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In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beherrschten Ägypter und Briten den Sudan, dessen Geschichte durch den Gegensatz zwischen dem arabischen Norden und dem schwarzafrikanischen Süden geprägt ist. 1882 erhoben sich die Sudanesen im "Mahdi-Aufstand" gegen die Fremdherrschaft. Sie verloren 1898 endgültig und bis 1956 blieb der Sudan ein anglo-ägyptisches Kondomium. In einem Referendum entschied sich die Bevölkerung gegen einen Anschluß an Ägypten. Schon 2 Jahre nach der Unabhängigkeit übernahmen Militärherrscher die Macht; 1958 General Ibrahim Abbud, 1969 Jafar el-Numeiri. Eine verfehlte Wirtschaftspolitik und Islamisierungsbestrebungen führten 1983 zum erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden; der Konflikt dauerte - mit Unterbrechungen - bis heute an. Numeiri stürzte 1985, die folgende Zivilregierung konnte die Probleme des Landes auch nicht lösen. Seit 1989 bestimmen die Muslimbrüder unter Hassan el-Turabi die Politik im Sudan, obwohl der General el-Bashir Präsident ist: das Scharia-Recht wurde eingeführt, die Missionarisierung wurde verstärkt. Im Golfkrieg 1991 ergriff der Sudan für Irak Partei. Ägypten beschuldigte das Land der Mittäterschaft an einem fehlgeschlagenen Attentat auf Präsident Mubarak 1995. Im Krieg gegen Befreiungsbewegungen des Südens verhindert das Regime Hilfsaktionen für die hungernde Bevölkerung. Über eine Million Menschen sind verhungert oder bei Kämpfen ums Leben gekommen. Der sudanesische Militärmachthaber Hassan Ahmad al-Baschir (55) verhängte am 12.12.1999 für drei Monate den Ausnahmezustand. Hintergrund ist ein Machtkampf in der islamistischen Führung des ostafrikanischen Landes. Das Parlament solle nach Angaben des Staatsfernsehens aufgelöst werden. Als Bedrohung von außen nannte Baschir die jüngsten Anschläge auf Ölpipelines, für die Oppositionsgruppen verantwortlich gemacht werden, sowie Pläne der USA, die Rebellen im Süden des Landes mit Nahrungshilfe zu unterstüzen. Die seit 1983 gegen die islamistische Regierung kämpfenden Einheiten verlangen eine stärkere Autonomie. Durch die Folgen des Bürgerkriegs und Hungersnöte kamen im Sudan (1998: 28,5 Mio Einwohner) seit 1983 rund 1,9 Mio Menschen ums Leben. Innerhalb der islamistischen Führung gibt es einen Konflikt zwischen Staats- und Regierungschef Baschir und dem einflussreichen Parlamentspräsidenten Hassan Turabi, dem 1998/99 viele Vollmachten Baschirs übertragen wurden. Baschir kam 1989 mit einem Militärputsch an die Macht und wurde seitdem von Turabi und dessen Nationaler Islamischer Front unterstützt.   Das sudanesische Parlament sollte in Kürze über Verfassungsänderungen abstimmen, nach der Präsident Bashir mit Zweidrittelmehrheit abgewählt werden könnte. Außerdem soll der Ministerpräsident direkt gewählt werden und dem von der Nationalen Islamischen Front dominierten Parlament verantwortlich sein.

In einem Friedensabkommen im Jahr 2005 stimmte die sudanesische Regierung zu, dem Süden des Sudans mehr Autonomie einzuräumen. Trotz dem Abkommen kam es weiterhin zu Unruhen im südlichen Teil des Landes, die schließlich in ein Unabhängigkeitsreferendum führten, welches vom 9. bis 15. Januar 2011 durchgeführt wurde. Hierbei sprachen sich 99% der abstimmenden Sudsudanesen für eine Unabhängigkeit vom Sudan aus.

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