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Brasilien umfaßt drei große geologische Reliefs: das Amazonastiefland, das Brasilianische Bergland und das Bergland von Guyana. Das Amazonastiefland entspricht einem Drittel des brasilianischen Staatsgebietes. Seine durchschnittliche Höhe beträgt 200 mm und ist mit einem dichten Vegetationsmantel bedeckt, durch den sich mächtige Ströme ziehen. Der Amazonas ist das Hauptflußsystem. Berücksichtigt man die Flußverbindung Amazonas-Ucayali-Apurimac, so ist der südamerikanische Riese mit 6 872 km der längste Fluß der Erde. Unter seinen wichtigsten Nebenflüssen sind der Negro, Japura, Ica und Maranon im Norden sowie der Xingu, Tapajos, Madeira, Purus und Jurua im Süden zu erwähnen. Viele dieser Flüsse führen große Mengen Ablagerungen mit sich, die mit Pflanzenresten und Humus vermischt sind, Elemente, die dem Wasser einen dunklen Farbton geben. Das Brasilianische Bergland, das aus einer Gebirgskette im äußersten Osten und einem Hochland im Inneren besteht, liegt südlich des Amazonastiefland. Die erste Reliefeinheit erreicht eine Höhe von knapp 3 000 m. Die höchsten Erhebungen sind der Pico da Bandeira (2 897 m), die Serra da Mantiqueira und Pedra Acu (2 232 m). Im Landesinneren befinden sich Plateaus wie das von Mato Grosso und Goias sowie Mittelgebirge wie die Sierra do Tombador und die Serra Dourada. Die durchschnittliche Höhe dieser Region beträgt 500 m und das Gewässernetz wird im Wesentlichen von den Flüssen Tocantins und Xingu gebildet. Das zwischen Mato Grosso und den Nachbarstaaten Bolivien und Paraguay gelegene Gebiet Gran Pantanal ist ein riesiges Schwemmland mit einer Fläche von 280 000 km3, das vom Paraguay-Fluß entwässert wird. Das Gelände ist flach und leicht abfallend, was die Überschwemmung großer Flächen erleichtert, auf denen in der Regenzeit (Juli bis Oktober) zahlreiche Lagunen entstehen. Neben dem Schwemm- und Weideland befinden sich im Gran Pantanal auch Savannen, Galerie und Trockenwälder. Nur ein kleiner Teil des Berglandes von Guyana liegt auf brasilianischem Gebiet, jedoch befindet sich genau hier die höchste Erhebung Brasiliens: der Pico da Neblina (3 014 m), der zur Serra do Imeri gehört. Die typischsten Reliefformen sind die Tepuis, flach abgeschnittene Tafelberge mit steilen Seitenwänden. Brasilien verfügt weiterhin über eine 7 500 km lange, nahezu ebene Küste mit zahlreichen Flußmündungen und Buchten, die als Naturhäfen genutzt werden. Dies trifft auch auf die Allerheiligenbucht zu, die gegenüber der Stadt Salvador liegt. Unter den südlichen und nordöstlichen Stränden sind die von Receife, Fortaleza und Florianopolis die beeindruckendsten. Ein weiterer Touristenmagent neben den Stränden ist aufgrund seiner natürlichen Schönheit der Iguacu-Nationalpark, der an das gleichnamige Naturschutzgebiet auf argentinischem Boden grenzt. Die Wasserfälle der Stadt Foz de Iguacu sind die Hauptattraktion des Nationalparks. Sie verteilen sich zwischen den beiden Ländern und bestehen aus 270 einzelnen Wasserfällen mit einer Höhe von 40 bis 60 Metern, die einen eindrucksvollen Halbkreis von ungefähr drei Kilometern Länge ziehen.
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