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Der Liebling der Armen wird Präsident 
Parlament wählt Zuma zum neuen Staatsoberhaupt. Die größte Oppositionspartei boykottiert die Abstimmung

Frank Räther

07.05.2009. Der ebenso populäre wie umstrittene Chef des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), Jacob Zuma, ist vom Parlament zum neuen Präsidenten Südafrikas gewählt worden. Von den 400 Parlamentariern erhielt Zuma 277 Stimmen. Damit wurde er nur von seiner eigenen Partei gewählt, die 279 Sitze inne hat.

Der Gegenkandidat Mvume Dandala vom Volkskongress (Cope), bekam mit 47 Stimmen ebenfalls nur das Votum der eigenen Mandatsträger. Alle anderen Abgeordneten nahmen demonstrativ nicht an der Abstimmung teil.

Das störte aber die drei Frauen nicht, die den polygamen ANC-Führer unmittelbar nach seiner Wahl küssten: Winnie Mandela, die offenbar auf einen Regierungsjob hofft; die wegen ihrer Rote-Bete-Empfehlung als Aidsmedikament international verlachte einstige Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang sowie von seiner Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma, die weiter auf ihrem Außenministerposten bleiben möchte. Ob sie tatsächlich in der neuen Regierung vertreten sein werden, wird Südafrika erst am Montag wissen. Dann wird Zumas bislang unbekanntes Kabinett seine Arbeit aufnehmen.

Zuma bezeichnete sich in einer kurzen Ansprache als Nachfolger von Nelson Mandela. Wie dieser wolle er "den Pfad der Versöhnung, Freundschaft und Eintracht" aller Südafrikaner einschlagen, ungeachtet ihrer Rasse oder Parteizugehörigkeit. Die fünf Prioritäten seiner Politik sollen Bildung, Gesundheitswesen, Landreform und ländliche Entwicklung, der Kampf gegen die Kriminalität sowie die Schaffung von Jobs sein. "Das Volk hat hohe Erwartungen", sagte Zuma. Allein im ersten Quartal dieses Jahres waren über 200 000 Arbeitsplätze im Land verloren gegangen. Der ANC hatte aber versprochen, jedes Jahr 500 000 neue Jobs zu schaffen.

Der neue Präsident wird am Sonnabend öffentlich in Pretoria vereidigt werden. Zu der Zeremonie wurde auch Sudans Präsident Omar al-Bashir eingeladen - gefolgt von dem diskreten Hinweis, Sudan möchte bitte lieber einen Vertreter entsenden. Sollte Bashir südafrikanischen Boden betreten, würde er verhaftet werden, hieß es aus dem Außenministerium.

Gegen Bashir liegt wegen Kriegsverbrechen in Darfur ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vor. Anders als viele afrikanische und arabische Staaten, in die Bashir in den vergangenen Wochen unbeschadet reiste, will Südafrika sich an internationale Verträge halten.

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