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Handschlag in Harare 15.09.2008. Es dominierten Pomp und Gloria im Rainbow Towers Hotel von Harare, als gestern feierlich das Machtteilungsabkommen in Simbabwe unterzeichnet wurde. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union und mehrere Staatschefs aus dem südlichen Afrika waren präsent, um dem feierlichen Akt beizuwohnen. Lächelnd und händeschüttelnd überreichten sich dann Präsident Robert Mugabe, der bisherige Oppositionsführer und künftige Premier Morgan Tsvangirai sowie dessen designierter Stellvertreter Arthur Mutambara gegenseitig die dicken, in braunes Leder gebundenen Dokumente, nachdem sie sie mit ihrer Unterschrift versehen hatten. Keiner der vielen anschließenden Redner versäumte es, von einem historischen Ereignis zu sprechen und von einer "Lösung afrikanischer Probleme durch die Afrikaner selbst", die vor allem Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki als langmütigem, doch konsequenten Vermittler zu verdanken sei. Weder Tsvangirai noch Mutambara erwähnten in ihren Reden die Verfolgungen, denen sie selbst und ihre Anhänger in der Vergangenheit auf Geheiß von Mugabe ausgesetzt waren. Alle drei Politiker betonten ihren Willen zur Kooperation. "Wir wollen ohne Angst, Hunger und Unterdrückung leben können", sagte Tsvangirai, Führer der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). "Ärzte müssen zurück in die Kliniken, Lehrer in die Schulen." Die Versorgung mit Strom, Benzin und Trinkwasser sei zu sichern und "die Wiederherstellung des Wertes unserer Währung". Der Simbabwe-Dollar verzeichnet infolge von Mugabes Misswirtschaft eine Inflationsrate von unvorstellbaren elf Millionen Prozent. Das heißt, dass sich mehrfach am Tag die Preise in den Geschäften verdoppeln - zumindest für die wenigen Waren, die überhaupt dort in den Regalen liegen. Auch Mutambara, Führer der vor drei Jahren von der MDC abgespaltenen Fraktion, drängte auf schnelle und konkrete Taten, um die Lebenslage der Bevölkerung zu verbessern. "Die nationale Heilung muss bis in die Dörfer reichen", mahnte er. Lediglich Mugabe erging sich in langen Tiraden über den Unabhängigkeitskampf und die "Versuche der einstigen Kolonialherren, einen Regimewechsel in Simbabwe" zu bewerkstelligen. Die vereinbarte Machtteilung soll so aussehen: Mugabe wird als Präsident weiter das Kabinett leiten. Allerdings ist dort seine Zanu-PF-Partei nur noch die Minderheit. Sie stellt 15 der 31 Minister, darunter den für Verteidigung. Hingegen sollen die beiden MDC-Fraktionen, die 16 Ministerposten bekommen, das Innenministerium erhalten, dem die Polizei untersteht, und außerdem das Finanz- und Außenministerium. Tsvangirai wird voraussichtlich vom November an dem neuen Ministerrat vorstehen, der erst noch per Verfassungsänderung vom Parlament geschaffen werden muss. Innerhalb von 18 Monaten soll ein neues Grundgesetz ausgearbeitet und verabschiedet werden, auf deren Grundlage es dann zu Neuwahlen kommen wird. |
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