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Seit 1541 wurde Chile von den
Spaniern erobert und dem spanischen Vizekönigreich Peru zugeschlagen. 1778 unabhängiges Generalkapitanat. Ab 1810
Erhebungen gegen die Spanier, 1818 unabhängig, erste
Verfassung. 1879 bis 1883
siegreicher Krieg um die Salpeterfelder gegen Peru und Bolivien. 1891
Einführung eines parlamentarischen Systems. Mit der Gewinnung von Stickstoff aus der Luft
verlor das chilenische Salpetermonopol nach 1918 seine
Bedeutung; wirtschaftlicher Niedergang und soziale Spannungen waren die Folge. Mit Hilfe
des Militärs übernahmen nach dem Ersten Weltkrieg konservative Kräfte die Macht.
Aufschwung während des Zweiten Weltkrieges, danach neue Krisen. 1970
wurde Salvatore Allende als Kandidat eines Linksbündnisses (Unidad Populare)
Präsident und versuchte, mit radikalen Reformen (Bodenreform, Verstaatlichung der
Kupferbergwerke) die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Nach einem erneuten Wahlsieg
für Allendes Partei putschte das Militär am 11. September
1973. Allende verübte Selbstmord. Eine Junta unter General Augusto
Pinochet löste das Parlament auf, verbot die Parteien und regierte mit
antikommunistischem Staatsterror; Regimekritiker wurden verhaftet und gefoltert, Tausende
verschwanden. Pinochet, seit 1974 auch Präsident,
mußte 1989 nach Protesten und Unruhen die Macht abgeben,
blieb aber bis 1998 Oberbefehlshaber der Streitkräfte und
Senator auf Lebenszeit. 1990 erstmals wieder freie Wahlen.
Der Sozialist Ricardo Lagos (61) gewann am 16.1.2000
in Chile die Stichwahl um das Präsidentenamt mit über 51% der Stimmen. Sein Kontrahent,
der Rechtspopulist Joaquin Lavin (46), erhielt rund 48%. Lagos ist der erste
sozialistische Präsident Chiles seit Salvador Allende, der 1973 beim Putsch General
Augusto Pinochets ums Leben kam. Die Frage eines Prozesses gegen Pinochet spaltet Chile. In der Zeit der Diktatur von 1973 bis 1990 wurden mehr als 3 000 politische Gegner umgebracht. Die Angehörigen der Opfer fordern seit Jahren vergeblich Gerechtigkeit. In ersten Reaktionen zeigten sie sich erleichtert über die Entscheidung. Die Anhänger Pinochets streiten Verstöße gegen die Menschenrechte nicht völlig ab, bezeichnen sie aber als "Exzesse" Untergebener. Der chilenische Präsident Ricardo Lagos hat am 17.09.2005 eine umfassend reformierte Verfassung unterzeichnen. Mit der im August vom Parlament verabschiedeten Reform werden vor allem Regelungen aus der Zeit der Militärdiktatur (1973-1990) abgeschafft. Die neue Verfassung beendet das Recht des Präsidenten, Senatoren zu ernennen. Ex-Diktator Augusto Pinochet hatte damit den Übergang zur Demokratie verlangsamt. Am 10.12.2006 ist der ehemalige Diktator Augusto Pinochet gestorben. In Chile ist der ehemalige Chef der Geheimpolizei CNI der Pinochet-Diktatur, Alvaro Corbalan, zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie die chilenische Tageszeitung "La Nación" am 02.01.2007 berichtete, wurden Corbalan und 13 ehemalige CNI-Agenten der Ermordung des Journalisten José Carrasco Tapia und dreier weiterer Personen im Jahr 1986 für schuldig befunden. Bei Kundgebungen anlässlich des 34. Jahrestags des Militärputsches in Chile sind am 12.09.2007 in der Hauptstadt Santiago ein Polizist getötet und 41 weitere verletzt worden. Nach den Zusammenstößen in mehreren Armenvierteln nahm die Polizei 216 Demonstranten fest. Aktuelles: Hintergrundberichte:
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