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Auf einmal war da ein selbsternannter Kaiser. Mitten in Afrika ließ sich Jean-Bedel Bokassa, reich beschenkt vom französischen Staatspräsidenten Giscard d'Estaing, im Beisein hoher Würdenträger aus aller Welt die Krone aufsetzen. Es war ein gigantisches, ja bombastisches Fest. Kosten: um die 30 Millionen US$. Der durchschnittliche Zentralafrikaner verdiente damals, im Jahre 1977, nicht einmal 3 Dollar die Woche. Längst gehört Seine Eitelkeit der Vergangenheit an. Die Armut der Untertanen ist aber geblieben. Beim IWF und bei der UNO gilt der Staat als "Least Developed Country". Abhängig, obwohl unabhängig, von Frankreich. Die Wirtschaft des Landes entwickelt sich kaum. Zu oft haben innenpolitische Turbulenzen, Aufstände und Bürgerkrieg jeden noch so kleinen Aufschwung wieder zunichte gemacht. Immer wieder gab es Putsche und Aufstände. Auch der stolze Kaiser hatte 1965 als ganz gewöhnlicher Putschist die Macht übernommen. da war er noch General.

Aktuelles: Im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik hat ein neuer Bürgerkrieg begonnen. Nach Angaben der Vereinten Nationen vom 25.08.2005 sind in den vergangenen Tagen etwa 4 000 Menschen aus dieser Region in den benachbarten Tschad geflohen. Schon im Juni und Juli waren zunächst je 10 000 Flüchtlinge über die Grenze gekommen. In Bala hat der lokale Chief ein Lagerhaus für die Ankömmlinge frei gemacht. In Bekoninda hausen sie in der Schule. Auch tschadische Familien öffneten ihre Häuser für die Geflohenen.

Jetzt wollen die Regierung des Tschad und Uno-Organisationen ein neues Flüchtlingslager aufbauen und versorgen, da das bisherige in Amboko, wo 20 000 Geflohene aus der Zentralafrikanischen Republik unterkamen, kaum noch Aufnahmekapazitäten hat. Heftige Regenfälle, die die Pisten unpassierbar machen, erschweren die Lage. Die Flüchtlinge berichten von Überfällen bewaffneter Gruppen auf ihre Heimatdörfer. Vielerorts kam es zu Vergewaltigungen, Plünderungen und Viehdiebstahl durch Banden und durch Regierungstruppen.

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