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Massenflucht aus Mogadischu 14.05.2009. Bei schweren Kämpfen sind in Somalias Hauptstadt Mogadischu in den vergangenen Tagen mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. Fast täglich stoßen islamistische Untergrundkämpfer mit Truppen zusammen, die die Übergangsregierung von Sheikh Sharif Achmed - einst selbst ein Führer der Islamisten - unterstützen. Doch seit Freitag sind die Kämpfe so heftig wie seit Monaten nicht, manche Beobachter sprechen sogar von den schwersten Gefechten seit Jahren. "Die Kämpfe finden in den am dichtesten besiedelten Wohnvierteln von Mogadischu statt, die meisten Opfer sind Zivilisten", sagt Ali Sheikh Yasin, Sprecher der somalischen Menschenrechtsgruppe Elman. Allein gestern kamen mindestens elf Menschen ums Leben. Ein Ende des seit 18 Jahren währenden Bürgerkriegs ist nicht in Sicht - im Gegenteil. Es scheint, als hätten die Islamisten mit dem lange erwarteten Sturm auf Mogadischu begonnen. Tausende Bewohner der Hauptstadt sind auf der Flucht ins Umland, wo bereits mehrere hunderttausend Vertriebene in notdürftigen Lagern leben. In jeder Feuerpause strömen Konvois vollgeladener Pickup-Trucks aus der Stadt heraus, berichten Augenzeugen. Verschärft werden die Kämpfe dadurch, dass sich nicht nur Islamisten und die Truppen der schwachen Übergangsregierung bekämpfen, sondern auch verfeindete Islamistenflügel. Nachdem der bedeutende Milizenführer Indaadde seine Kämpfer der "Hisbul Islam"-Bewegung von Sheikh Hassan Dahir Aweys unterstellt hat, sieht die ähnlich radikale Shabaab-Miliz ihre Vorherrschaft gefährdet. Deren Führer Sheikh Mukhtar Abu Subeyr rief die Bevölkerung auf, "an unserem heiligen Krieg teilzunehmen." Die Übergangsregierung spricht von einem Putschversuch. "Die Angreifer haben in den vergangenen zwei Tagen versucht, mehrere unserer Stützpunkte einzunehmen", so Informationsminister Farhan Ali Mohammed. "Diese Angriffe sind aber erfolgreich abgewehrt worden." Unabhängige Bestätigungen dafür gab es zunächst nicht. Mohammed zufolge sollen an den Attacken auch radikale Islamisten aus dem Ausland beteiligt sein. Unterstützung erhielt die Übergangsregierung vom UN-Sonderbeauftragten Achmed Ould Abdallah. "Somalia hat eine Regierung, wenn auch eine schwache, die Angreifer sind deshalb nichts anderes als Putschisten", sagte er. Die Welt habe eine moralische Verpflichtung, gegen die Milizen vorzugehen, sagte er bei einem Treffen der Afrikanischen Union (AU), die derzeit etwa 4 000 Soldaten in Mogadischu stationiert hat. Ohne Unterstützung von außen drohe Somalia "in Anarchie und Hoffnungslosigkeit" zurückzufallen, warnte der Untergeneralsekretär für politische Fragen, Lynn Pascoe, gestern in einer Debatte des Weltsicherheitsrats in New York.
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