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Nach der Besitznahme Kubas durch die Spanier 1511 wurde Havanna zum bedeutendsten Handelshafen für das neu entdeckte Amerika. Im Landesinneren legten weiße Siedler Zucker- und Tabakplantagen an, für die afrikanische Sklaven importiert wurden. Mehrere, vor allem von Kreolen getragene, Aufstände gegen das Mutterland (1868 - 1878) schlugen fehl. Erst die Intervention der USA verhalf den Rebellen unter Führung von Jose Marti zum Sieg. Der spanisch-amerikanische Krieg 1898, ausgelöst durch die Explosion des zum Schutz von US-Bürgern vor Havanna ankernden Kriegsschiffes "Maine, endete im Frieden von Paris mit Spaniens Verlust seiner letzten wichtigen Kolonie. Die Explosion des Schiffes war wahrscheinlich nicht auf Sabotage zurückzuführen, sondern auf eine Ansammlung explosiver Gase im Kesselraum. Nach 3 Jahren unter US-Militärbesetzung wurde Kuba 1902 selbständig, Guantanamo als Marinestützpunkt an die USA verpachtet. Sein (bis 1934) verbrieftes Interventionsrecht nahm Washington zur Niederschlagung von Unruhen 1906 und 1912 wahr. Als das Regime von General Gerardo Machado seit 1925 autoritären Charakter annahm, wurde er 1933 durch einen Militärputsch unter Führung von Sergeant Fulgencio Bastita gestürzt. Nach mehrjährigen innenpolitischen Wirren als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde Batista 1940 offiziell für 4 Jahre zum Präsidenten gewählt. 1952 ergriff er kurz vor den Wahlen durch einen unblutigen Putsch die Macht, die er mit Duldung der USA diktatorisch ausbaute. Ein gescheiterter Überfall von jungen Oppositionellen auf die Moncada-Kaserne der Stadt Santiago endete 1953 mit der Inhaftierung des Anführers Fidel Castro. Durch eine Amnestie kam er 1955 wieder frei und ging ins Exil nach Mexiko, wo er die revolutionäre "Bewegung 26. Juli" (benannt nach dem Überfall-Datum) gründete. Seine Landung mit der Yacht "Granma" in Kuba 1956 führte zunächst zur fast völligen Vernichtung seiner bewaffneten Einheit durch Bastitas Truppen; nur 12 von 81 Kampfgefährten blieben ihm erhalten. Doch 2 Jahre Guerillakrieg in der Sierra Maestra machten ihn für die verarmten Massen zum Revolutionshelden und ließen seine Streitmacht auf mehrere tausend Mitglieder anwachsen. 1959 flüchtete Bastita in die USA, Castro zog als gefeierte Sieger in Havanna ein. Schon 1960 kam es zu ersten Spannung zwischen den USA und dem anfangs eher nationalistisch, schon bald aber marxistisch orientierten Castro-Regime. Die Beschlagnahme von USA-Besitz beantwortete Washington mit einer Wirtschaftsblockade. Der gescheiterte, vom US-Geheimdienst CIA, organisierte Invasionsversuch in der Schweinebucht 1961 führte zu einer noch stärkeren Anbindung an den Ostblock. Die Installation atomarer Mittelstreckenraketen auf Kuba durch die Sowjetunion 1961 brachte die beiden Supermächte an den Rand eines Krieges; eine von den USA verhängte Seeblockade veranlaßte die Sowjetunion zur Entfernung der Waffen. Das Nachgeben glichen die Sowjets durch verstärkte Wirtschaftshilfe für Kuba und dessen Integration in den Wirtschaftspakt RGW aus (1972). Die UdSSR kaufte kubanischen Zucker zu subventionierten Preisen und lieferte dafür Öl. Der Versuch, das kubanische Modell nach Lateinamerika zu exportieren, endete 1967 mit der Erschießung des Revolutionärs Che Guevara durch Sicherheitskräfte in Bolivien. Von 1975 an kämpften kubanische Einheiten im angolanischen Bürgerkrieg auf Seiten der marxistischen MPLA- Regierung bis 1991. Innenpolitisch festigte Castro durch eine neue Verfassung 1976 seine Position. Die Kommunistische Partei sicherte ihre Macht durch ein flächendeckendes Informantennetz von "Komitees zur Verteidigung der Revolution" und Terrritorialmilizen mit mehr als 5 Millionen Mitgliedern. Castro vereinigt in seiner Person das Oberkommando über mehr als 250.000 Soldaten, den Vorsitz der Partei, des Staats- und des Ministerrats. Die Unterdrückung jeglicher Opposition und wirtschaftliche Schwierigkeiten führten mehrfach zu Massenfluchten in ausländische Botschaften oder per Schiff in die USA. Auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Ende sowjetischer Subventionen 1990 hielt Castro am System zentralistischer Planwirtschaft fest. Unerwähnt sein sollte nicht das Wirtschaftsembargo der USA sein, welches seit mehr als 40 Jahren gilt und zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation maßgeblich mit Schuld ist.

Das Provinzgericht von Havanna hat die USA wegen des 40-jährigen Wirtschaftsembargos zu Schadenersatz in Höhe von 121 Milliarden US$ verurteilt. Mit dem am 06. Mai 2000 bekannt gegebenen Urteil sollten "die durch 40 Jahre Blockade, Wirtschaftskrieg und Aggressionen verursachten Schäden" abgegolten werden, hieß es.

