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Somalia und seine Hauptstadt Mogadischu werden vor allem in Deutschland eng verbunden bleiben mit der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch palästinensische Terroristen im Oktober 1977. An Bord befanden sich 83 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Mit der Aktion sollten Mitglieder der RAF freigepreßt werden. Die Geiseln wurden am 18. Oktober in Mogadischu mit Zustimmung des damaligen Präsidenten Siad Barre von der Elitetruppe GSG 9 befreit. Flugkapitän Jürgen Schumann wurde von den Terroristen ermordet, die GSG 9 erschoß 3 der 4 Hijacker. Der Vorfall in dem nicht zufällig ausgewählten Zielland wirft ein Licht auf die unruhige Geschichte und Gegenwart Somalias. Forschungsreisende berichteten schon im 19. Jahrhundert von Greueltaten und fehlender Bereitschaft der zerstrittenen Somali-Stämme zur Staatenbildung. Nach jahrzehntelangem Protektoratszeit Italiens Süden und der Briten im Norden ist Somalia heute eines der ärmsten Länder der Erde. Es herrscht politisches Chaos, Clan-Führer oder Stammeshäuptlinge kämpfen um die Macht, eine allgemein anerkannte Regierung gibt es nicht. Die UNO erlebte dort ein großes Fiasko. Im Sommer 1992 beschloß sie, Friedenstruppen nach Somalia zu entsenden, vor allem aus Entwicklungsländern. Doch am 9. Dezember intervenieren US-Truppen unter UNO-Mandat, um das Bandenwesen und die Hungerskatastrophe zu bekämpfen. Im Januar 1993 erreichten amerikanische und alliierte Truppen mit 37.000 Mann ihre Maximalstärke, wurden bis April aber zunächst auf 5000 abgebaut. Ihnen folgten Soldaten aus anderen UNO-Mitgliedsstaaten, darunter 1700 deutsche UNO-Soldaten, die zur Absicherung humanitärer Hilfe in das als befriedet geltende Gebiet von Belet Huen einrückten. Amerikanisches Militär verfolgte derweil vergeblich den als Kriegsverbrecher geltenden Clan-Führer Aidid. Im März 1994 zogen nacheinander die deutschen, amerikanischen und andere westlichen Truppen ab, im März 1995 verließen die letzten Blauhelme das Land. Die gescheiterte Intervention erreichte zeitweise eine Beseitigung der Hungersnot, doch die Kämpfe im Land gingen weiter. Am 1. August 1996 starb der mit anderen Clan-Führer zerstrittene Aidid an den Folgen einer schweren Verletzung, doch sein Sohn und Nachfolger Hussein Aidid setzte die Kabalen des Vaters fort. Wer heute an der Macht in Somalia ist und was im Land geschieht, darüber fehlen zuverlässige Informationen. Gewiß ist nur, daß der Region, in der die Römer vor 2000 Jahren mit Weihrauch, Myrrhe, Elfenbein und Leopardenfellen handelten, von rivalisierenden Clans ruiniert wird. Somalia ist ein führender Waffenlieferant für Extremistengruppen wie das Terrornetzwerk El Kaida. Zu diesem Schluss kommt ein am 05.11.2003 bekannt gewordener UN-Bericht, der die Einhaltung des 1992 gegen Somalia verhängten Waffenembargos bewertete. Sogar Boden-Luft-Raketen könnten einfach erworben und in die "gesetzlosen, weitgehend unregierten Gebiete" Somalias eingeschleust werden. Bei den schwersten Granatenangriffen seit der Vertreibung der islamistischen Milizen sind in Somalias Haptstadt Mogaduschu am 20.02.2007 mindestens 16 Menschen getötet worden. Die Geschosse der Rebellen hatten unter anderem den Präsidentenpalast und das Hauptquartier der Armee getroffen. Bei Kämpfen zwischen aufständischen Islamisten und Soldaten sind in Somalias Hauptstadt Mogadischu einer Untersuchung zufolge mehr als 1 000 Menschen getötet worden. Mehr als 4 300 Menschen wurden verletzt und 1,4 Millionen aus ihren Häusern vertrieben, heißt es in dem Dokument von Sicherheitskräften und zivilen Vertretern, das der Nachrichtenagentur Reuters am 10.04.2007 vorlag. Die Gefechte zwischen Islamisten, somalischen und äthiopischen Soldaten hatten sich zwischen dem 29. März und 1. April ereignet. Mitarbeitern von Hilfsorganisationen zufolge waren es die heftigsten Gefechte in Mogadischu seit 15 Jahren. Eine Menschenrechtsorganisation hatte die Opferzahl mit 381 Menschen deutlich tiefer beziffert. Somalias Präsident Abdullahi Yussuf warnte in einem Radiointerview, "wo immer eine Kugel herkommt, dort werden wir bombardieren, ganz egal wer sich da aufhält", und machte so deutlich, dass er den Tod unschuldiger Zivilisten in Mogadischu in Kauf nimmt. Hintergrundberichte:
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