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Kanada läßt sich in mehrere geographische Gebiete einteilen, von denen der so genannte Kanadische Schild der Größte ist und fast die Hälfte des Landes bedeckt. Die geologischen Formationen und Gebirge dieses kesselförmigen Gebiets, in dessen Mitte die Hudson-Bai liegt, entstanden vor langer Zeit durch tektonische Bewegungen. Der kanadische Schild reicht vom St.-Lorenz-Golf im Osten bis zu den Ebenen des Großen Bären- und des Großen Sklavensees im Nordwesten. Südöstlich des kanadischen Schilds liegt die Tiefebene der Großen Seen und des St.-Lorenz-Stromes, die sich über den Süden der Provinz Ontario und den Südwesten der Provinz Quebec erstreckt. Dieses sehr viel kleinere Gebiet ist der am dichtesten bevölkerte Teil Kanadas. Rund um die sanft auslaufenden Hügel der Bruce-Halbinsel liegen der Huronsee und die Georgianbai, der Eriesee und der Ontariosee. Durch das Hügelland verläuft die Niagara-Schichtstufe, über die die Niagarafälle in die Tiefe stürzen. Die Ebene von Ontario bis zum Nordosten der Schichtstufe ist eine alte, mit vielen Moränen durchzogene Gletscherebene. Weiter im Nordosten liegt die Talebene von Ottawa und des südlichen Quebecs. Östlich von Quebec befindet sich die Apalachenregion Kanadas, zu der die Provinzen am Atlantik, New Brunswick, die Prinz-Eduard-Insel, Neuschottland und die Insel Neufundland gehören. Die einst durch tektonische Bewegungen aufgefalteten, stark zerklüfteten Berge sind durch Wettereinflüsse und Gletscher stark verwittert. Zu den höchsten Bergketten gehören die Notre-Dame-Berge im Nordosten von Quebec und die Long-Range-Bergkette auf Neufundland. Südwestlich des Schilds und der Hudsonbai befindet sich die Große Ebene - ein riesiges, dreieckiges, etwa ein Fünftel der Landesfläche bedeckendes Flachlandgebiet. Die Manitoba-Ebene ist von einer Seenkette umgeben. Viele Seen sind Überreste eines gewaltigen Sees, der während der letzten Eiszeit das gesamte Gebiet bedeckte und eine tiefe Sedimentschicht hinterließ, die heulte ausgezeichnetes Ackerland ist. Im Westen erhebt sich das Land über die zerklüftete Kante der Manitoba-Schichtstufe, hinter der sich die hügelige Hochebene von Saskatchewan anschließt. Hier hat die reißende Schmelzwasserflut der Eiszeitgletscher weite Flußtäler mit steilen Ufern in der Landschaft gegraben. Weiter westlich hinterließen Gletscher die rauhe, verwitterte Hochebene der Provinz Alberta. Im Westen der Großen Ebene liegen die Kanadischen Kordilleren, die bis an die Pazifikküste Kanadas reichen. Von Alaska über das Gebiet des Yukon erstreckt sich eine etwa 800 km breite große Gebirgskette. Das Küstengebirge bildet den westlichsten Kamm der Kordilleren. Dahinter zieht sich im Norden der Ostkamm mit der Mackenzie-Gebirgskette und den Rocky Mountains. Die Gipfel de relativ jungen Gebirges sind teilweise über 2000 m hoch. Im Norden Kanadas, parallel zur Westküste, liegt die noch höhere Gebirgskette der St.-Elias-Berge, zu denen der höchste Berggipfel Kanadas, der fast 6000 m hohe Mount Logan, gehört. Das südwärts verlaufende Küstengebirge wird von tiefen Fjorden oder Meeresbuchten durchbrochen. Die Vancouverinsel und die Königin-Charlotte-Inseln sind die Gipfel eines weiteren, parallel verlaufenden Gebirgszuges, der jedoch unter dem Meeresspiegel liegt. Im Norden reicht der Kanadische Schild bis in die Arktis. Im Nordwesten grenzt das weit weitläufige Archipel der arktischen Inseln an das ewige Eis des Nordpolarmeeres. Während das Meer das ganze Jahr über von einer mindestens 3 m dicken Eisschicht bedeckt ist, sind die Landgebiete zur Hälfte eisfrei. Die im Nordwesten eher flachen Inseln werden in Richtung der Ellesmereinsel im Nordosten und der Baffininsel im Osten immer höher und bergiger. Die kahlen, felsigen Inseln sind auch fast das ganze Jahr über mit Schnee und Eis bedeckt. Große Gletschergebiete umgeben die Berggipfel. Neben dem St.-Lorenz-Strom ist auch der Mackenzi ein weiterer bedeutender Strom. Er entspringt in den südlichen Rocky Mountains und mündet, nachdem er unter verschiedenen Namen (Finlay, Pace River und Slave River) 4 241 km zurückgelegt hat, ins Nordpolarmeer. Die Quelle des Yukon River (3 185 km) liegt in den kanadischen Coast Mountains, dann durchfließt er Alaska, bevor er in die Beringstraße mündet. Auch die Richtung Pazifik strömenden Flüsse wie der Columbia und der Fraser sind bemerkenswert. Wegen der beträchtlichen Höhenunterschiede gibt es entlang ihres gesamten Flußlaufs immer wieder Wasserfälle und Stromschnellen. Alle Flüsse im pazifischen und arktischen Becken sind in ihrer Wasserführung von den Jahreszeiten und der Schneeschmelze abhängig. Die zum Atlantik fließenden Flüsse sind eher kurz und haben einen kaum schwankenden Pegelstand. Die Seen sind ein wichtiges Element im Gewässersystems Kanada. Auf dem Kanadischen Schild liegen von Nordwesten nach Südosten Großer Bärensee, Großer Sklavensee, Athabasca-, Rentier- und Winnipegsee. Die Gruppe der Großen Seen besteht aus 5 Seen: durch vier von ihnen - Oberer See, Huron-, Erie- und Ontariosee - verläuft die Grenze zu den USA. Der Michigansee liegt ganz auf dem Territorium der USA.
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