Das US-Repräsentantenhaus hat sich am 26.07.2001 mit 240 gegen 186 Stimmen dafür ausgesprochen, die Reisebeschränkungen für US-Bürger nach Kuba aufzuheben. Bislang drohen US-Bürgern, die ohne Sondergenehmigung des Finanzministeriums nach Kuba reisen, Geld- oder sogar Haftstrafen. Präsident George W. Bush erklärte am Donnerstag, er lehne jede Art von Reiseerleichterungen ab. In Havanna demonstrierten am 27.07.2001 mehr als eine Million Kubaner für die völlige Aufhebung der US-Wirtschaftsblockade.

Erstmals seit der Verhängung des Handelsembargos vor 40 Jahren liefert eine USA-Firma Lebensmittel an Kuba. Am 16.12.2001 startete in New Orleans ein Frachter mit 24 000 Tonnen Mais an Bord, der am 18.12.2001 in Havanna erwartet wurde.

Das US-Repräsentantenhaus hat am 09.09.2003 einem Gesetz zugestimmt, mit dem das seit über 40 Jahren geltende Reiseverbot für US-Bürger nach Kuba aufgehoben wird. Die Entscheidung fiel mit 227 gegen 188 Stimmen. Für den Fall, dass auch der Senat der Vorlage zustimmen sollte, hat US-Präsident George W. Bush jedoch bereits sein Veto angekündigt.

Kuba und Panama haben nach einjähriger Pause ihre diplomatischen Beziehungen am 20.08.2005 wieder aufgenommen. Kuba hatte die Kontakte im August vergangenen Jahres abgebrochen, nachdem die damalige panamaische Präsidentin Mireya Moscoso den in Panama inhaftierten Exilkubaner Luis Posada Carriles begnadigt hatte. Posada Carriles war wegen eines von ihm geplanten Attentats auf Castro während eines Gipfeltreffens in Panama-Stadt im November 2000 zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Bei einem gemeinsamen Fernsehauftritt am 22.08.2005 haben die Präsidenten Kubas und Venezuelas, Fidel Castro und Hugo Chavez, Vorwürfe aus den USA zurückgewiesen, sie destabilisierten Südamerika. "Der US-Imperialismus ist die größte Last, die die Welt zu tragen hat", sagte Chavez. Ebenso wie der panamaische Präsident und die Premierminister mehrerer karibischer Staaten hatte Chavez in Kuba an einer Zeremonie teilgenommen, bei der 1 600 Mediziner aus ganz Südamerika, die kostenlos in Kuba studieren durften, ihr Diplom erhielten.

Nach der schweren Erkrankung von Fidel Castro übernimmt dessen Bruder und engster Vertrauter Raúl die Amtsgeschäfte, wie am 01.08.2006 bekannt gegeben wurde. Das Land fragt sich, wie es weitergehen wird. Die Exilgemeinde in Miami jubelt. Mehr dazu....

Der kubanische Staatschef Fidel Castro befindet sich nach Angaben eines an seiner Behandlung beteiligten spanischen Arztes auf dem Wege der Besserung, die sich "langsam, aber Schritt für Schritt" vollzieht. Castro habe nicht unter einer Krebserkrankung gelitten und sei am 27. Juli aufgrund innerer Blutungen operiert worden, sagte Dr. José Luis Garcia Sabrido am 29.12.2007 in Madrid. Ein weiterer Eingriff sei nicht notwendig. Castro verlange jeden Tag an die Arbeit gehen zu dürfen, aber die Ärzte ließen ihn nicht. Sabrido ist ein auf Erkrankungen des Verdauungssystems spezialisierter Chrirurg. Er war Ende vergangener Woche nach Kuba gereist, um den 80-jährigen kubanischen Staatschef zu untersuchen.

Der kubanische Staatschef Raúl Castro hat am 28.04.2008 (Ortszeit) den ersten Parteitag der kubanischen Kommunisten seit zwölf Jahren für Ende 2009 angekündigt. Vor dem Zentralkomitee der kommunistischen Partei nannte Castro keinen konkreten Termin.

Dieser werde zu einem gegebenen Zeitpunkt bekanntgegeben. Der 76- jährige Raúl Castro betonte, dieser Parteikongress werde die politischen und wirtschaftlichen Leitlinien festlegen. Der letzte Parteitag der kubanischen Kommunisten hatte vom 8. bis 10. Oktober 1997 stattgefunden.

Zugleich kündigte Raúl Castro die Umwandlung der Todesstrafe einer Gruppe von verurteilten Kriminellen in lebenslange Haft oder eine dreißigjährige Gefängnisstrafe an. Diese Entscheidung sei nicht durch Druck von außen zustande gekommen, sondern sei ein «souveräner Akt in Übereinstimmung mit dem humanitären und ethischen Verhalten der kubanischen Revolution seit ihrem Beginn», betonte Castro. Die Zahl der Betroffenen nannte Raúl Castro nicht.


Hintergrundberichte:

14.04.2009 Dollarsegen aus Miami - aber nicht für alle 
04.03.2009 Raúl Castro entlässt Fidels Vertraute - Präsident ernennt General zum Regierungschef
22.06.2008 Die Bloggerin und der Comandante - Fidel Castro bezichtigt Yoani Sanchez der Wühlarbeit
10.05.2008 Computer für Kubaner - Raul Castro hebt ein weiteres Verbot seines Bruders auf
19.02.2008 Der Übervater geht  Präsident - Fidel Castro hat seinen Rückzug aus der Staatsführung erklärt
16.01.2008 Lula kündigt Comeback von Fidel Castro an - Kubas erkrankter Präsident fühlt sich noch zu schwach

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