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Simbabwes Opposition sieht sich schon als
Sieger Frank Räther 30.03.2008. Die Auszählung der Stimmen lief noch auf vollen Touren in Simbabwe, da hatten sich neben dem ohnehin siegesgewissen Amtsinhaber Robert Mugabe auch die beiden Präsidentschaftskandidaten der Opposition bereits zum Sieger ausgerufen. "Wir haben diese Wahlen ohne jeden Zweifel gewonnen", erklärte gestern früh Tendai Biti, Generalsekretär der von Morgan Tsvangirai geführten oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Die gleiche Behauptung stellte auch Simba Makoni auf, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. Seine ursprüngliche Erwartung, 72 Prozent der Stimmen zu erhalten, werde vom Endergebnis sogar noch übertroffen werden, so Makoni. Ob es einem der Beiden tatsächlich gelungen sein sollte, den seit fast 30 Jahren regierenden Mugabe an den Urnen zu schlagen oder ihn zumindest in eine Stichwahl zu zwingen, wird sich indes erst noch zeigen müssen. Offizielle Resultate der Präsidentschafts-, Parlaments- und Kommunalwahlen vom Sonnabend wird es frühestens heute, wahrscheinlich aber noch später geben. Entscheidend sein werden wohl die Ergebnisse aus den ländlichen Gebiete, in denen drei Viertel der Simbabwer leben. Dort hat Mugabes Partei Zanu-PF ihre meisten Anhänger, und gerade diese Ergebnisse werden zuletzt erwartet. Während sich Makoni offenbar nur auf sein eigenes Gefühl verlässt, verweist die MDC auf eigene Recherchen ihrer Wahlbeauftragten in den Stimmlokalen, wo die Auszählung bereits beendet ist. In der Hauptstadt Harare habe die MDC zwei Drittel der Stimmen erhalte, erklärte die Partei. Ihr Generalsekretär Biti warnte die Wahlkommission davor, Resultate bekannt zu geben, die sich von denen unterschieden, die nach der lokalen Auszählung an den Stimmlokalen angeschlagen wurden. "Wir werden kein Resultat gestohlener Wahlen akzeptieren", sagte er. Die Wahlen am Sonnabend waren ruhig und fast ohne gewaltsame Zwischenfälle verlaufen. Lediglich aus Bulawayo wurde ein Benzinbombenanschlag auf das Haus einer Parlamentskandidatin der Zanu-PF gemeldet. Im Nordosten des Landes wurde das Haus eines Wahlhelfers der MDC niedergebrannt. Polizei "hilft" bei Stimmabgabe Sehr viele Hinweise hingegen gab es auf Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen. Tausende wurden abgewiesen, weil ihre Namen nicht auf den Wählerlisten standen. Darunter waren viele, die sich noch im Februar selbst davon überzeugt hatten, dass sie darin verzeichnet waren. In einigen Wahlkreisen von Bulawayo, das als Hochburg der Opposition gilt, betraf das bis zu zehn Prozent der Wähler. Aus anderen Regionen wird berichtet, die Polizei habe etwa der Hälfte der Wähler dabei "geholfen", ihr Kreuz zu machen, obwohl dort nur zehn Prozent Analphabeten sind, die Unterstützung nötig hätten. Auch Zanu-Parteivertreter stellten sich an verschiedenen Orten neben die Wähler bei der doch eigentlich geheimen Stimmabgabe. Wahlbetrug lassen auch andere Ereignisse des Sonnabends befürchten. Die Beobachtergruppe des Panafrikanischen Parlaments hat bereits bei der Zentralen Wahlkommission interveniert, weil sie Augenzeuge war, wie in einer Gegend verblüffenderweise über 8 000 Menschen abstimmten, die als Wohnort ein freies Feld dort angegeben haben. In Chinhoyi nördlich von Harare wurde ein Mann entdeckt, der mehrere Urnen mit ausgefüllten Stimmzetteln bei sich trug. Ein Mann in Harare berichtet, er habe auf einem Computer im Wahlbüro den Namen seiner Hausangestellten über ein halbes Dutzend Mal gefunden - und sei dann von der Polizei aus dem Abstimmungslokal eskortiert worden. In Bulawayo waren 19 Wahlbüros stundenlang ohne Beobachter der Opposition, weil deren Akkreditierungen beim Wahlvorstand angeblich verloren gegangen waren und erst umständlich erneuert werden mussten. Und in Zvimba wurden die Wahlbeauftragten der MDC von über hundert Zanu-Anhängern angegriffen, um sie aus dem Stimmlokal fernzuhalten. Die Wahlbeteiligung war offenbar nicht sehr hoch. Nachdem sich in den frühen Morgenstunden oft lange Schlangen gebildet hatten, wählte am Nachmittag kaum noch jemand. Beim Urnengang vor drei Jahren hatte die Beteiligung knapp über 50 Prozent gelegen. Diese Apathie kann vor allem die Opposition Stimmen kosten. In den Städten, die als Hochburgen der Opposition gelten, patrouillierten am Wochenende gepanzerte Fahrzeuge der Polizei. Bewaffnete in voller Kampfmontur standen an zahlreichen Straßenkreuzungen. Mugabe hatte gewarnt, er werde jegliche Form von Protest mit Gewalt niederschlagen lassen. |
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