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Die Entwicklung Simbabwes ist eine Geschichte enttäuschter Hoffnungen. 1980 versprach der neue Regierungschef Robert Mugabe, Marxist und Schüler linker Jesuiten, dem bis dahin von weißen Siedlern dominierten Land eine Politik der inneren Versöhnung. Doch einige Jahre später war die Zusagen, auch gegenüber schwarzen Oppositionspolitikern, vergessen. Simbabwe, benannt nach einer Bantu-Metropole aus dem 14. Jahrhundert, ist heute ein heruntergewirtschafteter, von Mugabe autoritär regierter Staat. Seit 1891 britisches Protektorat, seit 1923 britische Kolonie mit Selbstverwaltung, erklärte sich Südrhodesien 1965 unter Ian Smith für unabhängig. 1979 einigte sich Smith über die Machtübergabe an die schwarze Bevölkerungsmehrheit mit Bischof Abel Muzorewa, der Premier der Republik Simbabwe-Rhodesien wurde. Doch der  von Mugabe gemeinsam mit Joshua Nkomo geführte Guerillakrieg gegen die Vorrechte der Weißen ging weiter, bis die beiden Ende 1979 einen Waffenstillstand mit den Regierungstruppen zustimmten. Bilanz des Bürgerkrieges: über 27.000 Tote. Seit der ersten Parlamentswahl 1980 errang Mugabe hohe Wahlsiege. Muzorewa kam zeitweilig ins Gefängnis. Mit dem nach einem Zerwürfnis geflohenen Nkomo versöhnte sich Mugabe später wieder. 1987 wurden alle von der Verfassung garantierten Abgeordnetensitze für die Weißen gestrichen. Seit 1987 ist Mugabe zugleich Staats- und Regierungschef. Demonstrationen für die Einhaltung von Menschenrechten, gegen die Stagnation der überregulierten Wirtschaft und Unregelmäßigkeiten bei der Umverteilung von Farmen an die schwarze Bevölkerung minderten auch international das Ansehen des wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten anerkannten Mugabe. Bei der Präsidentschaftswahl 1996 zogen Muzerowa und der frühere Mugabe-Verbündete Sithole ihre Kandidatur wegen Benachteiligung zurück; Mugabe gewann mit 92,7% der Stimmen bei 31,7% Wahlbeteiligung. Simbabwe wurde zum "Land der Infizierten" mit der vermutlich weltweit höchsten Rate an AIDS-Erkrankten. Seit Jahren betreibt Mugabe eine Haßkampagne gegen Homosexuelle ("Schweine ohne Rechte") und attackiert Menschenrechtsgruppen, Geistliche und den Weltkirchenrat. Während das Land in Armut versinkst, versucht sich Mugabe als Außenpolitiker: im Sommer 1998 gewährte er dem bedrängten Kongo-Diktator Kabila militärische Unterstützung.      Wie am 15.2.2000 in Harare, der Hauptstadt des afrikanischen Staates Simbabwe, bekanntgegeben wurde, lehnte die Mehrheit des Volkes die von Präsident Robert Mugabe (74) eingeleitete Verfassungsreform ab. Nach Auszählung von drei Vierteln der Stimmen lagen die Gegner des Verfassungsentwurfs nach Auskunft der staatlichen Wahldirektion mit 56,6% in Führung. In den Städten stimmten rund 70% gegen die neue Verfassung, welche die Befugnisse des seit 1980 regierenden Präsidenten ausweiten soll. In 40 ländlichen von insgesamt 120 Stimmbezirken führte hingegen Mugabe.  Das Referendum gilt als Stimmungsbarometer für die für April 2000 angekündigten Parlamentswahlen. Der Volksentscheid, an dem sich nur rund ein Viertel der Wahlberechtigten beteiligten, fand vor dem Hintergrund der schwersten Wirtschaftskrise in dem 1980 unabhängig gewordenen Simbabwe (vorher Rhodesien) statt. Rund 50% der Bevölkerung sind arbeitslos, die Inflationsrate verdoppelte sich von 32% (1998) auf rund 70% Anfang 2000.

In Simbabwe haben weiße Farmer und Vertreter der schwarzen Farmbesetzer am 24. April 2000 über eine Lösung im Konflikt um die besetzten Ländereien beraten. Rund 50 Landwirte und Farmbesetzer nahmen an den Verhandlungen teil. Notwendig wurden sie, nachdem im April 2000 mehrere von Weißen bewirtschaftete Farmen besetzt wurden, wobei es unter den Farmern Tote gab. Oppositionelle Kräfte geben Staatspräsident Mugabe die Schuld für die kritische Lage und werfen ihm vor, die Landbesetzer offen zu deren Verhalten zu ermutigen.

