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Guyana setzt auf die Wachstumsbranche Tourismus- aber auf einen Tourismus der besonderen Art: der weitgehend unberührte tropische Regenwald und der Kaieteur- Wasserfall, einer der größten der Welt, sollen Natur- und Trekking- Fans als Öko- Touristen ins Land locken. Eine entsprechende touristische Infrastruktur allerdings fehlt noch; außerhalb der Hauptstadt Georgetown gibt es kaum Hotels. Das liegt natürlich auch daran, dass nur ein schmaler Streifen entlang der Küste besiedelt ist- knapp 5% des Landes. Dort leben rund 90% der Einwohner Guyanas, dort liegen die großen Reis- und Zuckerrohrplantagen. Als die Spanier den Südamerikanischen Halbkontinent erreichten, verschmähten sie den unzugänglichen Nordosten. Dort ließen sich erst später Niederländer, Briten und Franzosen nieder. 1814 teilten die Kolonialmächte die Region endgültig unter sich auf. Dabei kam der Westen in britische Hand und blieb es 150 Jahre lang. Die Geschichte hat dafür gesorgt, das es heute eine Mischung ethnischer Gruppen in Guyana gibt, das sich selbst "Land der sechs Völker" nennt: Zunächst holten die Kolonialherren schwarze Sklaven ins Land, die den sumpfigen Küstenstreifen nach niederländischem Vorbild trockenlegen und dann auf den dort angelegten Plantagen arbeiten mußten. Nach dem Ende der Sklaverei (1834) warben die Briten um Fremdarbeiter, worauf vor allem Inder, aber auch Chinesen und Portugiesen ins Land kamen. Die Nachfahren der Inder stellen heute gut die Hälfte der Bevölkerung und arbeiten auf den Plantagen oder betreiben als Kleinbauern Reisfelder. Ureinwohner gibt es kaum noch: Nur 4% der Bevölkerung sind Indianer; sie leben zumeist als Jäger und Bauern. Die sechste Gruppe schließlich stellen die Mischlinge. Die verschiedenen Volksgruppen ringen um die Macht im Staat, wobei es vor allem zwischen Indern und Schwarzen immer wieder gewalttätig zugeht. Bald nach der Unabhängigkeit (1966) ging Guyana auf Linkskurs, verstaatlichte die im ausländischen Besitz befindlichen großen Bauxitunternehmen und die Zuckerrohrindustrie. Als Anfang der 80er Jahre der Weltmarktpreis für Bauxit und Zucker drastisch viel, stieg die Staatsverschuldung dramatisch und erreichte 1988 mit 1,7 Mrd. US- Dollar, dem Sechsfachen des BIP, ihren Höhepunkt. Seither verfolgt Guyana eine marktwirtschaftliche Politik, mit der es aber auch erst voranging, als 1990 internationale Finanzhilfen zu fließen begannen und 1996 dem Land 67% seiner Schulden erlassen wurden.

Aktuelle Entwicklung: 450 km von Lethem nach Linden: eine asphaltierte Straße könnte Handel und Dienstleistungen nach Guyana bringen und das brasilianische Manaus mit der Karibik verbinden. Brasilien will einen Großteil der 100 Mio. US$ dafür beisteuern. Doch der World Wildlife Found warnt, Holzeinschlag, Bergbau und Tourismus könnten Umweltschäden für eines der größten Regenwaldgebiete Südamerikas zur Folge haben. Die Regierung soll nun sicherstellen, daß Region und Bewohner vor Ausbeutung und Kriminalität geschützt werden.

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