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Das zentralafrikanische Binnenland, das etwa doppelt so groß ist wie Frankreich, besteht aus drei Zonen: im Norden die Wüste, in der Mitte die Sahel-Zone und im Süden die landwirtschaftlich allein nutzbare Gras- und Dornbuschsavanne. Gezeichnet hat den Tschad der Bürgerkrieg: ein jahrhundertealter Konflikt zwischen den Bewohner des Nordens und denen des Südens. Im Mittelalter existierten in der Sahel-Zone drei bedeutende islamische Reiche, die mit Sklaven aus dem Süden handelten. Als die Franzosen Ende des 19. Jahrhundert in den Tschad eindrangen, begann der Niedergang dieser Reiche. Der Süden bejubelte die Franzosen als Schutzmacht und gewann an Einfluß. Der arabisch-islamische Norden wollte sich mit der Herrschaft des vorwiegend christlich-animistischen Südens nicht abfinden. Nach der Unabhängigkeit 1960 brach ein Bürgerkrieg aus. Der aus dem Süden stammende Präsident Tombalbaye führte das Land in enger Anlehnung an Frankreich. Gegen ihn begann die islamische Opposition Mitte der 60er Jahre einen Untergrundkampf. Unterstützt von französischen Truppen suchte Tombalbaye die Rebellion niederzuschlagen. 1975 wurde er bei einem Militärputsch getötet. Auch danach setzten sich die Kämpfe fort. Der Norden wurde von Libyen, der Süden von Frankreich unterstützt: Seit 1990 ist der ehemalige Rebellenführer Idriss Deby, ein muslimischer Hirtensohn, an der Macht. Seine Bewegung "Mouvement patriotique du salut" hatte das Land in wenigen Tagen überrollt und die Hauptstadt Ndjamena erobert. Halbherzig hat Deby den Übergang zu einem Mehrparteiensystem in Angriff genommen. eine stark zentralistisch ausgerichtete Verfassung wurde 1996 per Referendum angenommen. Den darin vorgesehenen Senat gibt es bis heute nicht. Im selben Jahr wurde Deby bei den ersten freien Präsidentenwahlen im Amt bestätigt.

Die Regierung des Tschad hat am 13.11.2006 über weite Teile des Landes den Ausnahmezustand verhängt und zugleich alle privaten Zeitungen und Radiosender unter staatliche Zensur gestellt. Vorausgegangen waren schwere Auseinandersetzungen zwischen arabischen und nicht-arabischen Volks- gruppen nahe der Grenze zum Sudan, bei denen mehr als 300 Menschen getötet wurden.


Aktuelles: Die Luftwaffe des Tschad hat am 07.01.2008 in den frühen Morgenstunden ein Rebellenlager im Nachbarland Sudan bombardiert. Ziel des Angriffes waren nach Angaben der tschadischen Armee Aufständische in der sudanesischen Krisenregion Darfur. Es seien zwei Hubschrauber und ein Flugzeug zum Einsatz gekommen. Ein weiterer Luftangriff auf tschadische Rebellen sei am vergangenen Sonntag geflogen worden. Dabei wurden nach Armee-Angaben drei Zivilisten getötet und vier weitere verletzt.

Hintergrundberichte:

16.06.2008 Zweiter Sturm auf N'Djamena - Vom Sudan unterstützte Rebellen im Tschad wollen Präsident Déby stürzen
26.10.2007 Rebellen im Tschad akzeptieren Friedensvertrag - Uno und Afrikanische Union hoffen auf stabilisierende Wirkung für den Westen Sudans

 

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