In Simbabwe droht offenbar fast allen weißen Farmern der Verlust ihres Landes. Landminister Joseph Made sagte, die simbabwische Regierung wolle 8,3 Millionen Hektar und damit fast 90% des Ackerbodens beschlagnahmen. Bislang hatte die Regierung von Präsident Robert Mugabe angekündigt, fünf Millionen Hektar ohne Entschädigung an schwarze Familien zu verteilen. . Am 09. August 2001 sind 23 weiße Farmer wegen Gewaltanwendung gegen schwarze Kriegsveteranen vor Gericht gestellt worden. Ihnen wird vorgeworfen, schwarze Familien angegriffen zu haben, die auf enteignete Farmen umgesiedelt waren. Bei der Auseinandersetzung am Montag in Chinhoyi, 100 Kilometer von Harare entfernt, waren ein Farmer getötet sowie fünf Kriegsveteranen und zehn weiße Farmer verletzt worden.

In Simbabwe hat das Oberste Gericht am 04.12.2001 die umstrittene Landreform und damit die Beschlagnahme von Farmen und Agrarland in weißem Besitz als legal bezeichnet. Das von Präsident Mugabe mit regierungstreuen Richtern besetzte Gericht fasste den Beschluss mehrheitlich. Der einzige unabhängige Richter verurteilte die Enteignung. Er forderte die Auflösung des Gerichts.

Die Regierung von Simbabwe hat den seit 22 Jahren herrschenden Amtsinhaber Robert Mugabe zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt. Entsprechende erste Resultate gab die Wahlkommission am 13.03.2002 in Harare bekannt. Die Opposition wirft Mugabe massive Manipulation und Wahlbetrug vor. Im Unterschied auch zu kritischen Stellungnahmen von Beobachtern aus westlichen Ländern kamen afrikanische Wahlbeobachter hingegen zu dem Schluss, der Wille des Volkes sei sehr wohl zum Ausdruck gekommen.

Mugabe soll 56,2 Prozent der Stimmen erhalten haben. Sein wichtigster Herausforderer Morgan Tsvangirai von der "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) kam nach diesem vorläufigen Ergebnis auf lediglich 41,9 Prozent. Von den 5,6 Millionen wahlberechtigten Bürgern haben den Angaben zufolge 3,1 Millionen am Urnengang teilgenommen. Das sind 55,4 Prozent der Wahlberechtigten.

Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat am 30.04.2002 angesichts einer eskalierenden Hungersnot einen landesweiten Notstand ausgerufen. Die Verfügung gibt der Regierung für zunächst drei Monate Sondervollmachten, um den vom Hunger bedrohten 600 000 Menschen im Lande zu helfen. Das von Farmbesetzungen und gewalttätigen Übergriffen gegen die Opposition geprägte Land ist von einer der schlimmsten Dürren seit langem geplagt.

In Simbabwe geht die Enteignung von weißen Farmern weiter. Nach Angaben des Verbandes der kommerziellen Farmer sind in den vergangenen Tagen mindestens 40 weitere weiße Farmer zum Verlassen ihres Landes aufgefordert worden. Nur rund 500 der ehemals etwa 4 300 weißen Farmern in Simbabwe besäßen jetzt noch eigenes Land. Landminister Didymus Mutasa kündigte am 23.10.2006 an, dass die Landreform noch nicht abgeschlossen sei. Es gebe immer noch schwarze Simbabwer, die Land benötigen.


Hintergrundberichte:

12.02.2009 Simbabwes Hoffnung - Oppositionsführer Tsvangirai ist der neue Premierminister, doch viel Macht lässt Mugabe ihm nicht
27.01.2009 Mugabe setzt sich erneut durch - Nachbarstaaten billigen Machtteilung mit Tsvangirai
02.01.2009 Schauprozess - Regime wirft Menschenrechtlerin Putschversuch vor
15.09.2008 Handschlag in Harare - Mugabe und Tsvangirai besiegeln die Teilung der Macht
07.08.2008 Annäherungskurs - Die Parteien des Landes loten die Möglichkeiten für eine Teilung der Macht aus
11.07.2008 Mugabe droht Simbabwe mit Bürgerkrieg - Russland und China verhindern Sanktionen
29.06.2008 Und wieder Mugabe - Simbabwes Herrscher proklamiert sich zum Wahlsieger. Tsvangirai schlägt Machtteilung vor
25.06.2008 Was für eine Wahl
09.05.2008 Wahlkampf mit Knüppeln und Äxten - Mugabe erhöht vor Stichwahl in Simbabwe den Druck
07.04.2008 Mugabe klammert sich an die Macht - Simbabwes Regierungspartei fordert Neuauszählung
04.04.2008 Simbabwe vor dem Neubeginn
31.03.2008 Simbabwes Opposition steht vor dem Sieg - MDC rechnet mit 60 Prozent für ihren Chef Tsvangirai
30.03.2008 Simbabwes Opposition sieht sich schon als Sieger - Die Wahlen verlaufen ruhig, der Kampf um die Ergebnisse aber wird hart. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mehren sich

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