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Das Land zwischen Karibik und Pazifik ist im wahrsten Sinne des Wortes eine
Bananenrepublik: die Bananen wachsen überall und sind der wichtigste Exportartikel des
Landes. Die Plantagen gehören überwiegend US- amerikanischen Unternehmen. Wie auch die
Bergwerksgesellschaften, die Gold- und Silberminen sowie Blei und Zink ausbeuten, wobei
ein großer Teil der Bodenschätze noch gar nicht erschlossen ist. Über die Häfen von
Honduras werden aber nicht nur Bananen und Kaffee exportiert, sondern auch erhebliche
Mengen von Rauschgift. Die aus diesem Wirtschaftszweig erzielten Erlöse tauchen
natürlich in keiner offiziellen Statistik auf. Kolumbus entdeckte das Land auf seiner
vierten Reise im Jahr 1502; von den Spaniern wurde es 1523 als Besitz reklamiert. Doch auch die englischen
"Beschützer" erhoben Ansprüche auf Teile des Landes, was bis 1786 ständige Scharmützel zur Folge hatte. Erst da verzichtete
London. 1821 wurde das Land unabhängig, das heißt zumindest
so selbständig, wie es ein Staat im Hinterhof der USA sein kann. Formal ist Honduras
demokratisch organisiert. Doch der Einfluß des Militärs auf die Politik ist erheblich.
Immer wieder wird über Menschenrechtsverletzungen der Soldaten berichtet. Zusammenfassend
heißt das: "extralegale Tötungen", Hinrichtungen, Verschwindenlassen. Und
natürlich werden die eigenen Leute auch öfter mal amnestiert. Die Armee ist auch ein
wirtschaftlicher Machtfaktor: Ihr gehören verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen
Branchen. Bis 1990 war Honduras ein wichtiger Standort für
die Ausbildung der von den USA unterstützen "Contras" aus Nicaragua.
Reisende, die das Land schnell erreichen oder wieder verlassen wollen,
sind am besten auf der Panamericana aufgehoben, der legendären Straße, die Honduras mit
den Nachbarstaaten Nicaragua, Guatemala und El Salvador verbindet. Die nicht ganz 1000 km
lange Bahnlinie könnte auch Bananenlinie heißen: Sie dient fast ausschließlich der
Bananenindustrie und ist an die Hauptstadt erst gar nicht angeschlossen. Abzuraten ist
jedenfalls von der An oder Abreise mit honduranischen Airlines: Deren Maschinen dürfen
US- amerikanische Flughäfen wegen Sicherheitsmängel nicht mehr anfliegen. Sehenswerte
Orte gibt es für die Reisenden genug: Relikte der Maya- Kultur, insbesondere die Ruinen
von Copán, das Biosphärenreservat Rio Plátano (beides Weltkulturerbe), die Architektur
der Kolonialzeit und die Sandstrände. Der honduranische Präsident Carlos
Flores (39) setzte am 30.7.1999 die oberste
Militärführung des mittelamerikanischen Landes ab. Neben dem Vize-Verteidigungsminister Roberto
Lazarus entließ Flores den Generalstabschef der Armee, Oberst Eugenio
Romero, sowie drei Offiziere. Ein Sprecher des Präsidenten hatte zuvor Spekulationen
über einen Putsch zurückgewiesen. In Honduras war das Militär im Januar 1999 über eine
Verfassungsreform der zivilen Führung untergeordnet worden. Jedoch hatte sich eine
Militärkrise zugespitzt, weil Romero die Autorität des zivilen
Verteidigungsministers Edgardo Dumas Rodriguez nicht anerkennen wollte und
eigenmächtige Personalentscheidungen traf. Politische Beobachter vermuteten, Flores
wolle mit den Entlassungen den Weg zu weiteren Reformen in den Streitkräften ebnen. Die vom IWF geforderte Bekämpfung der Armut (80% der Bevölkerung) muß vor allem Jugendliche erreichen: 475 Jugendgangs mit 70.000 Mitgliedern kämpfen um Macht und Geld. San Pedro Sula, dass Wirtschaftszentrum des Landes, ist eine der gewalttätigsten Städte Lateinamerikas: 700 Tote in den ersten 5 Monaten 2001, 1555 im Jahr 2000. Schon werden Soldaten als Sicherheitskräfte eingesetzt. In den letzten 5 Jahren wurden 100 ausländische Manager entführt, 4 ermordet. Firmen aus Korea und Taiwan verließen das Land, nachdem ihre Mitarbeiter überfallen, verschleppt und beraubt worden sind. Neun Tage nach der Präsidentenwahl in dem armen mittelamerikanischen Land Honduras ist Oppositionskandidat Manuel Zelaya Rosales am 06.12.2005 zum Sieger erklärt worden. Für den Kandidaten der Liberalen Partei (PL) hätten nach Auszählung von 88,66 Prozent der Wahlzettel 49,90 der Wähler gestimmt, teilte die zentrale Wahlkommission (TSE) mit. Die restlichen, noch nicht ausgezählten Stimmen könnten an dem Ergebnis nichts mehr ändern, hieß es in einer Mitteilung, die nur einen Tag vor einer angekündigten Hintergrundberichte:
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