banner_klein.jpg (6301 Byte)

Themen

Afrika
Amerika
Asien
Australien
Europa

Nordamerika
Mittelamerika & Karibik
Südamerika

Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Ecuador
Guyana
Kolumbien
Paraguay
Peru
Suriname
Uruguay
Venezuela


Seit 1541 wurde Chile von den Spaniern erobert und dem spanischen Vizekönigreich Peru zugeschlagen. 1778 unabhängiges Generalkapitanat. Ab 1810 Erhebungen gegen die Spanier, 1818 unabhängig, erste Verfassung. 1879 bis 1883 siegreicher Krieg um die Salpeterfelder gegen Peru und Bolivien. 1891 Einführung eines parlamentarischen Systems. Mit der Gewinnung von Stickstoff aus der Luft verlor das chilenische Salpetermonopol nach 1918 seine Bedeutung; wirtschaftlicher Niedergang und soziale Spannungen waren die Folge. Mit Hilfe des Militärs übernahmen nach dem Ersten Weltkrieg konservative Kräfte die Macht. Aufschwung während des Zweiten Weltkrieges, danach neue Krisen. 1970 wurde Salvatore Allende als Kandidat eines Linksbündnisses (Unidad Populare) Präsident und versuchte, mit radikalen Reformen (Bodenreform, Verstaatlichung der Kupferbergwerke) die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Nach einem erneuten Wahlsieg für Allendes Partei putschte das Militär am 11. September 1973. Allende verübte Selbstmord. Eine Junta unter General Augusto Pinochet löste das Parlament auf, verbot die Parteien und regierte mit antikommunistischem Staatsterror; Regimekritiker wurden verhaftet und gefoltert, Tausende verschwanden. Pinochet, seit 1974 auch Präsident, mußte 1989 nach Protesten und Unruhen die Macht abgeben, blieb aber bis 1998 Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Senator auf Lebenszeit. 1990 erstmals wieder freie Wahlen. Der Sozialist Ricardo Lagos (61) gewann am 16.1.2000 in Chile die Stichwahl um das Präsidentenamt mit über 51% der Stimmen. Sein Kontrahent, der Rechtspopulist Joaquin Lavin (46), erhielt rund 48%. Lagos ist der erste sozialistische Präsident Chiles seit Salvador Allende, der 1973 beim Putsch General Augusto Pinochets ums Leben kam. Beide Kandidaten lagen im ersten Wahlgang am 12.12.1999 fast gleichauf bei 47,5%. Der nun zum Nachfolger von Christdemokrat Eduardo Frei (57) gewählte Staatspräsident Lagos wurde am 11.3.2000 für eine Amtsperiode von sechs Jahren vereidigt. Er wolle der Präsident aller Chilenen sei, erklärte Lagos und rief seine Landsleute zur Einigkeit auf.  Bei ähnlichen politischen Zielen (mehr Arbeitsplätze, bessere Gesundheitsfürsorge, weniger Kriminalität) trennt Lagos und Lavin vor allem ihre politische Vergangenheit: Ökonom Lavin, gemeinsamer Kandidat der rechtsgerichteten Parteien UDI und RI, unterstützte den Militärmachthaber Pinochet, Lagos war während der Militärdiktatur einer der Oppositionsführer. 18 Monate war Pinochet in Großbritannien arretiert, da gegen ihn wegen Mordes ein Auslieferungsantrag Spaniens vorliegt. Am 02.03.2000 wurde Pinochet von der britischen Regierung "begnadigt", seine Auslieferung an Spanien aus gesundheitlichen Gründen verweigert. Inzwischen nach Chile zurückgekehrt, deuten alle Zeichen darauf, daß Pinochet in England seine Krankheiten nur simuliert hat. In einem chilenischen Militärkrankenhaus wurde nur erhöhter Blutdruck festgestellt. Der chilenische Ex-Diktator Pinochet ist vom Parlament mit einem zusätzlichen Schutz gegen Strafverfolgung ausgestattet worden. Dies ist das Ergebnis einer Verfassungsänderung, die am 26. März 2000 mit 113 Stimmen bei 27 Gegenstimmen vom Kongreß angenommen wurde. Im Parlament kam es dabei zu lauten Protesten von Angehörigen der Diktaturopfer. In Südchile wurden bis am 27.03.2000 12 verscharrte Leichen mutmaßlicher Diktaturopfer gefunden.

Die Frage eines Prozesses gegen Pinochet spaltet Chile. In der Zeit der Diktatur von 1973 bis 1990 wurden mehr als 3 000 politische Gegner umgebracht. Die Angehörigen der Opfer fordern seit Jahren vergeblich Gerechtigkeit. In ersten Reaktionen zeigten sie sich erleichtert über die Entscheidung. Die Anhänger Pinochets streiten Verstöße gegen die Menschenrechte nicht völlig ab, bezeichnen sie aber als "Exzesse" Untergebener.

Der chilenische Präsident Ricardo Lagos hat am 17.09.2005 eine umfassend reformierte Verfassung unterzeichnen. Mit der im August vom Parlament verabschiedeten Reform werden vor allem Regelungen aus der Zeit der Militärdiktatur (1973-1990) abgeschafft. Die neue Verfassung beendet das Recht des Präsidenten, Senatoren zu ernennen. Ex-Diktator Augusto Pinochet hatte damit den Übergang zur Demokratie verlangsamt.

Am 10.12.2006 ist der ehemalige Diktator Augusto Pinochet gestorben.

In Chile ist der ehemalige Chef der Geheimpolizei CNI der Pinochet-Diktatur, Alvaro Corbalan, zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie die chilenische Tageszeitung "La Nación" am 02.01.2007 berichtete, wurden Corbalan und 13 ehemalige CNI-Agenten der Ermordung des Journalisten José Carrasco Tapia und dreier weiterer Personen im Jahr 1986 für schuldig befunden.

Bei Kundgebungen anlässlich des 34. Jahrestags des Militärputsches in Chile sind am 12.09.2007 in der Hauptstadt Santiago ein Polizist getötet und 41 weitere verletzt worden. Nach den Zusammenstößen in mehreren Armenvierteln nahm die Polizei 216 Demonstranten fest.


Aktuelles:

Hintergrundberichte:

11.12.2006 Der Diktator an sich - Augusto Pinochet ist tot. Der Justiz ist der frühere chilenische Machthaber entgangen, doch das Urteil über ihn ist gesprochen

Zurück nachoben.gif (60 Byte)

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

a
Navigation


Web erdkunde-wissen.de

Allgemeine Informationen
Link-Datenbank

Pol. System, Einreise & Botschaften
Währung
Klima, Flora & Fauna
Geographie & Fahne
Geschichte & Gegenwart
Bevölkerung
Wirtschaft & Militär
Industrie, Rohstoffe & Landw.
Außenwirtschaft
Verkehr, Umwelt & Energie
Wohlstand & Sicherheit
Entwicklungshilfe
Reiseinformationen

Bildung, Soziales & Kultur
Essen & Trinken
Hintergrundberichte
Medien & Kommunikation

Literatur
Länderfotos
Nationalhymnen

--> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes

Kommunikation
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Suchmaschine