzte der Justizminister und spätere Präsident Benito Juarez eine Verfassungsreform mit strikter Trennung von Staat und Kirche durch. Als Mexiko 1861 einen Aufschub für die Rückzahlung seiner Auslandsschulden ankündigte, besetzten Truppen aus Frankreich, Großbritannien und Spanien das Land. Der österreichische Erzherzog Maximiliam wurde 1864 zum Kaiser von Mexiko ausgerufen, 3 Jahre später gestürzt und erschossen. Mit diktatorischen Maßnahmen erreichte Präsident Porfirio Diaz 1876 bis 1910 einen Wirtschaftsaufschwung, doch am Ende seiner 35jährigen Herrschaft besaßen 3000 Großgrundbesitzer noch immer fast die Hälfte aller Ländereien. Die mexikanische Revolution, angeführt von Emiliano Zapata und Pancho Villa, stürzte das Land 1910 für Jahre ins Chaos. Die "Partei der institutionellen Revolution" (PRI), deren Vorläufer 1928 an die Macht gelangten, wurden zum Erben der revolutionären Ideen. In den folgenden 70 Jahren gewann sie (auch durch Manipulation) sämtliche Parlamentswahlen und stellte alle Präsidenten. Das Erdöl, 1938 unter Präsident Lazaro Cardenes verstaatlicht, wurde ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Machtverfilzung, Korruption und wachsende Auslandsverschuldung verursachten schwere Rückschläge (vor allem 1982 und 1994), die drastische Abwertungen der Währung und Sparprogramme notwendig machten. Die Banken wurden 1982 verstaatlicht, aber ab 1990 wieder privatisiert. Die seit 1994 mit den USA und Kanada bestehende Freihandelszone hat die Hoffnungen bislang nur eingeschränkt erfüllt. Zu erheblichen Machtverschiebungen führten die Parlamentswahlen vom Juli 1997: die PRI verlor zum ersten Man ihre absolute Mehrheit, blieb aber mit 239 Sitzen stärkste Partei vor der linksgerichteten "Partido de la Revolucion Democratica" (PRD) und der rechtsliberalen "Partido Accion Nacional" (PAN). Gleichzeitig wurde der PRD-Führer Cuauhtemoc Cardenas Bürgermeister von Mexiko-Stadt. Rund 70% aller in die USA geschmuggelten Drogen kommen über Mexiko ins Land. In Bestechungsaffären sind hochrangige Beamte und Militärs verwickelt. Zwei Monate nach seiner Berufung als erster Militär an der Spitze der Drogenbekämpfungsbehörde wurde General Jesus Guiterrez Rebollo 1997 mit dem Drogen-Boß Amado Carillo Fuentes verhaftet: im Laufe von 7 Jahren hatten er und Familienangehörige von der Mafia rund 500 Millionen US$ erhalten. Die von der Rauschgiftmafia infiltrierte Anti-Drogen-Behörde wurde grundlegend umstrukturiert; gegen 34 hohe Offiziere begannen Ermittlungsverfahren. 1994 wurden PRI-Präsidentschaftskandidat Luis Donaldo Colosio und PRI-Generalsekretär Ruiz Massieu ermordet; während der Ermittlungen wurde Ex-Präsident Salinas de Gortarri als Drahtzieher verdächtigt.Seit 1994 kämpft die "Zapanistische Nationale Befreiuungsarmee" vor allem im südlichsten Bundesstaat Chiapas für Demokratisierung und mehr Rechte der indianischen Bevölkerung. Ihre Aktionen beantwortete das Militär mit aller Härte (ca. 400 Tote); später begann die Regierung Zedillo einen Dialog, den die Zaptisten 1996 abbrachen. Nach einem Massaker an 45 Indianern Ende 1997 wurden Verbindungen zwischen Behörden und paramilitärischen Anti-Guerilla-Einheiten offenbar. Seit 1994 operiert eine weitere bewaffnete Gruppe, die "Revolutionäre Volksarmee", in den Bundesstaaten Oaxaca und Guerrero. Nach der Präsidentschaftswahl in Mexiko im Juli 2006 sind die Bürger noch immer im Ungewissen über ihren neuen Präsidenten, und es zeichnet sich eine längere Kontroverse über das Ergebnis ab. Einen Hintergrundbericht dazu finden Sie hier. Der linksgerichtete mexikanische Präsidentschaftskandidat Andres Manuel Lopez Obrador hat seine Anhänger zum zivilen Ungehorsam aufgerufen, um so der Forderung nach Neuauszählung der Wahl Nachdruck zu verleihen. "Ich schlage vor, in der kommenden Woche mit den ersten Aktionen des friedlichen Widerstands zu beginnen", sagte Lopez Obrador am 17. Juli 2006 vor rund einer Million Menschen auf einer Protestveranstaltung in Mexiko-Stadt. Er ließ jedoch offen, wie der Ungehorsam aussehen sollte. Der Linkspolitiker verlangte unter dem Beifall seiner Anhänger erneut, alle 41 Millionen Stimmen der Präsidentschaftswahl vom 2. Juli nachzuzählen: "Stimme für Stimme, Wahllokal für Wahllokal". Lopez Obrador vermutet massiven Wahlbetrug. "Wir können nicht zulassen, dass eine Gruppe Privilegierter mit Geld, Tricks und illegalem Handeln einen nicht legitimierten Präsidenten durchsetzt". Nach der Endauszählung der Stimmen durch die Wahlbehörde IFE liegt der konservative Regierungskandidat Felipe Calderon von der Partei PAN rund 240 000 Stimmen oder 0,58 Prozentpunkte vor Lopez Obrador. Dieser hat das Ergebnis vor dem Wahlgericht angefochten. Es gebe mehr als 1,5 Millionen ausgezählter Stimmen, die keine Entsprechung in den Wahlprotokollen hätten, sagte er zur Begründung. "Es wurden mal mehr und mal weniger Stimmen in die Urnen gesteckt". Calderon lehnt eine Neuauszählung strikt ab. Anhänger des mexikanischen Linkspolitikers Andres Manuel Lopez Obrador haben am 13.08.2006 ihre Aktionen von der Hauptstadt auf weitere Landesteile ausgedehnt. Die Protestierer besetzten Mautstationen auf Hauptverkehrsstraßen im Zentrum und im Norden des Landes. Damit wollten sie ihrer Forderung nach einer Neuauszählung aller bei der Präsidentschaftswahl vom 2. Juli abgegebenen Stimmen Nachdruck verleihen. Hintergrundberichte
|
a
|