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Mugabe klammert sich an die Macht 
Simbabwes Regierungspartei fordert Neuauszählung

Frank Räther

05.04.2008. Robert Mugabes Partei hat sich nach dem ersten langen Wahlschock in Simbabwe wieder gefangen. "Wir sind gestolpert, aber nicht gefallen", gibt Parteisekretär Didymus Mutusa den neuen Kurs vor. Und das heißt im Klartext: Es wird mit Zähnen und Klauen darum gekämpft, die Macht nicht nach 28 Jahren aus den Händen geben zu müssen.

Damit alles so bleibt, wie es war, lautet die Taktik: Verzögern, Hinhalten, Mobilisieren, Einschüchtern. Die Zanu-PF forderte am Wochenende eine Neuauszählung der Stimmen. So soll die Wahlkommission solange wie möglich die Verkündung des Endresultats der Präsidentschaftswahl hinauszögern, die Mugabes enttäuschenden zweiten Platz offenbaren würde.

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Oppositionsführer Morgan Tsvangirai, dessen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) im Parlament künftig mehr Abgeordnete und im Senat genauso viel Mitglieder haben wird wie die Zanu-PF, erklärte sich am Samstag zum Sieger der Präsidentenwahl und bot Mugabes Partei eine Regierung der Nationalen Einheit an. Ein zweiter Wahlgang sei nicht nötig, er habe die Mehrheit. Ob das wirklich so ist, weiß noch keiner so recht, denn die Wahlkommission verschweigt das Resultat ja weiter. Die Zanu-PF behauptet, in mehreren Wahlkreisen seien Offizielle bestochen und die Auszählung falsch an die Zentrale weitergegeben worden. Ob das wahr ist oder nicht, interessiert die Partei nicht. Hauptsache, es werden Gerüchte in Umlauf gebracht.

Auch Mugabes engster Gefährte Patrick Chinamasa, bisher Justizminister, setzt Gerüchte in die Welt. Die MDC wolle die Landreform rückgängig machen und schicke schon die weißen Farmer los, um ihre enteigneten Höfe wieder in Besitz zu nehmen. Jabulani Sibanda, Anführer der berüchtigten Bürgerkriegsveteranen, die vor acht Jahren die Weißen von ihren Höfen mit Gewalt vertrieben, schickte seine Leute am Wochenende los. Sie stürmten eine der wenigen Farmen, die noch in weißem Besitz ist, und vertrieben den Bauern und seine Familie.

Das dürfte erst der Anfang einer Welle von Gewalt sein, die in den kommenden Wochen eskalieren könnte. Oppositionsführer Tsvangirai warnte, die Zanu-PF bereite sich auf einen "Krieg gegen das Volk" vor. Außer den Veteranen würden die militanten Jugendbanden der Partei mobilisiert, die bei den Wahlen 2002 und 2005 Oppositionsanhänger zusammenschlugen, entführten und ermordeten.

Vor allem auf dem Land will Mugabe dafür sorgen, dass die MDC keine Stimmen mehr erhält. Denn wenn in einem zweiten Wahlgang ein Zehntel der Wähler für ihn votiert, kann er seine angestrebte sechste Amtszeit tatsächlich erreichen und auch per Dekret gegen das Parlament regieren. "Wir hatten bisher nur 25 Prozent unserer Energie in die Kampagne gesteckt", erklärte der stellvertretende Informationsminister Bright Matonga. "Jetzt werden wir die restlichen 75 Prozent mobilisieren." Tsvangirai appellierte an die Uno, die Afrikanische Union und die Präsidenten im südlichen Afrika, "einzuschreiten, um ein Chaos zu verhindern".

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