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Mitten in Afrika, wo sich einst die mächtigen Königreiche der Kongo, Luba und Lunda ausdehnten, schufen die Belgier 1885 den "Unabhängigen Kongostaat" - zunächst nicht als Kolonie, sondern als Privatbesitz der Krone, von dessen üppigen Rohstoffen sich gut leben ließ. Die Einheimischen waren als Arbeitskräfte willkommen und durch nichts auf die jähe Unabhängigkeit 1960 vorbereitet. Sezessionen, Streiks und Putsche stürzten das Land in Chaos und Anarchie, fast alle Weißen flüchteten. Kasavubu und Lumumba, Tschombe und Mobute - Anfang der 60er Jahre waren diese Namen in Schwarzafrika Synonyme für Machtkämpfe, Meutereien und Mord. Zehntausende ließen ihr Leben - darunter auch der UN-Generalsekretär Dag Hammearskjöld, dessen Flugzeug während einer Vermittlungsmission aus ungeklärten Umständen abstürzte -, bis sich Ende 1965 Josef Desire Mobutu gegen alle Rivalen durchsetzte. Seinem Land, der Hauptsatdt und allen Landsleuten verordnete er afrikanische Namen, ausländische Unternehmen ließ er enteignen. Aber das war auch schon alles, was er für das Land tat, das er nun Zaire nannte. Korruption und Inkompetenz stürzten die Wirtschaft von einer Krise in die nächste. Während das Volk hungerte, umgab sich Mobutu mit jeglichem Luxus und war nur darauf bedacht, den eigenen Wohlstand zu mehren. Geschätzte 8 Milliarden Dollar schaufelte er auf seine eigenen Konten. Opposition fand nicht statt, Widersacher wurden verhaftet oder ins Exil getrieben. Über 30 Jahre lang hielt sich der Diktator an der Macht, dann rückten 1996/97 auch die letzten Verbündeten von ihm ab und Rebellen unter Laurent-Desire Kabila von Osten her auf die Hauptstadt vor. Mobutu, vom Krebs gezeichnet, ging Anfang 1997 ins Ausland, um sich von den teuersten Ärzten kurieren zu lassen - vergebens. Einmal noch kehrte er für ein paar Tage heim an den Kongo, dann war es Zeit fürs Exil, wo er wenige Monate später starb. Da war, kampflos und als Befreier umjubelt, Kabila bereits in Kinasha einmarschiert. Aus Zaire wurde die "Demokratische Republik Kongo", aber die Demokratie findet sich nur im Namen wieder. Kabila verbot alle politischen Parteien und erinnert in seinem Machtgehabe verblüffend an Mobutu.

Mitte Januar 2002 wurde der bisherige Machthaber Kabila von dem Chef seiner Leibgarde getötet. Die Macht übernahm Kabilas Sohn.

Die Ausbeutung von Rohstoffen schürt einem UN-Bericht zufolge weiter den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo. Die militärischen Operationen und ausländischen Truppen finanzierten sich durch den Handel mit Ressourcen, heißt es in der Untersuchung von UN-Experten, die am 20.11.2001 dem UN-Sicherheitsrat vorgestellt wurde. Für Länder wie Simbabwe, Ruanda und Uganda seien Sicherheitsaspekte der Grund für ihre Intervention in Kongo gewesen. Inzwischen blieben die ausländischen Truppen aber vor allem wegen des Rohstoffreichtums im Land.

Vier Tage nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo bei Goma im Ostkongo am 18.01.2002 herrscht in der Region noch immer das Chaos. Keiner weiß, wie viele Menschen auf der Flucht sind. Die Angaben schwanken zwischen 300 000 und einer halben Million Menschen, die vor den meterhohen und autobahnbreiten Lavaströmen davongelaufen sind. Die Stadt Goma ist mindestens zur Hälfte zerstört, zahlreiche Dörfer der Umgebung sind vollständig unter der Lava begraben. Die Zahl der Opfer stieg nach Angaben des Roten Kreuzes vom Sonntag auf 47 Tote.

In der Demokratischen Republik Kongo ist ein Putsch von Soldaten der Leibgarde gegen Staatspräsident Joseph Kabila gescheitert. Zwölf der Aufständischen seien festgenommen worden, sagte Kabila am 11.06.2004 im staatlichen Fernsehen. Das Vorhaben der Soldaten sei gescheitert. Mehrere Putschisten seien jedoch noch auf der Flucht.

Kurz nach der Angriffswarnung Ruandas gegen die Demokratische Republik Kongo haben ruandische Rebellen einen kongolesische Armeeposten angegriffen. Bei dem Überfall sei ein Soldat getötet worden, teilte die Armee am 26.11.2004 mit. Die Armee wirbt bei den Rebellen in der Region derzeit mit Unterstützung der UN-Mission Monuc dafür, die Waffen niederzulegen. Am Donnerstag hatte Ruandas Präsident Paul Kagame mit einer neuerlichen Invasion im Kongo gedroht, sollten die ruandischen Rebellen dort weiter aktiv sein.

Zwei Tage nach den Wahlen im Kongo hat Vizepräsident Azarias Ruberwa am 01. August 2006 den Behörden massiven Wahlbetrug vorgeworfen und eine Wiederholung der Abstimmung in den betroffenen Wahllokalen gefordert. Von den Manipulationen habe zumeist der amtierende Präsident Joseph Kabila profitiert, sagte Ruberwa. Der frühere Rebellenführer, der sich um das Amt des Präsidenten beworben hatte, sprach von "massiven Betrügereien".


Hintergrundberichte:

24.01.2009 Einstige Verbündete setzen Rebellengeneral Nkunda fest  - Verhaftung weckt leise Hoffnung auf Frieden

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