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Der Wahlsieg der radikalisierten Nationalpartei 1948 war für viele Buren die Stunde der Abrechnung. Die Premierminister Malan, Strijdom und Vorwoerd setzten unter dem burischen Namen "Arpatheid" eine Politik der strikten Rassentrennung durch. Alle Weißen wurden zu einer "Nation", Millionen von Schwarzen zwangsweise umgesiedelt. Die große Masse der schwarzen Bevölkerung hatte politische Rechte nur in einem "Homelands", aus denen sich unabhängige Staaten von Pretorias Gnaden entwickeln sollten. Farbige und Asiaten wurden von Wahlen ebenfalls ausgeschlossen. Die größte Organisation der Schwarzen, der "African National Congress" (ANC), 1912 gegründet, leistete zunächst gewaltfreien Widerstand; 1959 spaltete sich der militante "Pan-Africanist Congress" (PAC) ab. Demonstrationen der Opposition führten zu immer härteren Staatsschutzgesetzen. nach dem Massaker von Sharpeville 1960, bei dem die Polizei 67 Schwarze erschoß, wurden ANC und PAC verboten; sie operierten von nun an im Untergrund und Exil. Einer der führenden ANC-Aktivisten, Nelson Mandela, wurde 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. 1963 empfahl der UNO-Sicherheitsrat ein Waffenembargo gegen Südafrika, das 1977 bindend wurde. Nach den blutigen Schüler-Aufständen in Soweto 1976 (mindestens 600 Tote) wurden weitere Anti-Arpatheid-Organisationen und Presseorgane verboten. Eine neue Verfassung (1984) räumte den Farbigen und Asiaten eigene Parlamentskammern ein, schloß Schwarze aber weiterhin von der politischen Mitwirkung aus. Um sich nach dem Ende der Weißen-Herrschaft in Rhodesien (heute Simbabwe) 1980 gegenüber Schwarzafrika abzuschotten, wehrte sich Südafrika gegen die von der UNO geforderte Unabhängigkeit der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika (heute Namibia), für die es 1920 vom Völkerbund ein Mandat erhalten hatte. Mehrfach stießen südafrikanische Truppen über Namibias Nordgrenze nach Angola vor, um dort die Ausbildungslager der namibischen Guerrillabewegung Swapo zu zerstören. Mit Namibias Unabhängigkeit 1990 endete Südafrikas militärische Präsenz nördlich des Oranje-Grenzflusses. Im Inneren führten wachsende Streiks und Unruhen 1986 zur Verhängung des Ausnahmezustandes, der u.a. von den USA und der EG mit weiteren Wirtschaftssanktionen beantwortet wurde. Unter dem Druck innerer Unruhen und weltpolitischer Isolation begann die Regierung Geheimgespräche mit Schwarzen-Führern und forcierte eine Lockerung der Rassentrennung - gegen den Widerstand vor allem der Buren, für die die 1982 gegründete Konservative Partei zum neuen Sammelbecken wurde. Nach dem Rücktritt von Staatspräsident Botha leitete dessen Nachfolger de Klerk ab 1989 das Ende der Apartheid ein. 1990 wurde Mandela freigelassen, die Parteien wurden wieder zugelassen und 1991 die letzten Rassentrennungsgesetze - und damit die internationalen Wirtschaftssanktionen - aufgehoben. Nach den ersten freien Wahlen 1994 wurde Mandela neuer Staatspräsident. Er setzte sich für eine pragmatische Wirtschaftspolitik und Aussöhnung der Rassen ein. Eine Wahrheitskommission unter Vorsitz des anglikanischen Erzbischofs Tutu begann 1996 mit der Ausarbeitung der Apartheid-Vergangenheit. Der Übergang zur Mehrheitsherrschaft verlief vergleichsweise friedlich. Allerdings schwelen vor allem in der Provinz KwaZulu/Natal nach wie vor die Feindschaften zwischen den lokalen Gruppen des ANC und der "Inkartha Freedom Party", die seit 1987 Tausende von Toten forderten und vor allem vor den Wahlen 