banner_klein.jpg (6301 Byte)

Themen

Afrika
Amerika
Asien
Australien
Europa

Nordamerika
Mittelamerika & Karibik
Südamerika

Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Ecuador
Guyana
Kolumbien
Paraguay
Peru
Suriname
Uruguay
Venezuela


Farc bestätigt Tod ihres Chefs Marulanda
Kolumbiens Rebellenführer starb im März. Neue Hoffnung auf Freilassung der Geiseln

Klaus Ehringfeld

25.05.2008. Der Gründer und Chef der kolumbianischen Farc-Guerilla und mutmaßlich älteste Rebell der Welt, Manuel Marulanda, ist tot. Die Farc bestätigte einem Medienbericht zufolge den Tod ihres Chefs. "Der große Führer ist gegangen", hieß es in einem Dokument, aus dem der kolumbianische Fernsehsender Caracol am Sonntag zitierte. Dem Dokument zufolge soll der bisherige ideologische Anführer der Rebellenorganisation, Alfonso Cano, die Nachfolge antreten. Zuvor hatten die kolumbianische Regierung und die Armeeführung den Tod Marulandas verkündet.

Marulanda, alias Tirofijo (Sicherer Schuss), sei bereits am 26. März im Alter von 77 Jahren gestorben, sagte Verteidigungsminister Juan Manuel Santos der Wochenzeitung Semana. Mit dem Tod Marulandas verlor die älteste und größte Rebellenorganisation Lateinamerikas ihre mythische Führerfigur und zudem seit Jahresbeginn das dritte der sieben Mitglieder des engsten Führungszirkels.

Ausreise nach Frankreich

Zunächst unklar war, was Marulandas Tod für das Schicksal der Hunderten von Geiseln in der Gewalt der Farc, unter ihnen Ingrid Betancourt, bedeutet. Nach den Worten von Präsident Álvaro Uribe sind Teile der Guerilla bereit, die Verschleppten auf freien Fuß zu setzen. "Die Regierung hat von einigen Farc-Führern Anrufe erhalten, in denen diese ihre Bereitschaft zur Aufgabe und zur Freilassung von Ingrid Betancourt bekunden", sagte Uribe. Als Gegenleistung stellte er freies Geleit und die Ausreise nach Frankreich in Aussicht.

Minister Santos sagte, es sei nicht geklärt, wie Marulanda ums Leben gekommen sei. Die Farc selbst behaupte, der seit langem als krank geltende Rebellenchef sei einem Herzinfarkt erlegen. "Zu dieser Zeit gab es aber auch drei massive Bombardierungen der Gegend, in der wir Tirofijo vermuteten."

Marulanda, der 60 Jahre seines Lebens im Widerstand zugebracht hatte, galt als das Symbol für die Langlebigkeit der Farc, die er Mitte der sechziger Jahre als kommunistische Guerilla gegründet hatte. Er war zuvor bereits mehr als ein Dutzend Mal für tot erklärt worden. Zuletzt zeigte er sich vor sieben Jahren in der Öffentlichkeit. Trotz seines Alters soll er nach Militärangaben noch immer die Fäden gezogen haben. Der Ex-Guerillero und Gouverneur des Departements Nariño, Antonio Navarro Wolff, sagte, Marulanda sei vor allem als Symbol für die Farc unersetzbar. Er habe den Mythos der Unverletzlichkeit der Führung der Rebellen verkörpert.

Die Todesmeldung trifft die Linksguerilla mitten in einer der schwersten Krisen in den knapp 45 Jahren ihrer Existenz. Mit Raúl Reyes, Sprecher und offiziell die Nummer 2 der Rebellen, und Ivan Ríos wurden ebenfalls im März weitere zwei Mitglieder des sieben Köpfe starken Generalsekretariats getötet. Ríos wurde für ein von der Regierung ausgesetztes Kopfgeld von einer Million Dollar von seinem Leibwächter ermordet, während Reyes bei einem völkerrechtswidrigen Bombardement eines Farc-Lagers in Ecuador getötet wurde. Erst vor wenigen Tagen stellte sich mit Nelly Ávila Moreno, alias Karina, eine der härtesten und linientreusten Farc-Rebellen, den Behörden. Sie berichtete von Zerwürfnissen und Kriegsmüdigkeit innerhalb der Farc.

Drogenhandel und Erpressung

Die mit US-Hilfe hochgerüstete kolumbianische Armee hat die Guerilla in den vergangenen Jahren in die Enge getrieben. Nach Regierungsangaben sind dieses Jahr rund 900 Kämpfer gefasst oder getötet worden, 860 hätten sich ergeben.

Die marxistisch inspirierten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) kämpfen seit über vierzig Jahren gegen die kolumbianische Regierung und hatten zeitweise mehr als 17 000 Mitglieder. Heute verfügt die Guerilla nach Schätzungen nur noch über rund 11 000 Männer, Frauen und Kinder unter Waffen. Die Rebellen-Organisation, die Marulanda 1964 zum Kampf für soziale Gerechtigkeit und eine Landreform gegründet hatte, finanziert sich heute über Drogenhandel, Erpressung von Lösegeldern und möglicherweise auch mit Geldern der venezolanischen Regierung von Hugo Chavez. Ihr politisches Faustpfand sind rund 750 Geiseln, mit der sie die Regierung unter Druck setzt. Zu ihnen gehören die frühere Präsidentschaftskandidatin Betancourt sowie drei US-Bürger.

Zurück

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

a
Navigation


Web erdkunde-wissen.de

Allgemeine Informationen
Link-Datenbank

Pol. System, Einreise & Botschaften
Währung
Klima, Flora & Fauna
Geographie & Fahne
Geschichte & Gegenwart
Bevölkerung
Wirtschaft & Militär
Industrie, Rohstoffe & Landw.
Außenwirtschaft
Verkehr, Umwelt & Energie
Wohlstand & Sicherheit
Entwicklungshilfe
Reiseinformationen

Bildung, Soziales & Kultur
Essen & Trinken
Hintergrundberichte
Medien & Kommunikation

Literatur
Länderfotos
Nationalhymnen

--> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes

Kommunikation
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Suchmaschine