banner_klein.jpg (6301 Byte)

Themen

Afrika
Amerika
Asien
Australien
Europa

Algerien
Angola
Ägypten
Äthiopien
Äquatorial-Guinea
Benin
Botswana
Burkina Faso
Burundi
Cote d'Ivoire
Dschibuti
Eritrea
Gabun
Gambia
Ghana
Guinea
Guinea-Bissau
Kamerun
Kapverden
Kenia
Komoren
Kongo - Brazaville
Kongo - Kinshasa
Lesotho
Liberia
Libyen
Madagaskar
Malawi
Mali
Marokko
Mauretanien
Mauritius
Mosambik
Namibia
Niger
Nigeria
Ruanda
Sambia
Sao Tome
Senegal
Seychellen
Sierra Leone
Simbabwe
Somalia
Sudan
Sudan (Süd-)
Südafrika
Swasiland
Tansania
Togo
Tschad
Tunesien
Uganda
Zentralafrika


Ein Schiff voller Waffen in der Hand von Piraten 
Somalische Freischärler warnen vor einem Blutbad für den Fall, dass sie angegriffen werden sollten

Frank Räther

30.09.2008. Auf dem vor der somalischen Küste gekaperten ukrainischen Frachtschiff "Faina" spitzt sich die Lage offenbar zu. Die Moskauer Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete gestern, die Piraten an Bord hätten sich untereinander beschossen, weil sie sich stritten, ob sie weitermachen oder aufgeben sollten. Drei Freischärler seien dabei getötet worden.

Der Sprecher der Piraten, Sugule Ali, dementierte. "Wir haben über kein einziges Thema gestritten, geschweige denn hatten wir eine Schießerei", erklärte er. Auch der Kommandeur des US-Zerstörers "Howard", der in Sichtweite ankert und die Geschehnisse an Bord beobachtet, weiß von nichts. Er stehe ab und zu per Funk mit der Brücke der "Faina" in Verbindung, erklärte er. Man verfolge auch aufmerksam die Verhandlungen zwischen den Piraten, die 20 Millionen Dollar fordern, und dem Schiffseigner. Am wichtigsten sei es, dass das Schiff nicht entladen werde.

Denn die Fracht der "Faina" hat es in sich: 33 schwere Panzer vom Typ T-72, gepanzerte Fahrzeuge, Granatwerfer, kistenweise Maschinenpistolen AK-47 und Munition. Am vorigen Donnerstag hatten die Piraten 200 Kilometer vor der Küste das unter der Flagge von Belize fahrende Schiff auf dem Weg vom Suezkanal zum kenianischen Hafen Mobasa von drei Schnellbooten aus geentert und die 21-köpfige Besatzung in ihre Gewalt gebracht. Dann fuhren sie nahe an den kleinen nordsomalischen Hafen Hobyo heran, von dem aus sie sich inzwischen auch mit Proviant und Trinkwasser versorgten. Der russische Kapitän der "Faina", Wladimir Kolobkow, erlag ukrainischen Fernsehberichten zufolge am Sonntag einem Herzinfarkt. Der Rest der Mannschaft, so der Piratensprecher, sei wohlauf.

Inzwischen haben vier westliche Kriegsschiffe die "Faina" umzingelt. Das russische Patrouillenboot "Neustrashini" ist auf dem Weg zur somalischen Küste. Sugale Ali warnte davor, das Schiff anzugreifen. "Keiner wird dann überleben. Entweder wir bleiben alle am Leben, oder wir werden alle sterben." Angesichts der Unmenge an Munition an Bord ist dies keine leere Drohung.

Allein in diesem Jahr sind vor der Küste Somalias nach Angaben des International Maritime Bureau bereits 62 Schiffe von Piraten angegriffen worden. 26 von ihnen wurden gekapert, darunter auch ein deutscher Frachter und eine deutsche Segelyacht. Die meisten Schiffe wurden nach Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder freigegeben.

Unklar ist noch immer, für wen die Fracht der "Faina" gedacht ist. Während die Ukraine und Kenia erklären, die Panzer und die anderen Waffen seien für die kenianische Armee bestimmt, behaupten sowohl die Piraten als auch die US-Marine, das Ziel der Fracht sei der Sudan. Offen ist, ob damit die Regierung in Khartum gemeint ist oder der Südsudan, der seit dem Abkommen von 2005 autonom ist und 2011 über die Unabhängigkeit entscheiden wird.

Kenianische Behörden wollen wissen, dass wiederholt über Mombasa Waffen nach dem Südsudan gebracht wurden. Ein südsudanesischer Sprecher dementierte zwar, doch die dortige Administration muss solche Berichte ohnehin bestreiten, da Waffenimporte nur mit Genehmigung eines Nord-Süd-Komitees in Khartum erfolgen dürfen.

Wofür freilich Kenia die schweren Panzer brauchen soll, weiß auch niemand so recht zu sagen. Denn zum einen gibt es keinerlei militärische Bedrohung des Landes, die den Panzereinsatz erfordern würde. Zum anderen sind die Straßen und Brücken dort so marode, dass sie der schweren Last kaum standhalten dürften. Zudem ist das Land bisher vor allem mit britischen und anderen westlichen Waffen ausgerüstet worden, so dass ein Kontrakt mit der Ukraine viele in Kenia verblüfft.

Militärexperten äußerten auch die Vermutung, dass Ruanda oder Ost-Kongo mit dem Militärgerät versorgt werden könnten. Da die T-72 entsprechend ausgebildetes Personal benötigen, um wirklich für Kampfeinsätze genutzt werden zu können, bleibt der Bestimmungsort der Fracht der "Faina" ein Rätsel.

 

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

a
Navigation


Web erdkunde-wissen.de

Allgemeine Informationen
Link-Datenbank

Pol. System, Einreise & Botschaften
Währung
Klima, Flora & Fauna
Geographie & Fahne
Geschichte & Gegenwart
Bevölkerung
Wirtschaft & Militär
Industrie, Rohstoffe & Landw.
Außenwirtschaft
Verkehr, Umwelt & Energie
Wohlstand & Sicherheit
Entwicklungshilfe
Reiseinformationen


Bildung, Soziales & Kultur
Essen & Trinken
Hintergrundberichte
Medien & Kommunikation

Literatur
Länderfotos
Nationalhymnen

--> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes

Kommunikation
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Suchmaschine