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Lula kündigt Comeback von Fidel Castro an 16.01.2008. Wenige Tage vor den Parlamentswahlen auf Kuba hat Brasiliens Präsident Luis Inacio Lula da Silva Spekulationen neue Nahrung gegeben, dass sein rekonvaleszenter kubanischer Kollege Fidel Castro im März in seine Ämter zurückkehren könnte. "Ich denke, Fidel wird seine politische Rolle, seine historische Rolle in Kuba und in der globalisierten Welt bald wieder einnehmen", sagte Lula am Dienstag nach einem Treffen mit Castro. "Er ist unglaublich klarsichtig und in einem einwandfreien Gesundheitszustand." Gestern sendete das kubanische Fernsehen einen Bericht über das Treffen, in dem Castro zu Lula sagt, er habe sich "ziemlich gut gefühlt". Lula und seine Begleitung hatten in Havanna zehn Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Kuba erhielt einen Millionenkredit zum Kauf von Lebensmitteln in Brasilien; der brasilianische Erdölriese Petrobras sicherte sich eine Lizenz für Probebohrungen im kubanischen Festlandsockel, in dem umfangreiche Lagerstätten vermutet werden. Das Treffen zwischen den Präsidenten war der letzte Akt des Besuchs. In dem zweieinhalbstündigen Gespräch, das Castro wie mittlerweile üblich im Trainingsanzug bestritt, habe er selbst eine halbe Stunde, sein Gastgeber hingegen zwei Stunden lang geredet, sagte Lula. Wenn dies freilich die Bestätigung sein sollte, dass Castro 18 Monate nach seiner schweren Darmoperation wieder ganz der Alte ist, misslang sie gründlich. Denn gestern druckte die Lokalzeitung in Santiago de Cuba einen Brief, in dem Castro schrieb, für eine Rede vor Wählern vor der Abstimmung am Sonntag fehle ihm die Kraft. Unter diesen Umständen scheint es fraglich, ob der 81-Jährige wieder in sein Amt als Staatschef zurückkehrt, das er nach seiner Erkrankung provisorisch an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl übertragen hatte. Und die Stunde der Entscheidung rückt näher. Denn wenn sich die Nationalversammlung Anfang März konstituiert, muss nach der Verfassung auch der Staatsratsvorsitzende neu gewählt werden. Da sich Fidel Castro seit seiner Erkrankung nie wieder live in der Öffentlichkeit gezeigt hat, eine Wahl in Abwesenheit des Kandidaten aber schwer vorstellbar erscheint, hatten nicht wenige Kubanologen vorhergesagt, Übergangspräsident Raúl Castro werde dann möglicherweise offiziell zur Nummer eins aufsteigen. Was erhebliche Folgen haben könnte: Denn anders als Fidel gilt Raúl als Pragmatiker, der geneigt sein könnte, im Rahmen der sozialistischen Grundordnung mehr Raum für die wirtschaftliche Eigeninitiative der Bürger zu gewähren. Kubas Botschafter in Deutschland weigerte sich gestern bei einem Treffen mit Journalisten in Berlin standhaft, irgendwelche Prognosen abzugeben. Die Wahl in der Nationalversammlung sei schließlich geheim, theoretisch könne jeder der 614 künftigen Abgeordneten zum Präsidenten gewählt werden, sagte Gerardo Peñalver. "Die Kontinuität der kubanischen Revolution hängt ohnehin nicht mehr wie vielleicht noch in den 60er-Jahren von der physischen Anwesenheit Fidel Castros ab", betonte der Diplomat. Was aber Spekulationen betreffe, ein wieder genesener Castro könne sich auf das Amt des Staatschefs beschränken, den Posten des Regierungschefs aber an einen aus jener jüngeren Generation abgeben, die seit Anfang der 90er-Jahre in diverse Schlüsselpositionen des Staates nachgerückt ist, sagte Peñalver: "Laut unserer Verfassung liegt der Vorsitz des Staats- und des Ministerrates in einer Hand. Aber die Nationalversammlung kann das natürlich ändern." |
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