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Togo war vom 16. bis 18. Jahrhundert Teil der "Sklavenküste", was eine Dezimierung der Bevölkerung im Landesinneren zur Folge hatte. Nach Ende des Sklavenhandels gründeten Franzosen und vor allem Deutsche vereinzelte Niederlassungen. 1884 schloß der Afrikaforscher Gustav Nachtigal einen Schutzvertrag mit König Mlapa III. Offiziell wurde Togo 1904 deutsche Kolonie. 1914 besiegte Frankreich und Großbritannien die deutschen Truppen und übernahmen das Land. 1922 erhielten sie das Völkerbundmandat. Die UNO erneuerten das Mandat 1946, diesmal getrennt in Ost-Togo für Frankreich und West-Togo für Großbritannien. 1956 stimmte die Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet für den Anschluß an Ghana; die Einwohner des französischen Mandatsgebietes entschieden sich für eine autonome Republik. Am 27. April 1960 wurde Togo unabhängig. Der erste Präsident Sylvanus Olympio wurde 1963 ermordet. Dabei soll Eyadema seine Hände im Spiel gehabt haben, der endgültig 1967 die Macht an sich riß. Unter dem Druck der Geberländer mußte Eyadema 1992 Oppositionsparteien und eine liberale Verfassung zulassen, deren Prinzipien jedoch nicht umgesetzt wurden. Oppositionspolitker wurden verfolgt und umgebracht. Die USA, Frankreich und Deutschland setzten die Zahlung von Entwicklungshilfe aus. ein Großteil der Bevölkerung floh nach Ghana und Benin. Als sich in den folgenden Jahren die Situation ein wenig beruhigte, nahm Frankreich die Entwicklungs- und Militärhilfe wieder auf.

Wenige Stunden nach dem Tod des togolesischen Präsidenten Gnassingbe Eyadema ist dessen Sohn Faure vom Militär als amtierender Staatschef eingesetzt worden. Das berichtete der britische Sender BBC unter Berufung auf offizielle Armeeangaben am 06.02.2005. Lesen Sie dazu auch unseren Hintergrundbericht.


Aktuelle Entwicklungen: Drei Tage nach der Präsidentenwahl in Togo hat sich der Kandidat der Opposition am 27.04.2005 zum Sieger erklärt. "Togoer und Togoerinnen, euer Präsident spricht zu euch, ja euer Präsident, weil wir die Wahl nicht verloren haben, die Wahl vom 24. April. Das solltet ihr wissen und wachsam bleiben", sagte Emmanuel Akitani Bob vor Journalisten in der Hauptstadt Lomé. Am 26.04.2005 hatte die Wahlkommission den Kandidaten der Regierungspartei und Sohn des verstorbenen Staatschefs Gnassingbe Eyadema, Faure Gnassingbe, zum Wahlsieger erklärt.

Bei den gewaltsamen Ausschreitungen nach der Präsidentenwahl in Togo ist die Zahl der Toten weiter angestiegen. Krankenhausärzte in der Hauptstadt Lomé sprachen am 28.04.2005 von bis zu 50 Opfern. Anhänger der Opposition, die nach offiziellen Angaben die Wahlen am Sonntag verloren hat, verteidigten am dritten Tag in Folge hinter brennenden Barrikaden ihre Hochburgen. Nigerias Außenminister Olu Adeniji forderte die Opposition erneut auf, einer Regierung der nationalen Einheit zuzustimmen. Dem Oppositionskandidaten Emmanuel Bob Akitani, der sich am Mittwoch selbst zum Präsidenten ernannt hatte, warf er verfassungswidriges Verhalten vor. Auch Frankreich sprach sich für eine Koalition aus Regierung und Opposition aus.

Hintergrundberichte:

07.02.2005 Sohn des Diktators von Togo vereidigt - Militär des Landes sichert seine Machtstellung

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