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Als der Spanier Pedro de Alvarado das Land 1523
betrat, war die Hochkultur der Mayas bereits seit langem verschwunden und für die Spanier
war es ein leichtes, die kleinen Königreiche der Maya-Nachfahren zu unterwerfen. Die
Spanier blieben bis 1821, kurzfristig fiel Guatemala an das
Königreich Mexiko, war dann Bestandteil der Zentralamerikanischen Föderation und wurde
endlich 1838 unabhängig. Diktatorische Präsidenten
übernahmen die Macht - seit Beginn dieses Jahrhundert oft nur Marionetten des mächtigen
US-Konzerns "United Fruit Company" (Chiquita). 1951
wurde der linksorientierte Arbenz Guzman Präsident. Er begann mit einer
Bodenreform und gab dabei auch ungenutztes Land der United Fruit zur Enteignung frei. Ein
Staatsstreich, von der CIA organisiert und von den US-amerikanischen Landbesitzern
unterstützt, bereitete dem Projekt 1954 ein Ende. Immer noch
sind zwei Drittel des privaten Bodens in der Hand der Großgrundbesitzer. Wie in so
manchen Staaten der Region erwies sich das Militär fortan als wahrer Machthaber und
unterdrückte brutal jegliche Opposition. Die Folge: Guerilla-Organisationen entstanden
und fanden Unterstützung in der Bevölkerung. Ende der 70er Jahre wuchs sich der Kampf zu
einem schmutzigen Bürgerkrieg aus. Rund 150.000 Menschen wurden getötet - 50.000 sind
verschwunden. Mehr als eine Million Guatemalteken flohen in die Nachbarländer. Erst Ende 1996 kam es zum Friedensabkommen zwischen der Regierung und den
Guerrilleros. Seither gab es eine Reihe von Lynchmorden gegen Menschenrechtlern,
Journalisten und Geistliche. Weiterhin terrorisieren Todesschwadrone die Bevölkerung
genauso grausam wie während des Bürgerkrieges. Aus der Stichwahl zur Präsidentschaft in
Guatemala vom 26.12.1999 ging Oppositionskandidat Alfonso
Portillo (48) mit 68,3% der Stimmen als Sieger hervor. Gegenkandidat Oscar Berger
von der regierenden konservativen Partei des Nationalen Fortschritts erhielt 31,7%. Die
Wahlbeteiligung lag bei nur 40%. Portillo wird Nachfolger von Präsident Alvaro Arzú (53) und
kann sich im Parlament auf eine absolute Mehrheit der FRG (43 von 80 Mandaten) stützen. Arzú
war vor allem durch Korruptionsskandale im Zusammenhang mit der Privatisierung von
Staatsbetrieben ins Zwielicht geraten. Im Wahlkampf hatte Portillo zugeben
müssen, 1982 als Student zwei Menschen umgebracht zu haben. Er sei angegriffen worden und
habe sich nur verteidigt, erklärte er. Aktuelle Entwicklung: Die Justiz muß sich bewähren: 11 Indio-.Gemeinschaften haben den Ex-Militärdiktator Rios Montt wegen Völkermordes verklagt. Zuvor wurden bereits 3 Ex-Militärs wegen Mordes an einem Bischof (1998) zu je 30 Jahren Haft verurteilt. Unabhängigkeit und Sicherheit der Richter bleiben aber gefährdet. |
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