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Pretoria heißt jetzt Tshwane Am 31.07.2003 beschloß der Stadtrat von Pretoria die Umbennung der südafrikanischen Hauptstadt. Die Re-Afrikanisierung kolonialer Namen - die Provinz Johannesburg heißt schon seit langem "Gauteng", nach dem Stammeswort für Gold; Bloemfontein heißt nun "Mangaung" und der East-Rand "churkuleli" - zielt mit der Umbenennung Pretorias mitten ins Herz der Buren. Die hatten Pretoria 1855 als Hauptstadt der Burenrepublik Transvaal gegründet und nach ihrem Vortrekker-Führer und Nationalhelden Andries Pretorius benannt, der sich in der Schlacht am Bloodriver bei der Niedermetzelung des Zulu-Königreichs hervorgetan hatte. Inoffiziell ist der Name Tshwane schon einige Jahre im Umlauf. Die linke (jüdisch-weiße) Wochenzeitung "Mail & Guardian" benutzt das Wort aus der Pedi-Sprache schon seit mindestens 2000 - so weit reicht jedenfalls deren Online-Archiv. In einer seiner dortigen Kolumnen verglich "Oom Krisjan" etwa die Knöllchenpreise beim Überfahren einer roten Ampel in "Jozi, Durbs, Thswane" (Johannesburg, Durban, Pretoria) mit denen in "Kaapstad". Wie beliebt die Bezeichnung Tshwane im Volksmund ist, belegt auch ein Gangster, der die Gegend um Hermaanskraal unsicher macht, indem er seine Opfer zum Sex unter seinen Augen nötigt. Er nennt sich "Tshwane Metro" - wie der künftige Stadtrat von Pretoria. Was bedeutet aber Tshwane eigentlich? In Pedi, einem Nord-Sotho-Dialekt, gibt es ein Sprichwort: "Swana ya moshate, oa e gapa o molatu, oa e lesha o molatu." Wenn du den schwarzen Ochsen des Chefs vor dem Abgrund retten willst, machst du dich schuldig (weil man meint, du klaust ihn), wenn nicht, auch. Swane/Swana oder ntshoana (Süd-Sotho) steht dabei für: der schwarze Ochse des Chefs. |
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