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Äthiopiens Armee rückt in Somalia ein 20.05.2009. In Somalia toben die schwersten Kämpfe seit Jahresanfang. Am Dienstag sah es aus, als würden die Gefechte sich zu einem regelrechten Krieg zwischen islamistischen Milizen und Truppen der Übergangsregierung ausweiten. Aus der Hauptstadt Mogadischu und aus der Zentralregion des Landes wurden schwere Gefechte gemeldet. Zudem berichteten Augenzeugen, die äthiopische Armee habe wenige Monate nach ihrem offiziellen Abzug aus Somalia wieder in die Kämpfe eingegriffen. "Sie sind in der Nacht zum Dienstag einmarschiert", sagte ein Einwohner der strategisch wichtigen Stadt Kala-Beyr nördlich von Mogadischu, in der die Straßen aus dem Norden und aus Äthiopien zusammenlaufen. "Es sieht aus, als wollten sie vorerst hier bleiben." Somalischen Radioberichten zufolge soll die äthiopische Armee mit 18 voll beladenen Lastwagen nach Kala-Beyr gekommen sein. Die äthiopischen Truppen waren 2006 im Nachbarland einmarschiert, hatten die zu diesem Zeitpunkt in Mogadischu herrschenden Islamisten gestürzt und eine Übergangsregierung installiert. Es gelang ihnen jedoch nicht, das Land zu befrieden, und zur Jahreswende 2008/09 zogen sie ab. Seither waren immer wieder vereinzelt äthiopische Einsatzkommandos in Somalia gesichtet worden, Berichte über einen großangelegten Wiedereinmarsch sind aber neu. Die Regierung in Addis Abeba bestritt am Dienstag jede militärische Verwicklung in Somalia. "Das sind frei erfundene Geschichten", erklärte das Außenministerium. "Wir haben keinerlei Pläne, in Somalia einzumarschieren." Doch nicht nur verschiedene somalische Medien, auch Behörden in der Stadt Belet Huen bestätigten den Einmarsch. Ein Sprecher der regierungstreuen Regionalverwaltung kündigte an, man werde gegen die äthiopischen Truppen vorgehen. Ihre Kämpfer sahen sich am Dienstag jedoch massiven Angriffen der radikalislamischen Shabaab-Milizen ausgesetzt. Diese hatten am Wochenende schon Jowhar eingenommen, die Heimatstadt des vom Ausland anerkannten, in Somalia selbst aber weitgehend machtlosen Übergangspräsidenten Sharif Sheikh Achmed. Die Shabaab wird von Kämpfern der Hisbul Islam unterstützt, einer radikalen Bewegung, die vom international gesuchten Terroristen Sheikh Hassan Dahir Aweys geführt wird. Berichte häufen sich, dass an ihrer Seite auch Ausländer kämpfen. In der südsomalischen Hafenstadt Kismayo, die von der Shabaab kontrolliert wird, registrieren örtliche Milizen derweil Mudschaheddin für einen "heiligen Krieg" gegen die Übergangsregierung. Seit Beginn der Kämpfe sollen mindestens 175 Menschen ums Leben gekommen sein. Zehntausende flohen aus den Kampfregionen.
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