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Die kleine Inselrepublik versuchte, durch Geschäfte mit Kriminellen das große Geld zu machen. Im November 1995 legte Präsident Albert Rene - der 1998 zum vierten Mal im Amt bestätigt wurde - mit dem Economic Development Act einen Gesetzentwurf vor, der für ausländische Unternehmer gegen eine Investition von mehr als 10 Millionen US$ Immunität gegen internationale Kriminalverfahren und Auslieferungsschutz vorsah. Die Seychellen wollten sich so zum internationalen Off-shore-Finanzzentrum hochschaukeln. Doch Renes Plan scheiterte, sein Gesetzentwurf stieß auf scharfe Ablehnung bei den Industrienationen und wurde deshalb im April 1997 geändert. Erneut geriet der Archipel der über 100 Inseln nördlich von Madagaskar Anfang 1998 durch einen Bericht der Vereinten Nationen ins Zwielicht. Die Seychellen, so hieß es dort, hätten 1994 extremistische Hutu-Führer in Ruanda aktiv unterstützt.

Aktuelle Entwicklung: Statt für 2003 hat der sozialistische Insel-Chef Rene schon für September 2001 Wahlen ausgeschrieben, um allen zu zeigen, daß er nach wie vor die Unterstützung des Volkes besitzt. Und die braucht er dringend: die Wirtschaft krankt, der Schuldenstand wuchs auf 168% des BIP (1999), die Inflation stieg, der Tourismus ging es um bis zu 10% zurück. Die geregelten Preise zogen an (Benzin um 30%, Bier um 17%). Weil nur das staatliche Marketing Board importieren darf, beschaffen sich die Seycheller illegal Devisen, um auf eigene Faust einzukaufen. Folge: 20% weniger Reserven, das Geld fehlt den Unternehmen. Nur die Indean Ocean Tuna Co. (drittgrößte Thunfisch-Konservenfabrik weltweit) expandiert. Seit Juni 2001 werden ihre Produkte zollfrei auf den Markt der ost- und südafrikanischen Freihandelszone Comeda (300 Mio. Verbraucher) gebracht.

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