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Die Geschicke Ruandas ist die Geschichte der Hutu und Tutsi, die seit Generationen verfeindet sind und deren Feindschaft immer wieder zu entsetzlichen Massakern führt - so wie ab April 1994, als das Gemetzel kein Ende nehmen wollte und sich zum Blutrausch steigerte. Nach Schätzungen der UNO, die das Ereignis als Genozid einstufte, kamen innerhalb von 100 Tagen 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu ums Leben. Es war die Rache der Hutu für den Tod des Präsidenten Habyarimanas, dessen Flugzeug bei der Landung in Kigali abgeschossen wurde (auch Burundis Präsident wurde dabei getötet). Und es war die bis dahin gewaltigste Manifestation einer alten Todfeindschaft zweier Volksgruppen. Am Ende der Kolonialherrschaft (erst die der Deutschen, ab 1916 die der Belgier, die Ruanda zusammen mit Burundi als Ruanda-Urundi vom Kongo aus verwalteten) kam es 1959 zu einem blutigen Aufstand der Hutu-Bauern gegen die Tutsi-Vorherrschaft. Nach der Unabhängigkeit 1962 und der völkerrechtlichen Trennung von Burundi brachen die Gegensätze wieder auf: von 1963 bis 1966 gab es mehrere Invasionsversuche einer Tutsi-Guerilla; es folgte ein Massaker von Hutu an Tutsis. Und so ging es weiter. Belgische und französische Truppen mischten sich ein, die UNO beschloß 1993 die Entsendung einer "UN Assistance Mission to Ruanda". Doch es war zu spät, der Krieg nicht mehr aufzuhalten. Schon bald eroberten die aus Uganda operierenden Exil-Tutsi der Ruandischen Patriotischen Front Kigali und setzten eine neue Staatsführung unter Präsident Bizimungu ein. Aus den Nachbarländern kehrten die zuvor geflohenen Tutsi zurück (nach Schätzungen bis zu 700.000), nun waren die Hutu auf der Flucht und sammelten sich in riesigen Flüchtlingslagern in Ost-Zaire. Damit gewann der Konflikt eine neue Dimension. In Ost-Zaire nämlich begann der Rebellenführer Laurent-Desire Kabila 1996 seinen Feldzug mit dem Ziel, den Machthaber Mobuto zu stürzen und benutzte die Flüchtlingslager der Hutu als Faustpfand. Vermutlich Zehntausende Hutu kamen ums Leben. Nur mit Mühe gelang es, die restlichen Flüchtlinge nach Ruanda zurückzubringen. Dort herrscht zur Zeit relative Ruhe. Doch es gibt immer wieder Übergriffe von beiden Seiten. Versprengte Hutu-Milizen versuchen, ihre gegenwärtige Stärke zu beweisen. In Gerichtsverfahren ohne Verteidiger wurden gegen Teilnehmer des Genozids bislang 350 Todesurteile gefällt, jedoch "nur" 116 verhängt. Ruanda droht eine poltische Krise, nachdem Staatspräsident Pasteur Bizimungu am 28. März 2000 seinen Rücktritt bekannt gegeben hat. Bizumungu ist ein Hutu, sein Widersacher galt schon lange als der starke Mann Ruandas: Vizepräsident Paul Kagame, ein Tutsi. Kommisarisch hat er nun die Amtsgeschäfte übernommen. Der Tutsi Kagami und der Hutu Bizimungu an der Staatsspitze galten als Symbol der nationalen Einheit, die in Ruanda seit dem Genozid beschworen wird. Nun ist das Symbol zerbrochen.

Der neue Präsident Ruandas, Paul Kagame, hat alle im Exil lebenden Ruander zur Rückkehr aufgefordert, um beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Viele ehemaligen Emigranten seine nach ihrer Rückkehr in die Verwaltung und selbst in die Armee eingegliedert worden, sagte er bei seiner Vereidigung am 23. April 2000 in Kigali.

Kurz nach der Angriffswarnung Ruandas gegen die Demokratische Republik Kongo haben ruandische Rebellen einen kongolesische Armeeposten angegriffen. Bei dem Überfall sei ein Soldat getötet worden, teilte die Armee am 26.11.2004 mit. Die Armee wirbt bei den Rebellen in der Region derzeit mit Unterstützung der UN-Mission Monuc dafür, die Waffen niederzulegen. Am Donnerstag hatte Ruandas Präsident Paul Kagame mit einer neuerlichen Invasion im Kongo gedroht, sollten die ruandischen Rebellen dort weiter aktiv sein.

Ruandas Regierung hat zum 20.02.2007 mehr als 8 000 Gefangene freigelassen, die wegen des Völkermordes an den Tutsis 1994 verhaftet worden waren. Damit will sie die Aussöhnung zwischen den Volksgruppen fördern und zugleich die überfüllten Gefängnisse leeren. Unter den Freigelassenen seien jedoch keine der Hauptverantwortlichen für die Greueltaten, sagte Generalstaatsanwalt Martin Ngoga.

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