1994 zu blutigen Auseinandersetzungen eskalierten. Die rapide gewachsenen Kriminalität in den großstädtischen Ballungsräumen und neuerdings auch auf dem Lande bedroht die wirtschaftliche und touristische Entwicklung. die muslimische Bürgerwehr "People Against Gangsterism and Drugs" exekutierte 1996 in Kapstadt einen Drogenboß und kündigte weitere Selbsthilfeaktionen gegen Kriminelle an, wenn die Polizei nicht energischer vorgehe. Für Millionen von Schwarzen, die sich von dem Ende der weißen Dominanz ein besseres Leben erhofften, haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen noch immer nicht grundlegend geändert. Allein zur Schaffung von Arbeitsplätzen für die Schulabgänger müßte die Wirtschaft jährlich um 5% wachsen; 1996 und 1997 wurde diese Rate weit verfehlt. Die Heere arbeitsloser Jugendlicher in den riesigen Vorstädten sind ein gefährlicher sozialer Sprengstoff. In Südafrika wurde am 23.04.2004 Präsident Thabo Mbeki vom Parlament wiedergewählt. Mbeki ging gestärkt aus den Parlamentswahlen vom 14. April hervor. Seine Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), verfügt erstmals über eine Zweidrittelmehrheit. Der ANC stellt 279 von 400 Abgeordneten. Auch die Anfechtungsklage der Inkatha-Freiheitspartei kann die Wiederwahl des 61-jährigen Mbeki nicht aufhalten. Das Wahlergebnis von Mbeki übertraf sogar die ANC-Erfolge unter seinem Vorgänger, dem Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hat am 14.06.2005 seinen Stellvertreter Jacob Zuma wegen Korruptionsverdachts entlassen. Mbeki erklärte, für die Demokratie des Landes sei es das Beste, Zuma aller Verpflichtungen zu entbinden. Der Staatschef zog damit die Konsequenz aus der Verwicklung Zumas in eine Schmiergeld-Affäre. Siehe dazu auch einen Hintergrundbericht. Südafrikas oberster Polizeichef Jackie Selebi ist wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert worden und daraufhin auch von seinem Amt als Präsident der internationalen Polizeibehörde Interpol zurückgetreten. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hatte Selebi am 13.01.2008 auf unbestimmte Zeit beurlaubt, nachdem die Justiz eine Anklage wegen Korruption und Justizbehinderung angekündigt hatte: Selebi soll einen Drogenhändler und mutmaßlichen Mörder über die Ermittlungen gegen ihn informiert und im Gegenzug 1,2 Millionen Euro erhalten haben. Nach dem brutalen Mord an einer somalischen Flüchtlingsfamilie in Südafrika hat die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, am 07.10.2008 die Regierung in Pretoria zum Handeln aufgefordert. «Fremdenfeindliche Übergriffe gibt es leider regelmäßig in etlichen Ländern, aber dieser Vorfall ist einer der schändlichsten außerhalb von Kriegsgebieten, von dem wir gehört haben», sagte die gebürtige Südafrikanerin Pillay. Unbekannte Täter hatten eine Somalierin, ihre zwei Söhne und die Tochter am vergangenen Freitag in einem kleinen Laden erstochen. Die Frau und das zwölfjährige Mädchen wurden zudem vergewaltigt. Besonders tragisch sei, dass die Familie, die vor den Kämpfen in ihrer Heimat geflohen war, in Südafrika sicher zu sein glaubte, sagte Pillay. In der sogenannten Regenbogennation hat die Fremdenfeindlichkeit in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Situation eskalierte im Mai in einer Gewaltorgie gegen Ausländer. Mehr als 60 Menschen wurden getötet, tausende vertrieben. Die Angreifer warfen den Ausländern vor, sie nähmen ihnen die Jobs, die Häuser und die Frauen weg. Hintergrundberichte:
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