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Freundschaftsdienste für Jacob Zuma
Frank Räther 06.01.2008. Die Zeremonie war afrikanische Tradition vom Feinsten. Erst wurde das Brautgeld von elf Kühen bezahlt, dann besuchte der Bräutigam die Eltern der Braut, und schließlich wurde sie ihm in einer Hochzeitszeremonie zugeführt, wobei sie sittsam die Augen niedergeschlagen hielt. Mit dem traditionellen Leopardenfell der Zulu bekleidet, ehelichte Jacob Zuma, 65 Jahre alt und Präsident des regierenden ANC in Südafrika, am Sonnabend auf seinem Gut KwaNxamala die 32 Jahre jüngere Nompumelelo Ntuli. Er hat mit ihr bereits zwei Kinder, die fünf Jahre beziehungsweise elf Monate alt sind. Die Heirat war also überfällig. Nun seien die Ahnen zufriedengestellt, heißt es aus seiner Umgebung. Zumas erste Frau, Sizakele Khumalo, bereitete das Essen für das Paar und Hunderte Gäste. Sie sehe in Ntuli die jüngere Schwester, heißt es. Zuma, der sich zur Zulu-Tradition der Polygamie bekennt, ist außerdem mit zwei anderen Frauen zusammen, die ebenfalls Kinder von ihm haben. Von seiner langjährigen Gattin Nkosasana Dlamini-Zuma, Südafrikas Außenministerin, ist er seit 1998 geschieden. Ehefrau Kate verübte zwei Jahre später Selbstmord. Aus all den Beziehungen sind 14 Kinder bekannt. Frauen und Kinder kosten Geld. Ebenso sein Gut im traditionellen Rundhüttenstil der Zulu als Heimstatt der Großfamilie. Wie Jacob Zuma das finanziert, beschäftigt die Justiz. Sie hat kurz nach Weihnachten gegen ihn Anklage wegen Betrugs, Geldwäsche und Korruption erhoben. Der Prozessbeginn wurde für August angesetzt. Wie aus der umfangreichen und detaillierten Anklageschrift hervorgeht, werden viele Ausgaben Zumas von seinen Freunden finanziert - vor allem von seinem Finanzberater Schabir Shaik, der 2005 wegen Korruption zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde, von dem Casino-Mogul Vivian Reddy und dem deutschen Geschäftsmann Jürgen Kögl. Der Geschäftsmann Abdul Rahim Malek stellte Zumas neuer Frau Ntuli und ihren beiden Kindern lange Zeit sein 500 000-Euro-Haus in Durban zur Verfügung. Kostenlos natürlich. Aus purer Freundschaft und Bewunderung Zumas, wie er sagt. Alles nur Kampagne Die Anklagebehörde geht davon aus, dass sich insbesondere Shaik damit politischen Einfluss erkaufte. Zuma weist dies ebenso zurück wie die Vorwürfe der Korruption und der Steuerhinterziehung. "Ich bin unschuldig und werde dies vor Gericht beweisen", erklärte er erst am Wochenende der südafrikanischen Zeitung Beeld. Die Anschuldigungen gegen ihn seien Teil einer politischen Kampagne. Zuma war nach Shaiks Verurteilung 2005 von Präsident Thabo Mbeki als Vizepräsident Südafrikas gefeuert worden. Ein erster Korruptionsprozess gegen ihn wurde 2006 vom Richter verworfen, weil die Beweise nicht ausreichten. Doch nachdem sich Zuma im Dezember beim ANC-Parteitag gegen Mbeki durchsetzte, kam postwendend die neue Anklage. Mbeki wird vorgeworfen, er habe die Justiz auf Zuma gehetzt, damit dieser ihm nicht bei den Wahlen 2009 auch als Präsident Südafrikas nachfolgt. |
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